In den Regionen Rastatt/Baden-Baden und Mannheim wurden mehr als tausend Hektar Ackerfläche und infolgedessen auch das Grundwasser mit PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) verunreinigt. Ursache ist nach derzeitigem Kenntnisstand für die überwiegende Zahl der Ackerflächen der Einsatz von mit Papierschlämmen versetztem Kompost.
Seit 2013 arbeiten die Vollzugsbehörden an der Aufarbeitung des Schadensfalls. Die umgesetzten Maßnahmen betreffen den Schutz der Bevölkerung vor einer gesundheitsschädlichen PFAS-Belastung, großflächige Boden- und Grundwasseruntersuchungen, ein öffentliches PFAS-Grundwassermodell sowie zahlreiche Forschungsvorhaben zum Verständnis und Umgang mit PFAS. Außerdem fördert das Land über die Förderrichtlinie Wasserversorgung Maßnahmen zur Aufbereitung von Trinkwasser durch die Wasserversorger in der Region.
Für die Bevölkerung besteht durch diese umfangreichen Maßnahmen zum Verbraucherschutz nach aktuellem Wissensstand weder eine Gefährdung durch Trinkwasser aus der öffentlichen Wasserversorgung noch durch den Verzehr von Lebensmitteln, die in der Region angebaut werden.
Zur Bewältigung der Aufgaben wurden beträchtliche finanzielle Mittel der öffentlichen Hand bereitgestellt: Bis Mitte 2025 betrugen die Ausgaben der öffentlichen Hand hierfür rund 26 Millionen Euro. Davon entfielen über 21 Millionen Euro auf Mittel des Landes Baden-Württemberg.
Mit diesen Mitteln wurden (auch landesweite) Untersuchungs- und Forschungsprojekte gefördert. Zudem wurden in den Regionen Rastatt/Baden-Baden und Mannheim Maßnahmen der Wasserversorger, der Landwirtschaft, der Lebensmittelüberwachung und der Blutkontrolluntersuchungen ermöglicht.
Die Stadt- und Landkreise in den betroffenen Regionen haben Sachmittel von fast fünf Millionen Euro für Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und Untersuchungen von Boden und Wasser bereitgestellt.
Forschung zu innovativen Sanierungsverfahren
Das Umweltministerium fördert mit 1,2 Millionen Euro das Forschungsvorhaben SPIRIT – Strategien für die PFAS in-situ-Reinigung mittels innovativer Technologien. Untersucht werden Ansätze, die möglicherweise auch auf den mit PFAS verunreinigten Bodenflächen in den Regionen Rastatt/Baden-Baden und Mannheim zum Einsatz kommen könnten. Das Ziel: eine Methode zu entwickeln, welche ohne Bodenaushub die PFAS dauerhaft aus den Böden in der Oberrheinebene entfernen könnte.
Projektpartner sind die Versuchseinrichtung zur Grundwasser- und Altlastensanierung (VEGAS) der Universität Stuttgart in Zusammenarbeit mit dem DVGW-Technologiezentrum Wasser (TZW).
In dem Forschungsvorhaben werden drei erfolgversprechende Ansätze zur in-situ-Sanierungstechnologie für die Böden in der Oberrheinebene untersucht. In einer ersten Projektphase werden diese Technologien zunächst im Labor getestet. Dabei wird versucht, ob PFAS-Vorläufersubstanzen durch Wärmezufuhr vom Boden gelöst (thermische Desorption) oder durch beschleunigte mikrobielle Transformation mobilisiert, aufgefangen und entfernt werden können. Ebenso wird untersucht, ob das Grundwasser unter den Böden durch geeignet platzierte Drainagen im Boden geschützt werden kann.
In einer zweiten Projektphase sollen die erfolgreich im Labor angewandten Ansätze in Feldversuchen im Landkreis Rastatt sowie im Stadtkreis Baden-Baden getestet werden. Ergebnisse der Phase 1 werden im Februar 2027 erwartet.
Sachstandsbericht über die PFAS-Verunreinigung in den Regionen Rastatt/Baden-Baden und Mannheim
Der Bericht gibt einen Überblick über den aktuellen Stand des PFAS-Schadenfalls, die bis Oktober 2025 umgesetzten Maßnahmen und einen Ausblick auf den weiteren Umgang mit der Verunreinigung.
Sachstandsbericht (PDF, 2025) herunterladen