2026
Januar – Februar – März – April – Mai
- Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg wendete im Berichtsmonat als atomrechtliche Aufsichtsbehörde etwa 22 Personentage für Inspektionen vor Ort bei den zu beaufsichtigenden kerntechnischen Anlagen und Einrichtungen auf. Darüber hinaus überwacht es die Kernkraftwerke kontinuierlich mittels der Kernreaktorfernüberwachung (KFÜ).
- Im Mai wurde kein meldepflichtiges Ereignis in baden-württembergischen Kernkraftwerken gemeldet. Es traten acht meldepflichtige Ereignisse in den Entsorgungsbetrieben der Kerntechnischen Entsorgung Karlsruhe (KTE) sowie drei in der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe auf. Im Reststoffbearbeitungszentrum Neckarwestheim trat im Mai ebenfalls ein Meldepflichtiges Ereignis auf. Zudem wurde dort ein weiteres Ereignis, das sich bereits im März ereignet hatte, gemeldet.
Diese werden im Anschluss kurz beschrieben.- Entsorgungsbetriebe
- Am 7. Mai kam es bei einer geplanten Redundanzumschaltung in einem Zuluftsystem zu einem Sicherungsfall. Ursache war ein defekter Leistungsschalter.
- Am 11. Mai kehrte ein Lüftungssystem nach einer abgeschlossenen wiederkehrenden Prüfung nicht wieder ordnungsgemäß in den Normalbetrieb zurück. Ursache war ein defektes Koppelrelais, welches ausgetauscht wurde.
- Am 12. Mai wurden im Rahmen einer Reparaturmaßnahme Laufgeräusche an einem Abluftventilator festgestellt. Der betroffene Abluftventilator wurde außer Betrieb genommen. Die Lüftungsumschaltung erfolgte nicht planmäßig. Die Ursachenprüfung dauert noch an.
- Am 17. Mai wurde ein Brandalarm in einem Bau ausgelöst. Ursache war eine leichte Rauchentwicklung an einem Stehlagergehäuse eines Abluftventilators. Die Lüftung schaltete regelkonform automatisch auf den redundanten Abluftventilator um.
- Am 21. Mai kam es am Aerosol-Monitor der Fortluftüberwachung eines Kamins zu einem Sondenausfall. Ursache war eine unterbrochene Messgasversorgung aufgrund von zwei leeren Gasflaschen. Eine Überwachung der Fortluft war weiterhinüber einen Aerosolsammler sichergestellt.
- Ebenfalls am 21. Mai wurde im Zuge einer wiederkehrenden Prüfung an einem Handschuhkasten festgestellt, dass das vorgegebene Unterdruckniveau nicht erreicht wurde.
- Am 22. Mai wurde aufgrund einer Meldung erkannt, dass zwei Jalousieklappen an einer Lüftungsanlage nicht wie vorgesehen geschlossen waren. Ursache war ein gelöster Druckluftschlauch an einem pneumatischen Antrieb der Klappen.
- Am 28. Mai wurde im Zuge einer Kontrolle von Zuluftventilatoren eine defekte Absperrklappe in der Lüftungsanlage festgestellt. Ursache war ein defektes Magnetventil.
- Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe
- Am 18. Mai wurde im Zuge von Rückbauarbeiten eine Funktionsstörung an einem Abschirmtor festgestellt. Beim Öffnen des Tores ist nur der rechte Torflügel aufgefahren, während der linke geschlossen blieb. Das Tor wurde inzwischen instandgesetzt.
- Am 19. Mai 2026 wurde im zentralen Kontrollraum der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe signalisiert, dass der Differenzdruck in einem Fortluftschacht der Verglasungseinrichtung zu niedrig sei. Die Meldungen wurden quittiert und die Lüftung lief weiterhin im Normalbetrieb. Die Ursachensuche wurde eingeleitet.
- Am 19. Mai hat eine Batterie die Kapazitätsprüfung bei einer Wiederkehrenden Prüfung nicht bestanden. Als Maßnahme gegen Wiederholung ist geplant, dass die Batterieanlage komplett getauscht wird. Die Ursachensuche wurde eingeleitet.
