IDEENVIELFALT STATT RESSOURCENKNAPPHEIT

Ressourceneffizienz und Umwelttechnik

Das Wachstum der Weltbevölkerung und das schnelle Wirtschaftswachstum in Schwellenländern geht mit einem stetig steigenden Bedarf an Energie und Rohstoffen einher. Notwendig sind daher ressourceneffiziente und umweltfreundliche Technologien, die zum Beispiel in Produktionsprozessen Emissionen und das Abfallaufkommen minimieren. Mit ihrer Hilfe können Unternehmen zudem besser eigene Nachhaltigkeitsmanagementstrukturen entwickeln.

Zusätzlich zum absoluten Rohstoffverbrauch ist auch der Bedarf an Rohstoffen mit teilweise sehr geringen Vorkommen oder Verfügbarkeiten gestiegen.

Dazu zählen beispielsweise viele Metalle der Seltenen Erden, deren Gewinnung und Bearbeitung mit erheblichen Umweltauswirkungen verbunden ist, die sich entlang der Wertschöpfungskette summieren. Gleichzeitig sind sie für bestimmte Anwendungen, insbesondere in der Hochtechnologie-Industrie und für die Energiewende (Bauteile für elektrische Antriebe, Windkraftanlagen, Batterien, Brennstoffzellen), unverzichtbar und können nicht durch andere Stoffe ersetzt werden.

Große wirtschaftliche Chancen für Unternehmen

Der Einsatz von emissionsarmen, ressourceneffizienten Technologien bietet gleichzeitig große wirtschaftliche Chance für die Industrie. Emissionen und Abfälle, die bei der Produktion erst gar nicht entstehen, müssen später auch nicht mit großem Aufwand getrennt, behandelt, recycelt oder entsorgt werden. Innovative ressourcenschonende Technologien tragen deshalb sowohl zum Schutz der Umwelt und des Klimas als auch mittelfristig dazu bei, Kosten in Unternehmen zu sparen und deren Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.

Neben dem Energieverbrauch liegt der Fokus hier besonders auf dem Materialeinsatz, der im verarbeitenden Gewerbe in Deutschland inzwischen einen Kostenanteil mehr als 40 Prozent ausmacht (während die Energiekosten im Durchschnitt bei unter 5 Prozent liegen). Baden-Württemberg ist aufgrund seines bedeutenden industriellen Sektors von dieser Entwicklung besonders betroffen.

Landesstrategie Ressourceneffizienz Baden-Württemberg

Aus diesen Gründen spielt Ressourceneffizienz in der Umweltpolitik Baden-Württembergs eine bedeutende Rolle. Im Jahr 2016 hat der Ministerrat die Landesstrategie Ressourceneffizienz beschlossen. Aufbauend auf bestehenden Initiativen wurde durch sie ein konzeptioneller Handlungsrahmen mit Zielen für die Landespolitik geschaffen. Ziel war es, das Thema Ressourceneffizienz auf die Agenda zu bringen und Bewusstsein bei allen relevanten Akteuren, insbesondere der Wirtschaft (Industrie) zu schaffen. Aktuell steht eine Fortschreibung der Landesstrategie an.

Handlungsschwerpunkte

Die Handlungsschwerpunkte des Landes Baden-Württemberg:

  • Ressourceneffizienz- und Kreislaufwirtschaftskongress, der jährlich stattfindet
  • Initiative „100 Betriebe für Ressourceneffizienz“, mit der Best-Practice-Beispiele für unternehmerische Ressourceneffizienz gewonnen und kommuniziert werden
  • Strategische Projekte im Bereich der Ultraeffizienzfabrik
  • Think Tank „Industrielle Ressourcenstrategien“
  • EFRE-Förderprogramm „Ressourceneffizienz in Unternehmen 2021-2027“
  • Umwelttechnikpreis
  • Projekt DeMoBat
  • Projekte zu Digitalisierung und Ressourceneffizienz