Das 2023 gestartete Messprogramm für Radon-Innenraummessungen zeigt, dass die Nachfrage nach Radon-Messungen bei den Bürgerinnen und Bürgern groß ist.
Innerhalb weniger Tage hatten sich damals über 1.600 Bürgerinnen und Bürger – nicht nur aus den Radon-Vorsorgegebieten, sondern aus ganz Baden-Württemberg – zu der Aktion angemeldet und sich je zwei kostenlose Messgeräte gesichert. Damit waren die Teilnahmekapazitäten ausgeschöpft.
Nach der Vergabe des Messprogramms an einen Dienstleister wurden die Messgeräte im dritten Quartal 2024 an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer versendet. Nach dem zwölfmonatigen Messzeitraum sollten die Messgeräte zur Auswertung an den Dienstleister zurückgesendet werden.
Damit ist das Messprogramm nun offiziell abgeschlossen. Ein zweites Messprogramm, das 2025 in einem deutlich größeren Umfang gestartet wurde, läuft momentan noch.
Auch außerhalb von Vorsorgegebieten sind erhöhte Radonwerte möglich
Mittlerweile haben bereits mehr als 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Messprogramms ihre individuellen Radon-Messergebnisse erhalten. Die Messungen ergaben, dass in knapp 15 Prozent aller Gebäude der Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft in mindestens einem Raum überschritten wurde. Rund sechs Prozent der Messergebnisse stammen aus den sogenannten Vorsorgegebieten. Das zeigt deutlich, dass erhöhte Radonwerte überall auftreten können – nicht nur in den Radonvorsorgegebieten.
Prognosen, wie sie der Ausweisung der Radon-Vorsorgegebiete zugrunde liegen, reichen für die Beurteilung der Radonsituation in einem Gebäude nicht aus.
Neben dem Nutzen für die jeweiligen Bewohnerinnen und Bewohner tragen die Messungen auch dazu bei, generell die Datenlage zu Radon in Gebäuden zu verbessern. Die Ergebnisse sowie die weiteren zum Gebäude erhobenen Daten können beispielsweise vom Bundesamt für Strahlenschutz zu Forschungszwecken genutzt werden. So lassen sich weitere Erkenntnisse für den Schutz vor Radon zu gewinnen. Außerdem werden die Daten bei der Verbesserung der Prognosekarte zu Radon im Land verwendet.
Radon in Gebäuden ist ein Gesundheitsrisiko
Radon in Gebäuden ist nach dem Rauchen eine der wichtigsten Ursachen für Lungenkrebs. Gleichzeitig zeigte die Studie „Was denkt Deutschland über Strahlung 2024“ (PDF), dass nur rund 3 Prozent der Menschen in Deutschland Maßnahmen zum Schutz vor Radon ergriffen haben. Da das radioaktive Gas mit den menschlichen Sinnen nicht wahrnehmbar ist, ist die tatsächliche Höhe der Radonwerte in einem Gebäude in der Regel unbekannt. Umso wichtiger ist es daher, dass Bürgerinnen und Bürger selbst Messungen durchführen.
Aktuelle Untersuchungen des Bundesamtes für Strahlenschutz ergaben, dass sich rund sechs Prozent der Todesfälle durch Lungenkrebs in Deutschland auf Radon in Innenräumen rückzuführen lassen. Nur wer seine eigene Radonsituation kennt, kann sich vor erhöhten Radonwerten schützen und Maßnahmen ergreifen, um sie zu senken.
Aus diesem Grund empfiehlt das Umweltministerium freiwillige Radonmessungen in allen Gebäuden. Messungen sollten vor allem in häufig genutzten Aufenthaltsräumen im Erd- oder Kellergeschoss durchgeführt werden. Höhere Stockwerke sind in der Regel seltener von hohen Radonwerten betroffen.
Wer Maßnahmen zur Senkung der Radonwerte einleiten möchte, der findet auf der Internetseite der Radonberatungsstelle bei der LUBW eine öffentliche Kontaktliste. Darin sind Firmen, Radonfachleute und weitere Personen aufgeführt, die auf dem Gebiet zum Schutz vor Radon tätig sind.
Einfach und ohne großen Aufwand Messungen auch außerhalb von Messprogrammen durchführen
Wer bei den Radon-Innenraummessprogrammen nicht teilnehmen konnte, kann Radon einfach, kostengünstig und ohne großen Aufwand selbst messen.
Messdosen sind bei den Messstellen erhältlich, die vom Bundesamt für Strahlenschutz anerkannt sind. Diese bieten qualitätsgesicherte Messungen an. Die Kosten liegen bei circa 25 bis 30 Euro pro Messdose inklusive Auswertung.
Die Messdosen können Bürgerinnen und Bürger für zwölf Monate in häufig genutzten Räumen im Erd- oder Kellergeschoss auslegen und anschließend zur Auswertung einsenden. Kurze Zeit später erhalten sie das Ergebnis, das sie mit dem gesetzlichen Referenzwert vergleichen können.
Noch Fragen?
Bei allgemeinen Fragen zum Thema Radon hilft Ihnen die Radonberatungsstelle Baden-Württemberg gerne weiter!
Weitere Informationen finden Sie auch unter: Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg: Wie messe ich Radon?
