Rohstoffe und Energieträger intelligent nutzen

Landesstrategie Ressourceneffizienz

Weniger Abfall in der Produktion schont die Ressourcen und spart Materialkosten.

Die Landesregierung hat in ihrer Koalitionsvereinbarung Ressourceneffizienz zum Leitmotiv politischen Handelns erklärt. Sowohl aus ökologischer als auch ökonomischer Sicht ist die intelligente Nutzung knapper Rohstoffe und Energieträger geboten. Die Landesstrategie Ressourceneffizienz vom 1. März 2016 schafft einen konzeptionellen Rahmen mit klaren Zielen für die Landespolitik. Sie bündelt und vernetzt bestehende Maßnahmen und ist die Grundlage für neue Initiativen zur Stärkung der Ressourceneffizienz.

Die Ziele der Landesstrategie

  • Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch unter Beibehaltung und Ausbau des hohen Anteils am produzierenden Gewerbe sowie Erhalt der baden-württembergischen Wirtschaftsstruktur
  • Unterstützung des Ziels der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, die Rohstoffproduktivität im Zeitraum 1994 bis 2020 zu verdoppeln
  • Entwicklung Baden-Württembergs zum Leitmarkt und zum Leitanbieter von Ressourceneffizienztechnologien
  • sichere Versorgung der Wirtschaft mit Rohstoffen durch effizientere Gewinnung von Primärrohstoffen und der Erhöhung des Anteils an Sekundärrohstoffen

Um diese Ziele zu erreichen, hat die Landesstrategie insgesamt 31 konkrete Maßnahmen in den fünf Aktionsfeldern „Innovation und Technologieentwicklung“, „Material- und Energieeffizienz in Unternehmen“, „Nachhaltige Rohstoffgewinnung und sichere Rohstoffversorgung der Wirtschaft“, „Sekundärrohstoffe nutzen und Kreislaufwirtschaft stärken“ sowie „Indikatoren, Mess- und Kenngrößen“ identifiziert. Die Maßnahmen reichen von anwendungsorientierten Forschungsvorhaben, über Information und Unterstützung von Unternehmen bis hin zu ordnungsrechtlichen Maßnahmen im Bereich der Abfallverbringung.

Ergebnisse und Fortschreibung

Im April 2019 stellte das Umweltministerium das Monitoring der Landesstrategie Ressourceneffizienz im Kabinett vor. Der Bericht beschreibt, wie weit die einzelnen Maßnahmen der Strategie schon umgesetzt sind und zeigt die vielfältigen Aktivitäten der Landesregierung im Bereich der Ressourceneffizienz auf, wie zum Beispiel:

  • Einrichtung des THINKTANK „Industrielle Ressourcenstrategien“:
    2018 hat die Landesregierung gemeinsam mit Wirtschaft und Wissenschaft den THINKTANK Industrielle Ressourcenstrategien ins Leben gerufen. Der THINKTANK ist unabhängiger Vordenker wichtiger Trends und Innovationen von technologisch-strategischen Fragestellungen auf nationaler und internationaler Ebene zur Ressourceneffizienz, -nutzung und -politik. Er analysiert Trends auf wissenschaftlicher Basis für Politik und Industrie, zeigt Entwicklungen neuer Geschäftsmodelle auf und unterstützt Politik und Wirtschaft bei der strategischen Entscheidungsfindung.
     
  • Umsetzung vielfältiger Aktivitäten zum Leitbild der Ultraeffizienzfabrik:
    Mit dem Konzept der Ultraeffizienzfabrik wurde ein Ansatz entwickelt, wie industrielle Unternehmen zu nachhaltigem Handeln gelangen können. Im Kern geht es bei dem Modell der Ultraeffizienzfabrik um eine ganzheitliche Betrachtung der Produktion und ihres Umfeldes. Dabei sollen in den fünf Handlungsfeldern Energie, Material, Emissionen, Mensch und Organisation und unter Betrachtung der Wechselwirkungen alle Optimierungspotenziale erschlossen werden. In zahlreichen Forschungsprojekten werden konkrete Anwendungsfelder der Ultraeffizienzfabrik erprobt und weiterentwickelt. Das Konzept der Ultraeffizienzfabrik entstand im Rahmen eines Forschungsprojektes, das das Umweltministerium gefördert hat.
     
  • Projekt 100 Betriebe für Ressourceneffizienz:
    In der Initiative „100 Betriebe für Ressourceneffizienz“ werden Einsparpotenziale im Material- und Energiebereich anhand von konkreten Beispielen in Unternehmen aufgezeigt und veröffentlicht. Eine Darstellung der 100 ausgewählten Betriebe ist in zwei Buchbänden, erschienen im Springer-Verlag, bereits erfolgt. Die konkreten Unternehmensbeispiele aus den verschiedensten Branchen zeigen detailliert auf, wie Ressourceneffizienz gelebt werden kann, welche Nutzen sich für die jeweiligen Unternehmen und die Umwelt ergeben. Auf diese Weise werden auch andere Unternehmen zur Steigerung ihrer Ressourceneffizienz inspiriert und motiviert. Aufbauend auf diesen Ergebnissen sollen weitere Unternehmen in die Initiative aufgenommen und der Austausch zwischen den Unternehmen gestärkt werden.
     
  • Portal PURE-BW:
    Die Umwelttechnik BW hat mit dem Portal PURE BW einen Fokuspunkt für Informationen rund um die Themen Umwelttechnik und Ressourceneffizienz geschaffen. Ziel ist der schnelle Zugang zu gesuchtem Wissen für unterschiedliche Interessensgruppen.