- Reststoffbearbeitungszentrum Neckarwestheim
- Am 12. Mai wurde bei einer technischen Klärung an der Kammertrocknungsanlage eine Steckverbindung gelöst. Dies hatte auslegungsgemäß ein Abfahren der Lüftung zur Folge.
- Am 10. März trat bei der Inbetriebnahme der Verdampfer nach einem Umbau an den Sicherheitsventilen Kondensat aus. Die Flüssigkeit floss in die dafür vorgesehenen Auffangwannen und die Aktivität lag unterhalb der Nachweisgrenze. Da die Meldepflicht erst im Mai erkannt wurde, wurde dieses meldepflichtige Ereignis nun im Mai gemeldet.
Die Vorkommnisse hatten eine geringe sicherheitstechnische Bedeutung und keine Auswirkungen auf das Personal oder die Umgebung.
- Entsorgungsbetriebe
- Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg wendete im Berichtsmonat als atomrechtliche Aufsichtsbehörde etwa 14 Personentage für Inspektionen vor Ort bei den zu beaufsichtigenden kerntechnischen Anlagen und Einrichtungen auf. Darüber hinaus überwacht es die Kernkraftwerke kontinuierlich mittels der Kernreaktorfernüberwachung (KFÜ).
- Im April wurde ein meldepflichtiges Ereignis in baden-württembergischen Kernkraftwerken gemeldet, über das das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg zeitnah die Öffentlichkeit informierte (Übersicht meldepflichtige Ereignisse). Zudem traten drei meldepflichtige Ereignisse in den Entsorgungsbetrieben der Kerntechnischen Entsorgung Karlsruhe (KTE) sowie je eines in der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe und im Reststoffbearbeitungszentrum Neckarwestheim auf, die im Folgenden kurz beschrieben werden.
- Entsorgungsbetriebe
- Am 8. April wurde eine wiederkehrende Prüfung der Elektroinstallation der Trocknungsanlage durchgeführt. Beim anschließenden Wiederanschalten konnte ein Computer eines Schaltschrankes nicht hochgefahren werden, was zu verschiedenen Störmeldungen führte. Die Reparatur wurde eingeleitet, als Ursache wird eine defekte Festplatte vermutet.
- Am 14. April wurde bei einer routinemäßigen wiederkehrenden Prüfung von Lüftungsbauteilen eine erhöhte Leckrate an einer gasdichten Absperrklappe festgestellt. Nach Reinigung der Absperrklappe konnte die Dichtheit wieder nachgewiesen werden.
- Am 30. April führte ein Handhabungsfehler im Rahmen von routinemäßigen Umlagerungen zum Umkippen eines Normalbetoncontainers im LAW-Zwischenlager. Dabei löste sich dessen Deckel leicht. Die Aktivitätswerte am Container und im umgebenden Bereich waren weiterhin unterhalb der für den Normalbetrieb vorgesehenen Grenzwerte. Der Container wurde in eine verarbeitende Teilbetriebsstätte der Entsorgungsbetriebe gebracht. Dort werden die im Containerinneren in Fässern verpackten radioaktiven Abfälle neu verpackt.
- Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe
- Am 18. April fuhr die Lüftungsanlage des Prozessgebäudes der im Rückbau befindlichen Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe (WAK) kurzzeitig in einen anderen Betriebszustand. Hierbei war die Luftmenge reduziert, wobei die gerichtete Strömung weiterhin gewährleistet war. Die Störung wurde quittiert und die Lüftungsanlage in den ursprünglichen Betriebszustand überführt. Als Ursache konnte ein Defekt an einem elektrischen Bauteil in einem Steuerschrank der Lüftung identifiziert werden. Das entsprechende Bauteil wurde am nächsten Arbeitstag ausgetauscht.
- Reststoffbearbeitungszentrum Neckarwestheim
- Am 20. April kam es im Rahmen des wöchentlichen Filterwechsels des Aerosolsammlers während des Zurücksetzens des Durchsatzzählers der Messeinheit zu einer unbeabsichtigten Betätigung des daneben liegenden Netzschalters der Steuereinheit. Dies führte gemäß der Auslegung zu einer automatischen Abschaltung der Lüftungsanlage.
