In Deutschland gibt es derzeit 18 Biosphärenreservate. 17 davon sind als UNESCO-Biosphärenreservate anerkannt. Sie bedecken etwa drei Prozent der Landesfläche. In Baden-Württemberg werden sie als Biosphärengebiete bezeichnet.
Biosphärengebiete zeigen, wie sich Wirtschaft, Siedlungen und Tourismus im Einklang mit Natur und Umwelt entwickeln können. Ziel ist es, unseren Lebensraum durch eine gemeinsam erarbeitete naturschutzorientierte Regionalentwicklung lebenswert zu gestalten.
In diesen Regionen geht es nicht nur um klassischen Naturschutz, sondern auch um nachhaltiges Wirtschaften, regionale Entwicklung und Bildung für nachhaltige Entwicklung. Der Mensch ist dabei Teil des Lebensraums (Biosphäre).
Dabei legt man Wert auf:
- Förderung regionaler Wertschöpfungsketten und Vermarktung naturschutzorientierter, regionaler Produkte
- Förderung von nachhaltigem und naturorientiertem Tourismus,
- Förderung des historisch-kulturellen Erbes,
- Bildung für nachhaltige Entwicklung,
- wissenschaftliche Begleitung und Monitoring
Der Austausch zwischen verschiedenen Interessengruppen ist dabei wichtig.
Biosphärengebiete in Baden-Württemberg
In Baden-Württemberg gibt es derzeit zwei Biosphärengebiete: das Biosphärengebiet Schwäbische Alb und das Biosphärengebiet Schwarzwald.
Das erste Biosphärengebiet in Baden-Württemberg wurde im März 2008 auf der Schwäbischen Alb eingerichtet. Es wurde im Mai 2009 als UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt.
Im April 2026 wurde das Biosphärengebiet gemeinsam mit der Region erweitert. Dabei kamen sechs neue Kommunen hinzu, außerdem brachten bereits beteiligte Kommunen weitere Flächen ein. Die Modellregion umfasst damit 121.445 Hektar. Aktuell läuft der Prüfprozess zur UNESCO-Anerkennung des erweiterten Gesamtgebiets.
Das Biosphärengebiet wird durch landschaftsprägende Streuobstwiesen im Albvorland und vielfältige Kulturlandschaft auf der Schwäbischen Alb mit Wacholderheiden, Magerrasen, Wiesen, Weiden, Ackerflächen und Wäldern gekennzeichnet. Die Hang- und Schluchtwälder am Albtrauf sind ein markantes naturräumliches Merkmal des Biosphärengebiets. Der ehemalige Truppenübungsplatz in Münsingen ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil.
Zu den Arten mit besonderem Schutzstatus und besonderer Bedeutung für die Region zählen zum Beispiel das Bergkronen-Widderchen und der Alpenbock.
Weitere Informationen zu Projekten, Partnerbetrieben und regionale Initiativen finden Sie auf den Seiten des Biosphärengebiets Schwäbische Alb.
Seit dem 1. Februar 2016 gibt es in Baden-Württemberg im südlichen Schwarzwald ein zweites Biosphärengebiet, das im Juli 2017 als UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt wurde und 63.236 Hektar umfasst.
Das Biosphärengebiet Schwarzwald umfasst eine Vielfalt an Natur- und Kulturlandschaften. Weite Wälder und offenes Weideland prägen große Bereiche des Biosphärengebiets. Struktur- und artenreiche Bergmischwälder, Magerwiesen, Moore, Flüsse und Seen, Felsen und Blockhalden bieten Tieren und Pflanzen wertvolle Lebensräume. Besonders bedeutend sind die extensiv genutzten Weideflächen, die Allmendweiden, mit ihren bizarr geformten Weidbuchen.
Besonders bedrohte und für die Region bedeutende Arten sind zum Beispiel der Raufußkauz und die Geburtshelferkröte.
Weitere Informationen zu Projekten und regionalen Initiativen finden Sie auf den Seiten des Biosphärengebiets Schwarzwald.


