Preisträger Handel und Dienstleistungen

BANKWITZ ARCHITEKTEN, Kirchheim unter Teck

Der Preisträger in der Kategorie Handel und Dienstleistung: Bankwitz Architekten mit Umweltminister Franz Untersteller (links)

1971 wurde das Architekturbüro BANKWITZ ARCHITEKTEN gegründet und 1994 von Dipl.-Ing. Matthias Bankwitz übernommen. Das Leistungsspektrum umfasst neben allen für die Planung und Erstellung eines Bauvorhabens notwendigen Planungsleistungen auch Projektentwicklungen (Erarbeitung von Grundstücksanalysen, Immobilienstrategien, Wirtschaftlichkeitsberechnungen) sowie Energie- und Ökologiekonzepte.

Das Eisbärhaus

Die Büroräume von BANKWITZ ARCHITEKTEN befinden sich im sogenannten „Eisbärhaus”. Mit diesem Gebäude beschreitet das Büro konsequente Wege zu einer nachhaltigen Architektur. Der Passivhausstandard wird durch ein schlüssiges Gesamtkonzept und durch die Umsetzung einer Vielzahl von Maßnahmen erreicht.

Als Wärme- bzw. Kühlquelle dient das Erdreich (Geothermie). Eine reversible Wärmepumpe (Sole/Wasser) ermöglicht es das Gebäude zu kühlen und zu erwärmen. Die vom Tageslicht abhängige Steuerung der Beleuchtung und des Sonnenschutzes verhindert, dass das Licht eingeschaltet ist, wenn die Jalousien geschlossen sind oder es draußen hell ist. Da das Gebäude sich nicht aufheizt, ist keine zusätzliche Klimaanlage nötig. Das Gebäude wird mit einer 36 cm dicken Zelluloseschicht gedämmt. Solarkollektoren erwärmen das Brauchwasser. Regenwasser wird aus einer Zisterne für die Toilettenspülung und Gartenbewässerung genutzt.

Es erfolgt eine Wärmerückgewinnung von ca. 85 bis 90 Prozent durch eine kontrollierte Be- und Entlüftungsanlage. Die Lüftungsanlage ist vom Heizsystem entkoppelt. Über das Dach wird Frischluft angesaugt, auf Raumtemperatur gebracht und in die Räume eingeleitet. Dazu wird Frischluft über die Sole vortemperiert, anschließend wird über einen Wärmetauscher die Energie der Abluft an die vortemperierte Luft übertragen und bei Bedarf vom Wärmetauscher auf Zimmertemperatur gebracht. Im „Eisbärhaus” wird damit auch ohne konventionelles Heiz- bzw. Klimatisierungssystem ganzjährig ein angenehmes Raumklima geschaffen.

Alle Baumaterialien wurden nach bauökologischen Gesichtspunkten ausgewählt. Der Vorarlberger Ökoleitfaden diente dabei als Grundlage. Als Ausgleichsmaßnahme für die verbauten Hölzer wurden bereits zwei Baumpflanzaktionen durchgeführt. Das „Eisbärhaus” wird für Veranstaltungen genutzt und steht Kunden, Schulklassen und andere Interessierten zur Besichtigung in Form von Büroführungen offen.

Kreative Mitarbeiterbeteiligung

Der Umweltschutzgedanke wird von den „Mitspielerinnen und Mitspielern" spürbar gelebt. Verbesserungsvorschläge und Ideen werden von der Geschäftsführung honoriert und belohnt. An der Front des „Eisbärhauses” zeigt ein „Ideenmeter" in Form einer Plexiglasröhre die Anzahl der Vorschläge. Für jede umgesetzte Idee wird ein Tennisball in die durchsichtige Röhre geworfen. Ist diese gefüllt, wird ein Bürofest gefeiert. Einmal im Monat füllen die Beschäftigten einen Fragebogen zum „Werteorientierten Wachstum" aus. Dabei wird erhoben, ob sich die Mitarbeiter auch außerhalb des Unternehmens umweltbewusst verhalten. Wer am Ende des Jahres dafür die meisten Punkte gesammelt hat, erhält eine Belohnung.

Umfangreiche Information der Kunden und Vertragspartner

Gemeinsam mit Bauherren möchte das Architekturbüro wirtschaftlich sinnvolle und nachhaltige Gebäude entwickeln, planen, bauen und unterhalten. Jedes eingesetzte Produkt wird dabei hinsichtlich seiner „grauen Energie" überprüft. Es wird also auch der Energieverbrauch betrachtet, der für Herstellung, Transport, Lagerung, Verkauf und Entsorgung eines Produktes benötigt wird. Es werden Energiekonzepte, Passivhauskonzepte und Ökologiekonzepte angeboten.

Neben der Beratung der Kunden zum Thema Energie, werden diese auch bei der Beantragung von Fördermitteln unterstützt. Hinsichtlich Passivhäuser werden Konzepte zur Herstellung, Verarbeitung, Lebensdauer und Wiederverwertung von Baustoffen und des Gesamtgebäudes entwickelt. Auch Zertifizierungen nach DGNB (Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen) werden angeboten. Zweimal jährlich findet eine Netzwerkveranstaltung für Kunden und Nachunternehmen mit wechselnden Schwerpunkten im Bereich der Nachhaltigkeit und Unternehmenskultur statt.