Die Vorkommnisse hatten eine geringe sicherheitstechnische Bedeutung und keine Auswirkungen auf das Personal oder die Umgebung.
- Entsorgungsbetriebe
- Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg wendete im Berichtsmonat als atomrechtliche Aufsichtsbehörde 12 Personentage für Inspektionen vor Ort bei den zu beaufsichtigenden kerntechnischen Anlagen und Einrichtungen auf. Darüber hinaus überwacht es die Kernkraftwerke kontinuierlich mittels der Kernreaktorfernüberwachung (KFÜ).
- Im März wurden drei meldepflichtige Ereignisse in baden-württembergischen Kernkraftwerken gemeldet, über die das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg zeitnah die Öffentlichkeit informierte (Übersicht meldepflichtige Ereignisse). Zudem traten fünf meldepflichtige Ereignisse in den Entsorgungsbetrieben sowie je eines in der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe, im Reststoffbearbeitungszentrum Neckarwestheim und im Abfall-Zwischenlager Neckarwestheim auf, die im Folgenden kurz beschrieben wird.
- Entsorgungsbetriebe
- Am 4. März wurden bei einer Prüfung an einer Schlauchklappe in der Abluftanlage der Verbrennung Risse in beiden Lagerhaltern der Welle des Klappenblattes festgestellt. Die Lüftungsanlage lief weiterhin im Normalbetrieb und die Reparatur wurde veranlasst.
- In der Gerätedekontamination der Entsorgungsbetriebe wurde am 13. März ein Schaden an einer Brandschutztür festgestellt. Dieser konnte im Rahmen einer Sofortmaßnahme behoben werden und ein Änderungsverfahren zum Austausch der Tür ist bereits eingeleitet.
- Am 18. März wurde im Lager der Entsorgungsbetriebe eine wiederkehrende Prüfung an der seismischen Instrumentierung durchgeführt, in deren Zuge die Lüftungsanlage geplant und kontrolliert herunterfährt. Nach Durchführung der Prüfung konnte die Lüftungsanlage aufgrund einer Störung in der Steuerung nicht wieder hochgefahren werden. Die Störung wurde beseitigt und die Lüftungsanlage war am Folgetag wieder im Normalbetrieb.
- Im Zuge einer wiederkehrenden Prüfung der Unterdrücke wurden am 24. März mehrere Abweichungen von den Sollwerten festgestellt. Als Ursache konnte eine defekte Tordichtung identifiziert werden, welche instandgesetzt wird.
- Im Rahmen der Ursachenforschung zu einem anderen meldepflichtigen Ereignis wurde am 24. März festgestellt, dass Sicherungen gefallen waren, die Auswirkungen auf die Lüftungssteuerung hatte. Der Betrieb der Lüftungsanlage war jedoch weiterhin gegeben.
- Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe
- Im Anbau Süd der im Rückbau befindlichen Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe wurde am 17. März festgestellt, dass der Abschirmcontainerübernahmewagen der Fassausschleuse nicht angefahren werden konnte. Die Schleusarbeiten wurden daraufhin eingestellt und die Fachtechnik wurde mit der technischen Klärung beauftragt.
- Reststoffbearbeitungszentrum Neckarwestheim und Abfall-Zwischenlager Neckarwestheim
- Am 9. März kam es im Rahmen von geplanten Wartungs- und Prüfarbeiten an der unterbrechungsfreien Stromversorgung durch die Gesellschaft für nukleares Reststoffrecycling mbH zu einer kurzfristigen Störung der gemeinsam vom Reststoffbearbeitungszentrums Neckarwestheim und vom Abfall-Zwischenlager Neckarwestheim genutzten Anlage der unterbrechungsfreien Stromversorgung. Als Folge war die Stromversorgung der daran angeschlossenen Systeme des Reststoffbearbeitungszentrums Neckarwestheim und des Abfall-Zwischenlagers Neckarwestheim kurzzeitig unterbrochen.
