Geothermie

Erdwärme

Oberflächennahe Geothermie

  • Wärme aus der Tiefe zum Heizen

Im Mix aus Wasserkraft, Windenergie, Photovoltaik und Biomasse hat die Nutzung der Erdwärme mit Erdwärmesonden, Erdwärmekollektoren oder Grundwasserwärmepumpen noch einen sehr geringen Anteil. Im Neubaubereich werden aber zunehmend Anlagen zur Nutzung von Erdwärme zur Bereitstellung von Niedertemperaturwärme realisiert. So sind in den letzten Jahren in Baden-Württemberg rd. 3000 Erdwärmesondenanlagen pro Jahr neu gebaut worden.

Berücksichtigt man, dass der Wirkungsgrad unserer Kraftwerke zur Stromerzeugung bei ca. 35 % liegt, so ist für Erdwärmesonden eine Jahresarbeitszahl von > 3.0 erforderlich, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die Jahresarbeitszahl ermittelt sich aus der Wärmeenergie am Ausgang der Wärmepumpe geteilt durch die zugeführte elektrische Leistung. Wenn im Betrieb von Erdwärmesonden- und Grundwasserwärmepumpenanlagen Jahresarbeitszahlen um 4 und darüber erreicht werden, kann von einem wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz gesprochen werden.

Rechtliche Grundlagen zur Nutzung von Grundwasser

Das Grundwasser unterliegt zahlreichen Nutzungs- und Interessenkonflikten. Die rechtliche Grundlage für Eingriffe und Nutzungen in das Grundwasser sind das Wasserhaushaltsgesetz und das Wassergesetz Baden-Württemberg. Oberster Grundsatz ist, dass Arbeiten zum Erschließen des Grundwassers zu untersagen sind, wenn mit einer nachteiligen Veränderung des Grundwassers zu rechnen ist. Das Grundwasser wird in erster Linie zur ortsnahen, öffentlichen Trinkwasserversorgung verwendet. Jeder Schaden im Grundwasser erhöht die Aufbereitungskosten und damit die Gebühren für das Trinkwasser. Deshalb hat die öffentliche Wasserversorgung Vorrang vor der privaten Nutzung des Grundwassers.

Qualitätsoffensive zum Bau und Betrieb von Erdwärmeanlagen

Vor diesem Hintergrund hat das Umwelt- und das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg bereits 2008 eine Qualitätsoffensive zum Bau und Betrieb von Erdwärmeanlagen gestartet. Zusammen mit anderen Bundesländern, den Verbänden und der Industrie soll die Zertifizierung der Bohrunternehmen weiter verbessert und die Bohrungen besser überwacht werden. Als Wärmeträgermedien sollen nur nicht wassergefährdende Stoffe verwendet und die Anlagenteile der gesamten Anlage weiter optimiert und besser aufeinander abgestimmt werden. Außerhalb von Wasserschutzgebieten können auch Wärmeträgermedien der Wassergefährdungsklasse I eingesetzt werden.

Die neuen Leitfäden des Umweltministeriums Baden-Württemberg nehmen die Qualitätsoffensive auf und setzen diese um. So sind im Leitfaden zur Nutzung der Erdwärme mit Erdwärmekollektoren Dichtschichten unter dem Kollektor nachzuweisen und die Dichtheit des Systems durch den Betreiber wiederkehrend zu überprüfen und zu dokumentieren. Im Leitfaden zur Nutzung der Erdwärme mit Grundwasserwärmepumpen ist in der Wasserschutzgebietszone IIIB ein Zwischenkreislauf mit Wasser in die Anlage einzubauen, der zulässige Temperaturentzug des Grundwassers ist einzuhalten und die Rückleitung in das Grundwasser hat entsprechend den Regeln der Technik zu erfolgen. Außerdem ist eine einfache Berechnung der thermischen und hydraulischen Auswirkungen auf die Nachbargrundstücke mit dem Antrag vorzulegen, um mögliche Beeinträchtigungen der Unterlieger zu vermeiden.

Nutzung der Erwärme mit Erdwärmesonden

Bezüglich der Nutzung der Erdwärme mit Erdwärmesonden haben die Länder zusammen mit den Verbänden Möglichkeiten zur Qualitätsverbesserung diskutiert. Darüber hinaus wollen die Zertifizierungsstellen, die die Bohrfirmen nach dem DVGW Arbeitsblatt A120 zertifizieren, enger zusammenarbeiten und die Bohrfirmen unangekündigt vor Ort überprüfen.


LQS EWS

Qualitätssicherung Erdwärmesonden

Die LQS EWS regeln generelle und spezifische, der Geologie angepasste Anforderungen, bei der Herstellung von Erdwärmesondenanlagen.Zu den Leitlinien

Leitfäden

Nutzung der Erdwärme mit Grundwasser-wärmepumpen

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Nutzung von Erdwärme mit Erdwärmesonden

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Nutzung der Erdwärme mit Erdwärme-kollektoren

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Publikationen

Broschüren und Flyer

zum Thema „Geothermie“ Mehr

Weitere Informationen

Informationssystem Oberflächennahe Geothermie für Baden-Württemberg (ISONG)

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Ausstellung über Geothermie

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Fracking: Gewinnung von Erdöl und Erdgas

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Erneuerbare-Wärme-Gesetz

Ab 1. Januar 2010 muss bei einem Heizanlagenaustausch in Wohngebäuden 10 Prozent der Wärme mit erneuerbaren Energien erzeugt werden.Mehr

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