Der „Preisbericht für den Energiemarkt in Baden-Württemberg 2025“ liefert einen detaillierten Überblick zur Entwicklung der Energiepreise in Baden-Württemberg und Deutschland, sowie einen internationalen Vergleich. Die Märkte für Strom, Wärme, Gas und Öl liegen hierbei im Fokus. Der Energiepreisbericht wurde durch das Leipziger Institut für Energie im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg erstellt.
Der Energiepreisbericht 2025 gliedert sich in folgende Teile:
- Historische Betrachtung der Preisentwicklungen bis einschließlich 2025
- Kostenentwicklung für Haushalte und Industrie (nach Branchen)
- Einschätzungen der Preisentwicklungen bis 2030
- Metastudie zu langfristigen Energiepreisentwicklungen
Einzelne Ergebnisse im Überblick
Nachdem der Stromgroßhandelspreis im Jahr 2022 infolge der Energiekrise in der Ukraine einen historischen Höchststand erreicht hatte, gingen die Preise in den Jahren 2023 und 2024 deutlich zurück. Im Jahr 2025 gab es eine leichte Preissteigerung beim Großhandelspreis. Die Strompreise für Haushalte sind weiter gesunken.
Verbraucherinnen und Verbraucher profitieren vom Preistrend vor allem, wenn sie gezielt wechseln. 22 Prozent der Haushaltskunden befinden sich nach wie vor in der Grundversorgung. Durch einen Wechsel in den günstigsten verfügbaren Tarif ohne Vorkasse konnten Haushalte in Baden-Württemberg 12,81 ct/kWh einsparen.
Der nominale durchschnittliche Jahrespreis für Fernwärme ist seit 2021 gestiegen. Inflationsbereinigt blieb der Fernwärmepreis 2025 gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert.
Die Preise für Holzpellets sind im Jahr 2025 um 22 Prozent gestiegen. Gründe waren insbesondere gestiegene Rohholz- und Restholzpreise, höhere Transport- und Logistikkosten, eine hohe Nachfrage sowie regional begrenzte Rohstoffverfügbarkeiten.
Bei den Wärmeerzeugungssystemen der Haushalte bestehen erhebliche Unterschiede in den laufenden Verbrauchskosten. Im Jahr 2025 verursachen Fernwärmeheizungen die höchsten Energiekosten. Die niedrigsten laufenden Verbrauchskosten weisen Pelletheizungen auf, gefolgt von Heizölheizungen und Wärmepumpen.
Nach den starken Preissteigerungen der Jahre 2022 und 2023 haben sich die Kosten für Erdgas, Heizöl und Pellets deutlich entspannt, während die Fernwärmepreise aufgrund ihrer zeitverzögerten Preisbildung auf einem vergleichsweise hohen Niveau verbleiben.
Im Jahr 2022 erreichten die Erdgaspreise aufgrund der Energiekrise in der Ukraine und des Lieferstopps für russisches Erdgas historische Höchststände. In den folgenden Jahren entspannte sich die Situation, da alternative Lieferwege erschlossen und die Gasspeicher wieder aufgefüllt wurden. Lag der Jahresdurchschnittspreis für importiertes Erdgas im Jahr 2022 noch bei 9 ct/kWh, so sank er im Jahr 2025 auf 3,85 ct/kWh (2024: 3,73 ct/kWh). Im europäischen Vergleich zeigt sich, dass das Gaspreisniveau für Haushalte in Deutschland nur geringfügig über dem europäischen Durchschnitt lag.
Der Durchschnittspreis für Rohöl ist im Jahr 2025 gesunken. Die Preise für Heizöl und Kraftstoffe sind eng an die Entwicklung der Rohölpreise gekoppelt, so dass Schwankungen der Importpreise in der Regel zeitnah auf die Heizöl- und Kraftstoffmärkte durchschlagen. Die Heizölpreise sind 2025 gesunken.
Einschätzungen zukünftiger Preisentwicklungen
Die Prognosen bis 2030 zeigen eine weitgehende Normalisierung der Energiemärkte, jedoch keine Rückkehr zum Preisniveau vor der Energiekrise. Während sich die internationalen Rohstoff- und Großhandelsmärkte beruhigt haben, verhindern steigende Netzentgelte, die fortschreitende CO2-Bepreisung, höhere Infrastrukturkosten sowie regulatorische Anforderungen einen entsprechenden Rückgang der Endverbraucherpreise.
Die Entwicklung der Energiepreise wird folglich künftig zunehmend durch politische und regulatorische Rahmenbedingungen sowie die Transformation des Energiesystems bestimmt und weniger durch die eigentlichen Beschaffungskosten der Energieträger.
Da sich ändernde politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen auf nationaler und internationaler Ebene stark auf die Preisentwicklung auswirken, gibt es erhebliche Unsicherheiten bei der Prognose von Energiepreisen.