- Entsorgungsbetriebe
- Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg wendete im Berichtsmonat als atomrechtliche Aufsichtsbehörde 14 Personentage für Inspektionen vor Ort bei den zu beaufsichtigenden kerntechnischen Anlagen und Einrichtungen auf. Darüber hinaus überwacht es die Kernkraftwerke kontinuierlich mittels der Kernreaktorfernüberwachung (KFÜ).
- Im Februar wurden keine meldepflichtigen Ereignisse in baden-württembergischen Kernkraftwerken gemeldet. Es traten zwei meldepflichtige Ereignisse in der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe (WAK), ein meldepflichtiges Ereignis in den Entsorgungsbetrieben sowie eines in dem Reststoffbearbeitungszentrum Philippsburg auf, die im Folgenden kurz beschrieben wird.
- Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe
- Im Zuge einer Wiederkehrenden Prüfung wurde am 25. Februar ein Mangel an einem Dacheinlauf des Prozessgebäudes festgestellt. An der Decke waren rund um das Fallrohr der Regenwasserleitung Tropfen zu erkennen. Da das Wasser von außen in das Gebäude gedrungen ist und die Gebäudehülle als sicherheitstechnisch wichtige Einrichtung eingestuft ist, handelt es sich um einen Schaden an einer sicherheitstechnisch wichtigen Einrichtung.
- Am 25. Februar wurde im Rahmen eines Kontrollganges festgestellt, dass eine Zuluftklappe defekt war. Sie befand sich in Offenstellung und konnte nicht mittels Stellantrieb gefahren werden. Verfärbungen am Stellantrieb wiesen auf einen Defekt der Elektronik hin, wobei dies keinen weiteren Einfluss auf die Lüftungsanlage hatte. Der Stellantrieb wurde innerhalb von 24 Stunden ausgetauscht. Eine Untersuchung der Platine zeigte, dass elektronische Bauteile auf dieser defekt waren.
- Entsorgungsbetriebe
- Durch die Störung eines Aerosol-Monitors der Fortluftüberwachung an einem Kamin der Entsorgungsbetriebe stand am 7. Februar die Direktmessung der Fortluft außerhalb der Betriebszeiten für etwa zwei Stunden nicht zur Verfügung. Die Bilanzierung der Ableitungen stand jedoch uneingeschränkt zur Verfügung.
- Reststoffbearbeitungszentrum Philippsburg
- Im Reststoffbearbeitungszentrum Philippsburg kam es am 24. Februar zum Ausfall eines Sammlers der Fortluftüberwachung. Grund dafür war der Defekt eines Lüfters. Dadurch wurden sowohl der Strahlenschutzalarm als auch der Lüftungs-Vor- und Hauptalarm ausgelöst und die Lüftung auslegungsgemäß abgeschaltet. Auch der Gebäudeabschluss wurde auslegungsgemäß automatisch ausgelöst, wodurch eine unkontrollierte Ableitung radioaktiver Stoffe in die Umgebung ausgeschlossen werden kann. Der Gebäudeabschluss wurde von der herbeigerufenen Bereitschaft kontrolliert.
- Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe
- Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg wendete im Berichtsmonat als atomrechtliche Aufsichtsbehörde etwa 15 Personentage für Inspektionen vor Ort bei den zu beaufsichtigenden kerntechnischen Anlagen und Einrichtungen auf. Darüber hinaus überwacht es die Kernkraftwerke kontinuierlich mittels der Kernreaktorfernüberwachung (KFÜ).
- Im Januar wurden keine meldepflichtigen Ereignisse in baden-württembergischen Kernkraftwerken gemeldet. Es trat ein meldepflichtiges Ereignis in den Entsorgungsbetrieben auf, das im Folgenden kurz beschrieben wird.
- Am 28. Januar konnte nach einer wiederkehrenden Prüfung an der Elektroinstallation des Analyselabors und der Reparaturwerkstatt der durch die Prüfung planmäßig ausgelöste Alarm nicht quittiert werden. Ursache war eine Fehlfunktion in einem Standard-Netzteil.
