Artenschutz

Erfolgsprojekt „Natur nah dran“ wird verlängert

Das Land und der NABU Baden-Württemberg fördern in zehn weiteren Kommunen mehr Artenvielfalt auf öffentlichen Grünflächen. Bewerbungsfrist ist der 15. Januar 2027.

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Blühende „Natur nah dran“-Fläche: Je nach Jahreszeit dominieren unterschiedliche Blühaspekte.

Das erfolgreiche Kooperationsprojekt „Natur nah dran“ des NABU Baden-Württemberg und des Landes Baden-Württemberg wird um ein weiteres Jahr verlängert. 2027 werden zehn weitere Städte und Gemeinden dabei unterstützt, ihre Grünflächen naturnah zu gestalten und wertvolle Lebensräume für Wildbienen, Schmetterlinge, Vögel und viele weitere Tierarten zu schaffen.

Die Verlängerung erfolgt im Rahmen der laufenden Projektstaffel und ist dank sparsamer Verwendung der vorhandenen Projektmittel kostenneutral.

Jetzt für „Natur nah dran“ bewerben

Interessierte Städte und Gemeinden können sich bis zum 15. Januar 2027 zum vorläufig letzten Mal für die Teilnahme am Projekt bewerben. Gesucht werden Kommunen, die ihre öffentlichen Grünflächen ökologisch aufwerten und damit mehr Raum für die biologische Vielfalt schaffen möchten.

„Mit ‚Natur nah dran‘ zeigen wir seit Jahren, wie Kommunen ganz konkret etwas für die biologische Vielfalt tun können. Aus ökologisch wenig wertvollen Rasenflächen, Verkehrsinseln oder Grünstreifen entstehen artenreiche Lebensräume. Dass wir dieses erfolgreiche Projekt nun bis Ende 2028 verlängern, ist ein gutes Signal für die Artenvielfalt und für die Kommunen in unserem Land“, erläutert Umweltministerin Thekla Walker.

„Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, dass ‚Natur nah dran‘ weit über die einzelnen geförderten Flächen hinaus wirkt. Die Kommunen nehmen Wissen und praktische Erfahrungen mit und setzen diese auch auf weiteren Flächen um. Wir freuen uns deshalb sehr, die teilnehmenden Städte und Gemeinden ein weiteres Jahr zu begleiten und gemeinsam mit ihnen an einer naturnahen Gestaltung des Siedlungsraums zu arbeiten“, sagt NABU-Landesvorsitzender Johannes Enssle.

Mehr Raum für Wildbienen, Schmetterlinge und Co.

„Natur nah dran“ unterstützt Städte und Gemeinden fachlich und finanziell bei der ökologischen Aufwertung ihrer Grünflächen. Statt intensiv gepflegter Rasenflächen entstehen beispielsweise artenreiche Blumenwiesen, Wildstaudenflächen und Säume. Davon profitieren zahlreiche Insektenarten und andere Tiere, die im Siedlungsraum auf geeignete Lebensräume angewiesen sind.

Naturnahe Flächen haben dabei nicht nur Vorteile für die Artenvielfalt. Sie können auch einen Beitrag zur Anpassung an die Folgen der Klimakrise leisten: Viele Wildpflanzen kommen mit Hitze und Trockenperioden besser zurecht und benötigen weniger Bewässerung als intensiv gepflegte Grünflächen.

Zum Projekt gehören auch praxisnahe Schulungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der kommunalen Bauhöfe und Gärtnereien. Sie lernen, welche Pflanzen zum jeweiligen Standort passen und wie naturnahe Flächen angelegt und dauerhaft gepflegt werden. Das stärkt die Kompetenzen vor Ort und kann den Kommunen helfen, den Pflegeaufwand langfristig effizienter zu gestalten.

„‚Naturnahe Grünflächen sind innerhalb eines Siedlungsgebietes ein Mehrwert. Sie schaffen wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen und bauen gleichzeitig wichtiges Know-how für die naturnahe Pflege ihrer Grünflächen auf.“, sagt Steffen Jäger, Präsident des Gemeindetags Baden-Württemberg.

Frank Mentrup, Präsident des Städtetags Baden-Württemberg, betont den praktischen Vorteil für die Kommunen: „Naturnahe Grünflächen können nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels leisten. Bei einer standortgerechten Planung und Pflege können sie auch dazu beitragen, den Pflegeaufwand langfristig zu reduzieren. Das ist angesichts begrenzter personeller Ressourcen in den kommunalen Gartenbauämtern und Baubetriebshöfen ein wichtiger Vorteil.“

Erfolgreiches Modell für Kommunen

Wie nachhaltig der Ansatz wirkt, zeigt die bisherige Bilanz: Seit 2016 wurden 136 Kommunen in Baden-Württemberg unterstützt. Auf den geförderten Flächen wurden fast 300.000 Quadratmeter naturnah entwickelt. Viele Kommunen haben darüber hinaus aus eigener Initiative weitere Flächen nach dem Vorbild des Projekts umgestaltet.

„Das ist ein besonders schöner Erfolg des Projekts: Die Kommunen setzen das erworbene Wissen auch über die eigentliche Förderung hinaus ein“, sagt Projektleiter Martin Klatt vom NABU. „So entstehen immer mehr naturnahe Flächen im Siedlungsraum, und damit wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen.“

Online-Bewerbungssprechstunde

Für Kommunen finden am 11.11.2026 von 14:00 bis 15:30 Uhr und am 01.12.2026 von 10:00 bis 11:30 Uhr Online-Sprechstunden statt, in denen das NABU-Team Fragen zum Bewerbungsverfahren beantwortet. Interessierte Mitarbeitende der Städte und Gemeinden können sich dazu ab sofort anmelden unter Online-Bewerbungssprechstunde.

NABU-Projekt „Natur nah dran 2.0“

Das NABU-Projekt „Natur nah dran 2.0“ wird gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Ziel ist es, Städte und Gemeinden mit Rat und Tat dabei zu unterstützen, Grünflächen im Sinne der Biodiversität umzugestalten. Die Kommunen erhalten fachliche Beratung bei der Planung und Umsetzung sowie praxisnahe Schulungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der kommunalen Bauhöfe und Gärtnereien.

Fotos naturnaher Blühflächen finden Sie unter „Natur nah dran“-Download.

Einen Überblick über alle geförderten Kommunen gibt es unter Die „Natur nah dran“-Kommunen.

Quelle:

Gemeinsame Pressemitteilung Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft und NABU Baden-Württemberg