Heizungstausch – ein Entscheidungsbaum

Vom kommunalen Wärmeplan zur eigenen Heizung

Was bedeutet die kommunale Wärmeplanung Ihrer Stadt oder Gemeinde für Ihren Heizungstausch? Der folgende Entscheidungsbaum gibt Ihnen Orientierung für Ihre Heizungsentscheidung.

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A technician uses a tablet to demonstrate heat pump features to a couple outdoors.

Über die kommunale Wärmeplanung haben viele Kommunen bereits eine Grundlage für die zukünftige Wärmeversorgung geschaffen. Für Ihren Heizungstausch ist es daher wichtig zu wissen, ob für Ihre Stadt oder Gemeinde bereits ein kommunaler Wärmeplan vorliegt und welche Wärmeversorgung darin für Ihr Gebiet vorgesehen ist.

Gibt es bereits einen kommunalen Wärmeplan in meiner Stadt/Gemeinde?

Bis zum 30. Juni 2028 sind nach der Bundesgesetzgebung gemäß Paragraf 4 Wärmeplanungsgesetz (WPG) alle Städte und Gemeinden verpflichtet, einen Wärmeplan vorzulegen. Baden-Württemberg ist bei der kommunalen Wärmeplanung bereits früh vorangegangen: Die Stadtkreise und Großen Kreisstädte waren bereits bis Ende Dezember 2023 zur Abgabe verpflichtet. Auch zahlreiche kleinere Gemeinden haben ihre Wärmeplanung bereits abgeschlossen.

Grundsätzlich gilt: Ein Wärmeplan gibt Orientierung, hat aber keine rechtliche Verbindlichkeit und begründet keine Rechtsansprüche. Es handelt sich um ein strategisches Planungsinstrument der Gemeinde, das aufzeigt, wie im Wärmebereich die Klimaneutralität bis 2040 erreicht werden soll. Mehr zum Thema kommunale Wärmeplanung finden Sie unter: Kommunale Wärmeplanung.

Wo finde ich Informationen zum Stand der kommunalen Wärmeplanung in meiner Stadt/Gemeinde?

  • Die Städte und Gemeinden sind zur Veröffentlichung ihres Wärmeplans verpflichtet. Auf der jeweiligen Internetseite Ihrer Stadt oder Gemeinde finden Sie daher Informationen zum aktuellen Stand der Wärmeplanung beziehungsweise den gegebenenfalls bereits fertiggestellten Wärmeplan.
  • Eine Übersicht zum aktuellen Stand der Wärmeplanungen bietet zudem der Energieatlas der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW).

Liegt für Ihre Stadt oder Gemeinde bereits ein kommunaler Wärmeplan vor?

Nein, es gibt bisher keinen fertigen Wärmeplan.

Was können Sie tun? Fragen Sie bei Ihrem örtlichen Energieversorger, Stadtwerk oder auch der Gemeinde, ob Ihre Straße in einem potenziellen Wärmenetz(ausbau)gebiet liegt. Erkundigen Sie sich auch, ob es gegebenenfalls Überbrückungs­optionen gibt, wenn die eigene Heizung nicht mehr genutzt werden kann. Oder informieren Sie sich bei einer Energieberaterin oder einem Energieberater über dezentrale Heizungslösungen.

Bei Zukunft Altbau können Sie nach unabhängigen Energieberaterinnen und Energieberatern suchen. Kostenfreie Erstberatungen bieten alle regionalen Energie- und Klimaschutzagenturen in Baden-Württemberg an, die ebenfalls auf der Seite von Zukunft Altbau zu finden sind.

Auch die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg bietet eine Energieberatung an.

Ja, es gibt einen kommunalen Wärmeplan.

Prüfen Sie im Wärmeplan, in welchem Gebiet Ihre Straße liegt:

Was sollten Sie beim Heizungstausch außerdem berücksichtigen?

Beim Heizungstausch stellen sich neben der Wahl der passenden Wärmeversorgung auch Fragen zu Fördermöglichkeiten, weiteren Sanierungsmaßnahmen und Beratungsangeboten.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es für den Heizungstausch?

Vielleicht haben Sie bereits gehört, dass es ein Bundesförderprogramm für den Heizungstausch gibt. Informationen zu den Fördermöglichkeiten der „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Der Bund stellt sowohl für erneuerbare Heizungen als auch für die Sanierung Fördermittel bereit.

Welche Rolle spielt die energetische Sanierung?

Je besser Ihr Haus gedämmt ist, desto kleiner kann die neue Heizung ausfallen, von der Gasheizung mit Biogastarif über die Wärmepumpe bis zum Wärmenetzanschluss. Das spart Investitionskosten und dauerhaft Betriebskosten. Daher ist es sinnvoll, vor dem Heizungstausch zu überlegen, ob auch eine energetische Sanierung der Gebäudehülle möglich ist, zum Beispiel ein Fenstertausch oder eine Dämmung der Fassade, des Daches und der Kellerdecke.

Welche Beratungsangebote gibt es?

Unterstützung bei der Frage nach energetischen Sanierungen Ihrer Immobilie bieten Ihnen Energieberaterinnen und Energieberater. Gefördert werden solche Analysen von der Bundesregierung durch das Förderprogramm für individuelle Sanierungsfahrpläne. Detaillierte Informationen dazu bietet das Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Unabhängige Energieberaterinnen und Energieberater finden Sie bei Zukunft Altbau, finanziert durch das Umweltministerium sowie über die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg oder Ihre regionale Energieagentur vor Ort.