Carbon Capture and Utilisation – CCU

CO2-Abscheidung und Nutzung

CCU (Carbon Capture and Utilisation) kann dazu beitragen, Kohlenstoff aus CO2 wieder als Rohstoff nutzbar zu machen und fossile Quellen schrittweise zu ersetzen.

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Industrielle Lagertanks und Rohrleitungen

Die CO2-Abscheidung und Nutzung (CCU) ist ein zentraler Baustein des Carbon Managements. CCU-Technologien sind gut für den Klimaschutz und können zugleich einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Industrie weiterhin zuverlässig mit wichtigen Kohlenstoffverbindungen zu versorgen.

Dies betrifft insbesondere Industrien, deren vollständige Dekarbonisierung nach heutigem Stand der Technik noch nicht möglich ist, wie beispielsweise die Zement- und Kalkindustrie, oder Industrien, deren Produkte Kohlenstoffverbindungen sind oder enthalten. Dazu zählt insbesondere die chemische Industrie. Beim Carbon Management kommen je nach Zielsetzung unterschiedliche Ansätze in Betracht: die Abscheidung und Nutzung von CO2 (CCU) beziehungsweise die Abscheidung und Speicherung von CO2 (CCS).

Wie funktioniert CCU?

Ziel von CCU ist es, CO2 nicht als klimaschädliches Gas in die Atmosphäre zu emittieren, sondern in eine sinnvolle Nutzung zu überführen. Durch den entstehenden Kohlenstoffkreislauf sollen insbesondere Industrien, die auf kohlenstoffhaltige Rohstoffe angewiesen sind, zunehmend von der Förderung fossiler Rohstoffe entkoppelt und so langfristig defossilisiert werden. Das gilt beispielsweise für die Herstellung von Chemikalien, Kunststoffen, Lacken, Wasch- und Lösungsmitteln. Neben Biomasse sowie dem mechanischen und chemischen Recycling kohlenstoffhaltiger Stoffe, beispielsweise von Kunstoffen, wird CCU mit CO2 als Kohlenstoffquelle einen signifikanten Beitrag zu einem möglichst weitgehend geschlossenen Kohlenstoffkreislauf leisten.

Wie ergänzen sich CCS und CCU?

CCS und CCU schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich. Beide haben Vor- und Nachteile. CCS dient in erster Linie dem Klimaschutz und ist unverzichtbar, um ansonsten unvermeidbare Emissionen zu vermeiden oder auszugleichen. CCU trägt dagegen durch eine erneute Nutzung des Kohlenstoffs dazu bei, den Einsatz fossiler Rohstoffe zu vermeiden. Damit leistet CCU einen Beitrag zum Klimaschutz und gilt langfristig als unverzichtbare Technologie, um den Kohlenstoffbedarf insbesondere der chemischen Industrie decken zu können.

CCU ermöglicht es, Kohlenstoff nicht als Kohlendioxid zu emittieren, sondern gezielt in den Produktkreislauf zurückzuführen. Dadurch kann perspektivisch ein technischer Kohlenstoffkreislauf aufgebaut und der Einsatz fossiler Rohstoffe, wie zum Beispiel Erdöl, vermieden werden. Dies trägt zudem zur Resilienz unserer Gesellschaft und zur Verringerung bestehender Abhängigkeiten von Drittstaaten bei.

CCU-Technologien „made in the Länd“ treffen zudem, wie andere GreenTech-Technologien auch, auf ein globales Nachfragepotenzial und schaffen so Wachstums- und Exportchancen für die Wirtschaft im Land.

CCU-Potenzialstudie für Baden-Württemberg

Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg hat eine Studie (PDF) beim renommierten nova-Institut in Auftrag gegeben, um die Potenziale von CCU in Baden-Württemberg zu erheben.

Diese Studie zeigt, dass in Baden-Württemberg ein hohes Potenzial für den Einsatz von CCU-Technologien besteht und viele Anbieter fortgeschrittener CCU-Technologien im Land ansässig sind. Die Weiterentwicklung dieser Technologien bietet Chancen für die Wirtschaft und Wissenschaft im Land. Zugleich kann sie dazu beitragen, wichtige, in der Studie identifizierte Sektoren wie die Chemie-, Kunststoff- und Materialindustrie künftig mit notwendigen kohlenstoffbasierten Vorprodukten nicht-fossilen Ursprungs zu versorgen.

Was macht die Landesregierung?

Zur Unterstützung und Begleitung des Carbon Management-Prozesses wurde bei der Landesagentur Umwelttechnik Baden-Württemberg die Carbon Management-Geschäftsstelle eingerichtet. Sie dient der operativen Unterstützung des Carbon Management-Prozesses im Land und befasst sich dabei auch mit dem Thema CCU.

Zur Umsetzung der Landesstrategie Nachhaltige Bioökonomie wurde bei der Umwelttechnik Baden-Württemberg der Innovation Hub CCUBIO eingerichtet, der zum Ziel hat, die Entwicklung und Implementierung biologischer, biotechnologischer und bioinspirierter Verfahren zur CO2-Nutzung über die Vernetzung von Akteuren zu unterstützen.

Über das EFRE-Förderprogramm CCUBIO soll die Errichtung und Umsetzung von Pilot- und Demonstrationsanlagen für das Kohlenstoffrecycling aus CO2-Punktquellen mithilfe biologischer und biohybrider Technologien gefördert werden.