Jury-Preis "Energieexzellenz"

Robert Bosch GmbH, Reutlingen

Preisträger Robert Bosch GmbH - Jurypreis Energieexzellenz
Preisträger Robert Bosch GmbH - Jurypreis Energieexzellenz mit Umweltminister Franz Untersteller (links)

Die Robert Bosch GmbH produziert am Standort Reutlingen für den Geschäftsbereich Automotive Electronics elektronische Komponenten vorwiegend für die Automobilindustrie. Dazu zählen Sensoren, Halbleiter und Steuergeräte. Diese kommen ebenso im Consumer-Bereich, zum Beispiel in Smartphones, Notebooks und E-Bikes zum Einsatz und finden auch Anwendung bei der Nutzung regenerativer Energie. In Reutlingen werden Produkte sowohl entwickelt wie auch gefertigt.

Umfassendes Energiekonzept

Das Unternehmen trägt am Standort Reutlingen in vorbildlicher Weise durch Umsetzung eines ausgeklügelten Energiekonzeptes und dem Einsatz hocheffizienter Anlagentechnik zur Ressourcenschonung und zur Reduzierung der CO2-Emissionen bei. Die Abwärme aus Produktionsprozessen wird umfassend genutzt, Wasser zurückgewonnen und Kühlwasser- und Heizsysteme werden gekoppelt. Alles zusammen reduziert den Verbrauch fossiler Brennstoffe und spart Strom für die Rückkühlung.

Weitere Teile des Energiekonzepts sind ein Blockheizkraftwerk (BHKW), Wärmepumpen, Rauchgaswärmetauscher. Eine Solarthermieanlage erzeugt Warmwasser und zwei Photovoltaik-Anlagen produzieren Strom. Zusammen mit den effizienten Produktionsverfahren und der modernen Anlagentechnik vermeidet Bosch am Standort Reutlingen jährlich die Emission von rund 10.000 Tonnen CO2.

Bei der neu erstellten Halbleiterfabrik werden vorhandene Wärmequellen konsequent genutzt. Es gelingt fast vollständig den Heizenergiebedarf durch Wärmerückgewinnung zu decken. Der größte Teil stammt aus Prozesskühlwasser. Mit der Wärmerückgewinnung aus Fortluft und Drucklufterzeugung sowie dem Einsatz von Wärmepumpen gelingt es über 90 Prozent des erforderlichen Wärmebedarfs ohne Verwendung fossiler Brennstoffe zu decken. Die Erfassung des Verbrauchs erfolgt mit zentraler Gebäudeleittechnik in den Bereichen Strom, Wärme (Heizung), Kühlwasser, Druckluft, Reinstwasser und Trinkwasser. Monatlich werden Berichte aus der Erfassung von Energiedaten ausgewertet.

Der Standort Reutlingen ist nach der Umweltmanagementnorm ISO 14001 zertifiziert. Eine Zertifizierung nach der Energiemanagementnorm ISO 50001 ist derzeit in Vorbereitung.

Umweltgerechte Produktentwicklung

Zur umweltgerechten Produktentwicklung hat das Unternehmen interne Regelungen erlassen. Diese enthalten Vorgaben zur Material- und Energieeffizienz, zur Recyclingfähigkeit sowie zum Einsatz kritischer Stoffe. Bosch setzt fast die Hälfte der Forschungs- und Entwicklungsausgaben für energie- und ressourcensparende Produkte ein. Für Lieferanten gelten Einkaufsbedingungen, die zur Einhaltung von gesetzlichen Regelungen und Umweltschutzanforderungen sowie zum Nachweis von Umweltmanagementsystemen verpflichten. Arbeits- und Umweltschutzverhältnisse bei Lieferanten werden über Lieferantenaudits geprüft und müssen festgelegten Mindeststandards entsprechen.

Aktive Mitarbeitereinbindung in Umweltschutzaktivitäten

Der Umweltschutz nimmt in der Ausbildung und bei der Information der Beschäftigten einen hohen Stellenwert ein. So gibt es für Auszubildende eine „Umweltrallye", die unter anderem die Themen Abfallvermeidung, Energieeinsparung und CO2-Reduzierung näher beleuchtet. Die Mitarbeiterzeitung „Bosch Zünder" informiert alle drei Monate über Umweltthemen. Ein betriebliches Vorschlagswesen mit Prämienzahlung und Ideenwettbewerbe zur CO2-Einsparung runden das Engagement ab.

Am Standort Reutlingen werden mehrere Elektrofahrzeuge genutzt und damit zum Beispiel der Postdienst durchgeführt. Zukünftig können alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Ladestationen auf dem Standortgelände ihre Elektroautos aufladen. Das Laden von Akkumulatoren für E-Bikes am Arbeitsplatz ist heute bereits möglich.