Chancen für eine nachhaltige Entwicklung Baden-Württembergs

Bioökonomie

Grünalgen im Dunkelfeld: Mikroalgen sind eine wichtige Säule einer zukünftigen Bioökonomie, denn sie produzieren ohne Konkurrenz zu landwirtschaftlichen Flächen eine große Vielfalt hochwertiger Produkte.
Grünalgen im Dunkelfeld: Mikroalgen sind eine wichtige Säule einer zukünftigen Bioökonomie, denn sie produzieren ohne Konkurrenz zu landwirtschaftlichen Flächen eine große Vielfalt hochwertiger Produkte.

Bioökonomie ist heute nicht mehr nur ein Begriff, der die bisherigen biologisch basierten technischen Einzeldisziplinen wie nachwachsende Rohstoffe, Biotechnologie, Bioenergie oder Bionik zu einer technischen Überschrift zusammenfasst. Die Bioökonomie hat sich zu einem politisch-strategischen Konzept für einen Strukturwandel der Wirtschaft entwickelt, mit dem das Wirtschaftssystem hin zu Ressourcen- und Klimaschutz entwickelt werden soll.

Vielfältige Chancen für die nachhaltige Entwicklung des Landes

Techniken, bei denen Organismen, deren Bestandteile, Stoffwechselleistungen und -produkte, aber auch biogene Abfälle zum Einsatz kommen, können den Verbrauch fossiler Rohstoffe reduzieren oder ersetzen. Die Chancen der Bioökonomie für eine nachhaltige Entwicklung Baden-Württembergs sind vielfältig:

Biomasseerzeugung und -nutzung in Land-, Forst-, und Aquawirtschaft:
Hier bieten sich Chancen durch einen nachhaltigen Anbau von Biomasse, zum Beispiel beim Ökolandbau, insbesondere für ländliche Regionen.

Bioabfälle und biogene Nebenprodukte als Rohstoff: 
Hier ergeben sich insbesondere durch die Möglichkeiten zur Nutzung in industriellen Prozessen,

Mit diesen ökologischen Vorteilen ist häufig auch ein wirtschaftlicher Nutzen für Unternehmen durch Kostenvorteile und vermarktungsfähige Innovationen verbunden.

Nutzung der Stoffwechselleistungen von Pflanzen, Tieren und Mikroorganis­men:
Stoffwechselleistungen von Lebewesen dienen nicht nur dem Aufbau von Biomasse (beispielsweise über Photosynthese), sondern tragen vielfach zu Energie- und Materialeinsparungen bei (beispielsweise bei chemischen Synthesen oder derEntfettung von Oberflächen durch bakteriellen Abbau der Fette). Aus der Biomasse von Klärschlämmen kann inzwischen der knappe Rohstoff Phosphor gewonnen werden. 

Bionik – Natur als technisches Vorbild:
Mit Hilfe der Bionik werden „Best-Practice“-Lösungen der Natur auf technische Produkte und Verfahren übertragen und der Material- und Energieaufwand optimiert. Bekannte Beispiele sind der Lotus-Effekt, auf dessen Prinzip selbstreinigende Oberflächen hergestellt werden können, oder Leichtbau-Konstruktionen, bei Diatomeen (Kieselalgen) abgeschaut. (Kompetenznetz Biomimetik)

Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft bearbeitet das Thema Bioökonomie unter den Aspekten des Klima- und Ressourcenschutzes, der Luft- und Gewässerreinhaltung, der Kreislaufwirtschaft und Kaskadennutzung sowie neuen Potenzialen für nachhaltiges Wirtschaften. Um das Thema weiterzuentwickeln und Initiativen zu bündeln, hat die Landesregierung eine Landesstrategie „Nachhaltige Bioökonomie” entwickelt.