Energiewende

Walker kritisiert Ausschreibungsergebnisse für Back-Up-Kraftwerke

Nur 45 von bundesweit 5162 Megawatt gehen nach Baden-Württemberg. Energieministerin Walker kritisiert die Ausschreibungsergebnisse als fatales Signal für den Süden.

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Gashahn mit Rohrleitungssystem an einer Erdgasstation

Die erste Ausschreibung für Back-Up-Kraftwerke ist für die Bieter aus Baden-Württemberg enttäuschend ausgegangen. Die Bundesnetzagentur hat bundesweit Kapazitäten von circa fünf Gigawatt bezuschlagt, für Kraftwerke, die in Phasen von Dunkel-flauten flexibel einspringen können. Von insgesamt 5.162 Megawatt gehen lediglich 45 Megawatt in den Südwesten. Bayern erhält 269 Megawatt. Zusammen gehen damit nur gut sechs Prozent der bezuschlagten Leistung in die beiden südlichen Länder.

Energieministerin Thekla Walker: „Dieses Ergebnis ist energiepolitisch ein fatales Signal für den Süden und konterkariert die volkswirtschaftlichen Ziele hinter dem Aufbau von Back-Up-Kapazitäten im Stromnetz. Wir brauchen flexible Stromerzeugung durch neue Wasserstofffähige Gaskraftwerke vor allem in Regionen mit hohem Energiebedarf. Statt neuer, moderner Kraftwerke kommen nun mehrere Gebote in Brandenburg und Sachsen mit umgerüsteten alten Kohlekraftwerken zum Zug. Diese werden durch einen geringeren Wirkungsgrad hohe Folgekosten durch mehr Gasimporte verursachen. Der Bund muss deshalb die regionale Steuerung in den kommenden Ausschreibungsrunden deutlich wirksamer ausgestalten, sonst sind in Baden-Württemberg Kohleausstieg, Klimaziele und der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in akuter Gefahr.“

Hintergrund

Die Bundesnetzagentur hatte erstmals neue Gaskraftwerke und Langzeitkapazitäten nach dem Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätsgesetz ausgeschrieben.

In den Ausschreibungen sollten Gebote – nach der Bezuschlagung von einem Drittel des Ausschreibungsvolumens im „netztechnischen Norden“ – im „netztechnischen Süden“ in der weiteren Zuschlagsreihung begünstigt werden. Der „netztechnische Süden“ umfasst die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland.

Die gewünschte Aufteilung von zwei Drittel der Kapazitäten in den Süden, ein Drittel in den Norden spiegelt sich in den Ergebnissen der ersten Ausschreibungsrunde nicht wider.

Lediglich 47 Prozent der bezuschlagten Menge gehen in den „netztechnischen Süden“, auf Bayern und Baden-Württemberg entfallen sogar nur 6,1 Prozent.

In Baden-Württemberg war ein Gebot erfolgreich. Die Stadtwerke Karlsruhe erhalten einen Zuschlag für ein Gasmotorenkraftwerk am Standort des Heizkraftwerks West. Die Anlage ist Wasserstoff-ready ausgelegt und soll bis Ende 2029 in Betrieb gehen.

Die Gaskraftwerke sollen ab 2040 schrittweise auf Wasserstoff umgestellt werden und als Ankerkunden für das in den kommenden Jahren aufzubauende Wasserstoffnetz dienen.

Eine weitere Ausschreibung erfolgt bis 29.12.2026.