Artenmanagement

Asiatische Hornisse wieder aktiv: Königinnen und Nester melden

Mit den frühlingshaften Temperaturen erscheinen die ersten Exemplare der Asiatischen Hornisse in Baden-Württemberg. Die Bevölkerung wird gebeten, gesichtete Tiere und Nester zu melden.

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Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) beim Nestbau
Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) beim Bau eines so genannten Gründungs- beziehungsweise Primärnestes im Frühjahr

Mit den frühlingshaften Temperaturen erscheinen die ersten Exemplare der Asiatischen Hornisse in Baden-Württemberg, zum jetzigen Zeitpunkt sind das die Königinnen. Die Bevölkerung wird gebeten, gesichtete Tiere und Nester zu melden. Die frühzeitige Entfernung der Nester hilft, die Etablierung und Ausbreitung der invasiven gebietsfremden Art einzudämmen.

Nester häufig im Siedlungsbereich

Die Asiatische Hornisse breitet sich seit einigen Jahren in Deutschland und auch in großen Teilen Baden-Württembergs aus. Sie stellt insbesondere eine Gefahr für Honigbienen und somit die Imkerei, aber auch für den Obst- und Weinbau dar. Zudem können ihre Stiche allergische Reaktionen auslösen. Die Königinnen suchen derzeit geschützte Stellen für die Anlage ihres Nestes auf. Häufig finden sich diese kleinen, etwa golfballgroßen Nester dann im Siedlungsbereich, zum Beispiel unter Dachvorsprüngen, in Garagen und Hütten oder in Aufbewahrungsboxen für Gartenmöbel. Können diese Nester samt Königin jetzt entfernt werden, wird die spätere Entstehung eines großen Nestes mit mehreren tausend Arbeiterinnen kostengünstig und effektiv verhindert. 

„Meldeplattform Asiatische Hornisse“ des Landes nutzen

Das Umweltministerium und das Landwirtschaftsministerium Baden-Württemberg bitten die Bevölkerung um Mithilfe. Über die „Meldeplattform Asiatische Hornisse“ der Landesanstalt für Umwelt (LUBW) können Sichtungen von Königinnen oder Nestern unkompliziert gemeldet werden. Dies kann über die Homepage der LUBW erfolgen oder über die „Meine Umwelt App“. Eingehende Meldungen werden im Auftrag des Landes von der Landesanstalt für Bienenkunde (LAB) an der Universität Hohenheim gesichtet und verifiziert. Meldende erhalten dann umgehend Informationen zum Fang der Königin und zur Entfernung des Nestes.

Landwirtschaftsministerium unterstützt bei Nestentfernung

Für die Entfernung von so genannten Primärnestern mit Arbeiterinnen im Frühjahr hat das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Mittel in Höhe von 95.000 Euro zur Verfügung gestellt. So kann vom 1. Mai bis zum 31. Juli eine Förderung in Höhe von 60 Euro für jede Entfernung eines Primärnestes auf Nachweis ausbezahlt werden. Nestentfernungen dürfen aufgrund der Stichgefahr nur durch geschulte und sachkundige Personen mit geeigneter Schutzausrüstung erfolgen. Im letzten Jahr konnten rund 150 Personen dafür im Auftrag des Landes ausgebildet werden. Diese Schulungen werden in 2026 fortgeführt, um ein möglichst großes Netzwerk an sachkundigen Personen für Nestentfernungen in Baden-Württemberg aufzubauen.

Die Bezuschussung der Entnahme von Primärnestern richtet sich an qualifizierte und bei der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim registrierte Nestentferner oder Schädlingsbekämpfer, damit diese eine kostenlose Nestentfernung anbieten können. Eine Rechnung darf dem Auftraggeber bei Inanspruchnahme der Förderung nicht ausgestellt werden. Der Auftraggeber sollte mit dem Nestentferner vorab klären, ob dieser an der Förderung teilnimmt und die Nestentnahme somit kostenfrei ist. Eine Auszahlung an den Auftraggeber wird nicht gewährt. Nach Entnahme des Nestes reicht der Nestentferner den entsprechenden Nachweis beim Landesverband Badischer Imker e.V. ein und bekommt von diesem am Ende des Förderzeitraums die Förderung ausbezahlt.

Keine Fallen einsetzen

Derzeit werden unterschiedliche Fallen zum Fang von Asiatischen Hornissen im Handel angeboten. Es hat sich allerdings gezeigt, dass diese in der Regel nicht selektiv sind und neben Asiatischen Hornissen auch heimische Arten wie die besonders geschützte Europäische Hornisse oder Honigbienen fangen. Deshalb dürfen solche Fallen nicht eingesetzt werden.

2025 wurden knapp 3300 Nester der Asiatischen Hornisse in Baden-Württemberg gemeldet. Das sind mehr als doppelt so viele Nester wie 2024. Von einer weiteren Ausbreitung und einer steigenden Anzahl von Nestern ist trotz zahlreicher Bekämpfungsmaßnahmen auszugehen.

Weitere Informationen

Informationen zur Asiatischen Hornisse, zum Beispiel zur Unterscheidung von anderen (heimischen) Arten und zur Bekämpfung, gibt es hier: Landesanstalt für Bienenkunde: Die Asiatische Hornisse – Vespa velutina

Meldungen sind möglich über die „Meldeplattform Asiatische Hornisse“ oder über die „Meine Umwelt App“.

Eine Karte der aktuellen Einzelnachweise und Nester sowie den Nachweisen aus 2025 findet sich unter Asiatische Hornisse: Fundortkarte.

Informationen zur Bezuschussung der Entnahme von Primärnestern durch das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz.

Quelle:

Gemeinsame Pressemitteilung Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft und Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg