Schutz vor Wölfen

Hinweise für Nutztierhalterinnen und Nutztierhalter

Ein Schäfer errichtet eine Schutzzaun um seine Schafherde vor einem Tierangriff zu schützen

: Herdenschutzmaßnahmen für Rinder

Das Umweltministerium stellt im Konzept zum Schutz von Rinderherden vor Wolfsrissen [PDF; 05/23; 295 KB] praktikable Maßnahmen für tierhaltende Betriebe dar. Das Land bietet darüber hinaus eine kostenlose und umfassende Beratung durch die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt. Zudem werden die Maßnahmen umfangreich finanziell durch das Land gefördert. Begleitet wird das Konzept von einem Modellprojekt des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV), der Erzeugergemeinschaft Schwarzwald Bio-Weiderind und dem Naturpark Südschwarzwald, um die Maßnahmen in der Praxis intensiv zu erproben und weiterzuentwickeln.

Sofern das Auftauchen eines einzelnen Wolfs bestätigt wird, ist es wichtig in der betroffenen Region Nutztiere durch geeignete Maßnahmen zu schützen. Treffen Wölfe auf einen in der Tierhaltung üblichen Zaun, versuchen sie in aller Regel unter dem Zaun durchzuschlüpfen. Selten überspringt ein Wolf einen ausreichend elektrifizierten Zaun. Generell gilt aber: Wenn die Herdenschutzmaßnahmen nicht sachgerecht erstellt sind, können Wölfe lernen, Zäune zu überwinden. Halterinnen und Halter sollten ihre Nutztiere wie folgt vor Wölfen schützen:

Allgemeine Hinweise

  • Zäune müssen auf allen Seiten – also beispielsweise auch zum Wasser hin – geschlossen sein. Wasserläufe, Gräben und sonstige Wasserflächen stellen keine Barriere für einen Wolf dar.
  • Geländeunebenheiten wie Torbereiche, Gräben und Fahrspuren bieten oftmals Durchschlupfmöglichkeiten, die verschlossen werden müssen.
  • Zäune straff spannen, um die maximal mögliche Höhe zu erreichen (zum Beispiel Eckpfosten abspannen).
  • Größe der Koppel oder des Nachtpferchs möglichst so wählen, dass innerhalb der Fläche eine Ausweichmöglichkeit für die Nutztiere besteht. Falls die zur Verfügung stehende Fläche zu klein ist, kann ein zweiter Weidezaun aufgebaut werden, um eine möglichst breite Pufferzone zu schaffen.
  • Möglichkeiten vermeiden, von denen aus der Wolf, in die eingezäunte Koppel springen kann (zum Beispiel Heuballen, Brennholzstapel oder Geländekanten). Gegebenenfalls Abstand von 4 Metern einhalten.
  • In Steillagen empfiehlt sich eine optische Erhöhung des Zauns durch eine Breitbandlitze, um die geringere effektive Höhe am Hang auszugleichen.
  • Falls möglich, Tiere nachts in einen geschlossenen Stall holen.
  • Tiere und Zäune täglich kontrollieren (Dokumentation zum Beispiel im Weidetagebuch).
  • Damit Wildtiere den Zaun besser wahrnehmen, können 20 bis 30 Zentimeter lange, blau-weiße Absperrbandstreifen im Abstand von 3 bis 5 Metern am Zaun befestigt werden. Dies empfiehlt sich besonders an Stellen wie Waldrändern oder Wildwechseln.
  • Blinklichter am Zaun oder ein Lappzaun können Wölfe vorübergehend abschrecken. Sie verlieren jedoch nach wenigen Wochen ihre abschreckende Wirkung und sollten daher nicht dauerhaft eingesetzt werden.

Empfehlungen für den Einsatz von Schutzzäunen

  • Video auf YouTube

Wolfschutzzäune für Kleinvieh

Schafherde bei Maulbronn

Weitere Informationen

Schriftzug Förderung auf Enter-Taste einer Tastatur
  • Artenschutz

Förderung von Herdenschutz­maßnahmen im Land

Nachdem mehrere Wölfe im Land sesshaft geworden sind, unterstützt das Umweltministerium Herdenschutzmaßnahmen in den zwei Fördergebieten finanziell.

Wolf
  • Artenschutz

Mensch trifft auf Wolf: Verhaltenshinweise

Eine Begegnung zwischen Mensch und Wolf ist sehr selten. Hier erfahren Sie mehr über die richtigen Verhaltensweisen.

Wolfsspuren
  • SCALP-Kriterien

Eindeutige Nachweise (C1) zu Wölfen im Land

In der Tabelle sind die sogenannten C1-Nachweise in Baden-Württemberg aufgeführt. Nur diese bestätigen die Anwesenheit eines Wolfes zweifelsfrei.

Tafel - Fragen? Antworten!
  • Fragen und Antworten

Der Wolf in Baden-Württemberg

Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zum Wolf in Baden-Württemberg für Sie zusammengestellt.