Mehr als 330 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich am heutigen Montag beim BNE-Festival, dem 5. Netzwerkforum „BNE-BW 2030“ in Stuttgart, unter dem Motto „Wandel als Chance – Mut für das Abenteuer Zukunft“ über die Weiterentwicklung der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ausgetauscht. Bildung für nachhaltige Entwicklung befähigt Menschen, verantwortungsbewusst mit den Herausforderungen unserer Zeit umzugehen. Sie vermittelt Wissen über ökologische, wirtschaftliche und soziale Zusammenhänge und fördert die Fähigkeit, kritisch zu denken und die Folgen des eigenen Handelns abzuschätzen.
BNE als Gemeinschaftsaufgabe: Kooperation und Vertrauen als Erfolgsfaktoren
„Die Umsetzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die nur im vertrauensvollen Miteinander aller Akteure gelingen kann. Das BNE-Festival zeigt heute eindrucksvoll, wie fruchtbar diese Zusammenarbeit in Baden-Württemberg ist“, sagte Kultusminister Andreas Jung. „Unser Ziel ist es, BNE noch stärker als selbstverständlichen Bestandteil von Schule zu etablieren – durch fächerübergreifendes und projektorientiertes Lernen, lebensnahe Lern- und Gestaltungsräume sowie eine engere Kooperation von Schulen mit lokalen Partnern.“
Umweltministerin Thekla Walker betonte: „Das Engagement und die Kreativität, die wir heute bei den BNE-Akteurinnen und -Akteuren erleben, sind beeindruckend. Bildung für nachhaltige Entwicklung hilft, globale Zusammenhänge zu erkennen und zugleich die Auswirkungen des eigenen Handelns einzuordnen. Das ist bei den großen Themen unserer Zeit wie dem Klimawandel oder der Ressourcenverteilung unabdingbar. Bildung für nachhaltige Entwicklung befähigt Menschen, Verantwortung zu übernehmen und unsere Gesellschaft aktiv mitzugestalten – für eine lebenswerte Zukunft. Das Umweltministerium wird den eingeschlagenen Weg der Qualitätsentwicklung und Vernetzung, insbesondere im außerschulischen Bereich, konsequent weitergehen.“
Auszeichnung für Listhof Reutlingen, Naturpark Obere Donau und Robert-Bosch-Schule in Ulm
Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die doppelte Ehrung vorbildlichen BNE-Engagements durch Umweltministerin Walker und Kultusminister Jung: Zum einen zeichneten sie das Umweltbildungszentrum Listhof Reutlingen und den Naturpark Obere Donau als „BNE-zertifizierte Einrichtung“ aus. Zum anderen überreichten sie die Urkunde für den regionalen Preisträger im Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik an die Robert-Bosch-Schule Ulm. Der Seminarkurs der zwölften Klasse hatte mit der virtuellen NGO „LiVida“ ein Projekt entwickelt, das sich mit der Rückgewinnung von Wasser aus der Lithiumförderung in Chile beschäftigt – ein gutes Beispiel für projektorientiertes Lernen mit globaler Perspektive. Beide Ehrungen stehen stellvertretend für die gelebte BNE-Praxis und das vielfältige Engagement in Baden-Württemberg – in der Schule ebenso wie in der non-formalen Bildung. Sie zeigen, dass BNE dort wirkt, wo junge Menschen und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren eigenverantwortlich handeln und Verantwortung für eine nachhaltige Zukunft übernehmen.
Nationale Auszeichnung für acht baden-württembergische Institutionen
Im Anschluss an das Podiumsgespräch wurden gemeinsam mit der Deutschen UNESCO-Kommission und dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend die „Nationalen BNE-Auszeichnungen“ verliehen.
Bundesweit wurden rund 30 BNE-Akteurinnen und -Akteure ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für Bildung für nachhaltige Entwicklung einsetzen. Aus Baden-Württemberg erhielten folgende acht Institutionen eine Auszeichnung:
- Eberhard-Karls-Universität Tübingen
- Entwicklungspädagogisches Informationszentrum (EPiZ) Reutlingen
- Gesellschaft für Umweltbildung (GUB) Baden-Württemberg e. V.
- Klimastiftung der Kreissparkasse Heilbronn
- Klimastiftung für Bürger Sinsheim
- Naturkindergarten Göppingen
- Siegmund Space & Education gGmbH Gaiberg
- Stadt Reutlingen
Landesstrategie „BNE-BW 2030“: Vernetzung und Qualität als Schlüssel zum Erfolg
Das 5. Netzwerkforum fand im Rahmen der Aktivitäten zur Umsetzung der Landesstrategie „BNE-BW 2030 (PDF)“ statt, die im November 2022 vom Ministerrat beschlossen wurde. Die Strategie verfolgt drei Kernziele: die strukturelle Verankerung von BNE, die kontinuierliche Qualitätsentwicklung und -sicherung sowie die Stärkung der gesellschaftlichen Sichtbarkeit. Baden-Württemberg setzt dabei auf eine enge Zusammenarbeit von Schulen, Hochschulen, Kommunen, Verbänden und außerschulischen Partnern.
Das BNE-Festival zeigte einmal mehr, dass Baden-Württemberg mit seinem kooperativen Ansatz und der ressortübergreifenden Zusammenarbeit eine Vorreiterrolle in der BNE-Landschaft einnimmt. Die enge Abstimmung zwischen Umwelt- und Kultusministerium sowie die Einbindung von Bund, UNESCO und Zivilgesellschaft machen das Format zu einem bundesweit beachteten Beispiel für gelebte BNE-Praxis.
Quelle:
Gemeinsame Pressemitteilung des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft und des Ministeriums für Kultus Baden-Württemberg

