Strom, Heizung und Kraftstoff

Entwicklung der Energiepreise im Jahr 2014

Das Leipziger Institut für Energie (IE) kommt in seinem Energiepreisbericht für Baden-Württemberg 2014 zu dem Ergebnis, dass die realen, also um die Inflationsrate bereinigten, Energiepreise auf breiter Front gesunken sind. Private Haushalte und Industrieverbraucher mussten für Erdgas, Öl, Holz, Fernwärme und Benzin 2014 weniger beziehungsweise etwa so viel bezahlen wie 2013. Auch die Börsenstrompreise haben erneut nachgegeben.

Prognose bis 2020

Das Leipziger Institut für Energie prognostiziert für alle Energieträger in den nächsten Jahren bis 2020 einen leichten Anstieg. Bei den Haushaltsstrompreisen nennen die Wissenschaftler des Instituts einen möglichen Bezugspreis von 32,5 ct/KWh im Jahr 2020. Inflationsbereinigt würde das einen sehr geringen Anstieg im Vergleich zum aktuellen Preis bedeuten. Auch beim Gaspreis sagt das IE einen leichten Anstieg von 6,56 ct/KWh auf 6,83 ct/KWh bis 2020 voraus.

Heizöl bleibe zwar relativ günstig, 2020 könnte sich – ohne Berücksichtigung möglicher externer (politischer) Einflussfaktoren – aber mit 65,60 Euro pro 100 Liter wieder ein höheres Preisniveau ergeben als aktuell. Abhängig vom Rohölpreis dürften auch die Kraftstoffpreise wieder anziehen.

Für die Wirtschaft rechnet IE inflationsbereinigt mit einer Stagnation bei den Strompreisen. Energieintensive Unternehmen könnten sogar auf eine leichte Preissenkung hoffen. Nominal werde der Bezugspreis von 5,2 ct/KWh heute auf 5,6 ct/KWh im Jahr 2020 steigen. Eine ähnliche Tendenz sieht das IE auch beim Gaspreis. Ein geringer Anstieg nominal bedeute real bis 2020 sogar eine Preissenkung.

Studie zur Entwicklung der Stromkostenentlastung der Industrie

Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg hat untersuchen lassen, welche Auswirkungen die so genannte Besondere Ausgleichsregelung (BesAR) auf die Strompreise im Produzierenden Gewerbe und daraus abgleitet auf die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen hat. Die BesAR privilegiert bestimmte Unternehmen bei der Zahlung der EEG-Umlage, was großen Einfluss auf die reale Höhe der Industriestrompreise hat.

Die vom Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) vorgelegte Studie belegt, dass die Kosten für die 16 energieintensivsten Branchen bezogen auf die Bruttowertschöpfung tendenziell nur wenig über dem europäischen Durchschnitt und teilweise sogar darunter liegen. Das FÖS beleuchtet auch den Zusammenhang der EEG-Umlagenhöhe mit der BesAR. Sie befreie die Unternehmen um rund 4,8 Milliarden Euro (640 Millionen Euro im Jahr 2007). Um diese Summe, umgerechnet 1,34 Cent/kWh (22 Prozent), sei die EEG-Umlage durch die Privilegierung für alle anderen Stromverbraucher höher.