Handlungsfeld: Stärkung der Umweltbildung und -partizipation durch digitale Technologien

Projekt: Natur und Umwelt erleben

Drei Frauen im Wald. Sie schauen auf ein Smartphone, das die jüngste in der Hand hält.

Studien zeigen, dass einige Bevölkerungsgruppen eine ausgeprägte Distanz zur Natur und Umwelt besitzen. Dies betrifft vor allem jüngere Menschen und Personen, die in Großstädten leben (Quelle: „Naturbewusstsein 2015 – Bevölkerungsumfrage zu Natur und biologischer Vielfalt“).

Die bisherigen klassischen Angebote der Umweltbildung üben heutzutage auf diese Zielgruppen wenig Anziehungskraft aus. Durch den räumlichen Abstand zur Natur und die teilweise nicht mehr zeitgemäßen Angebote nimmt das Wissen über die Natur immer mehr ab. Mit Hilfe der Digitalisierung können neue technische Werkzeuge eingesetzt werden, um innovative Wege zu beschreiten und Informationen zielgruppenspezifisch aufzubereiten.

Mit mobilen Anwendungen die Natur erkunden

Ziel des Projekts ist es, das Potenzial innovativer digitaler Möglichkeiten auszuschöpfen, um weitere Bevölkerungsgruppen für Natur und Umweltschutz zu begeistern. Eine mobile Informationsplattform begleitet die Nutzerinnen und Nutzer am Erlebnisort und fordert zum spielerischen Lernen und Erkunden auf. Durch den Einsatz digitaler Anwendungen, wie beispielsweise Geocaching (eine digitale Schnitzeljagd) und Augmented Reality (AR, Erweiterte Realität), können vor allem technikaffine und junge Menschen in die Natur gelockt werden. Durch hilfreiche Informationen zum Erlebnisort und dem Verhalten in der Natur sollen die Nutzerinnen und Nutzer mit der Natur vertraut werden.

Die Zielgruppe des Projektes ist breit gefächert. Sie reicht von interessierten Bürgerinnen und Bürgern, Familien sowie Schülerinnen und Schülern bis hin zu Lehrkräften, Studierenden und einem Fachpublikum, das beruflich in der Umweltbildung tätig ist. Von der modernen digitalen Umweltbildung sollen zudem behinderte Menschen profitieren. Deshalb sollen die Angebote barrierefrei sein. Möglichkeiten zur Vernetzung und zum Erfahrungsaustausch aller Nutzerinnen und Nutzer wollen die Projektbeteiligten noch prüfen.

Zusätzlich sollen durch dieses Projekt die bisher dezentral vorliegenden Informationen zu unterschiedlichen Natur- und Umweltthemen fortan gebündelt dargestellt werden. Mit Hilfe von verschiedenen Erlebnisorten in Baden-Württemberg sollen die sachlichen Informationen veranschaulicht und erlebbar gemacht werden. Dieses zentrale Angebot schafft damit einen Überblick über alle Natur- und Umweltthemen für die Nutzerinnen und Nutzer.


Für eine große Vielfalt an qualitativ hochwertigen Inhalten sorgen Naturschutzzentren, Naturschutzverwaltung, Nationalpark Schwarzwald und die Umweltakademie Baden-Württemberg, die sich als Kooperationspartner im Projekt engagieren.

Kurze Bewertung nach Nachhaltigkeitskriterien

Für eine nachhaltig lebende und wirtschaftende Gesellschaft ist es wichtig, dass möglichst alle Bevölkerungsgruppen mitwirken. Die Kommunikation über das Internet bietet hierbei die Chance, verschiedene Zielgruppen anzusprechen ­– allerdings ist die Vielfalt von digitalen Angeboten riesig. Damit sich Menschen mit dem Thema Natur und Umwelt auseinandersetzen, muss auch die Umweltbildung Angebote auf dem neuesten Stand der Technik anbieten, bestehende Informationen bündeln und unterschiedliche Zielgruppen adressieren. Das Projekt „Natur und Umwelt erleben“ erschafft somit innovative Wege, um mit der Natur zu interagieren und diese auf neue Art und Weise zu erleben.

Eckdaten des Projekts

Projektbeteiligte:

  • Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
  • Nationalpark Schwarzwald
  • Biosphärengebiete Schwäbische Alb und Schwarzwald
  • Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg
  • Naturschutzzentren Baden-Württemberg
  • Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg

Projektstart: März 2017

Voraussichtlicher Abschluss des Projekts: August 2021