Netzausbau

Zentral oder dezentral? Beides!

Neue Netze braucht das Land

Im Zeitalter erneuerbarer Energien müssen nicht nur konventionelle Kraftwerke und Speicher die Versorgungssicherheit gewährleisten, sondern auch neue Stromnetze. Warum deren Ausbau notwendig ist, zeigt ein Blick auf die Veränderungen im Energiesystem.

Das heutige Energiesystem entstand zur Zeit der Industrialisierung: Fossile Großkraftwerke wurden in der Nähe von oder direkt in Ballungszentren gebaut, also da, wo am meisten Strom verbraucht wurde – beispielsweise im Ruhrgebiet. Oder aber Kohlekraftwerke wurden an Flüsse gebaut. Beides hatte wirtschaftliche Gründe: Kurze Wege bedeuten geringe Transportkosten, und auf Flüssen lässt sich Kohle verhältnismäßig günstig und in große Mengen zu den Kraftwerken transportieren.

Die Rahmenbedingungen ändern sich

Fossile Großkraftwerke können immer Strom produzieren, insbesondere dann, wenn er am meisten benötigt wird („Lastspitzen"). Strom aus erneuerbaren Energien hingegen fluktuiert: Wenn der Wind bläst, wird Strom produziert, ob der Bedarf da ist oder nicht. Das führt beispielsweise dazu, dass zu besonders windreichen Zeiten, wenn gleichzeitig wenig Strom vor Ort abgenommen werden kann, der von Windkraftanlagen erzeugte Strom die Netzkapazitäten überfordert.

Dann ist das immer und ausnahmslos notwendige Gleichgewicht zwischen Einspeisung (Erzeugung) und Ausspeisung (Verbrauch) in Gefahr – und damit die Versorgungssicherheit. Es fehlen notwendige Kapazitäten der Übertragungsnetze, die den Strom bei starkem Wind und geringem Verbrauch im Norden und Osten in ausreichendem Umfang in die wirtschaftlichen Ballungszentren im Süden und im Westen bringen.

Nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa soll der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung steigen – bis zum Jahr 2020 auf 20 Prozent. Entsprechend müssen die bestehenden grenzüberschreitenden Netze ausgebaut werden, um die Energieversorgung gesamteuropäisch zu sichern. Ausbaubedarf gibt es auf allen Netzebenen. Die Übertragungsnetze der vier Betreiber 50Hertz Transmission, Amprion, Tennet TSO und TransnetBW (für Baden-Württemberg) transportieren den Strom mit der Höchstspannung von 220 bis 380 Kilovolt über weite Strecken zu den Verbrauchsschwerpunkten. Die Verteilnetzebene mit Hoch-, Mittel- und Niederspannungsebenen gehört bundesweit rund 880 Netzbetreibern. Sie verteilen den Strom immer feingliedriger bis zum Endverbraucher.

 

  • Unser Stromnetz

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    Unser Stromnetz hat verschiedene Ebenen: Zunächst das Übertragungsnetz (Höchstspannung) ...

  • Unser Stromnetz

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    ... das überregionale Verteilnetz (Hochspannungsebene) ...

  • Unser Stromnetz

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    ... das regionale Verteilnetz (Mittelspannung) ...

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    ... und das lokale Verteilnetz (Niederspannung), das den Strom bis zum Endverbraucher transportiert. 

  • Unser Stromnetz

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    Hier sehen Sie alle Netzebenen im Überblick.

Netzausbau – der Bedarf

Wo, welche und wie viele Übertragungsnetze aus- und neu gebaut werden, wird in einem mehrschrittigen Planungsverfahren unter Mitwirkung der Bevölkerung festgelegt. Das Ergebnis dieses Verfahrens ist der Netzentwicklungsplan, der die Optimierungs-, Verstärkungs- und Ausbaumaßnahmen der Übertragungsnetze für die nächsten zehn Jahre enthält und jährlich fortgeschrieben wird.

Der Netzentwicklungsplan 2012 ist Grundlage für das Bundesbedarfsplangesetz, das im Juli 2013 in Kraft getreten ist. Es umfasst 36 energiewirtschaftlich notwendige Leitungsbauvorhaben, sieben davon zum Teil landesübergreifend in Baden-Württemberg. Sie sind die Basis für die Trassenkorridore, in denen die Leitungen einmal verlaufen sollen.

Länderübergreifende Trassen werden dabei in der sogenannten Bundesfachplanung durch die Bundesnetzagentur genehmigt. Für Projekte innerhalb Baden-Württembergs findet ein Raumordnungsverfahren mit anschließendem Planfeststellungsverfahren bei den Regierungspräsidien statt.

(Quelle: www.50-80-90.de)


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Externe Links

Netzentwicklungspläne und Umweltbericht

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