Biodiversität

Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt

Mohn auf Acker, Getreidefeld mit Ackerwildkräutern; Naturpark Obere Donau bei Buchheim im Landkreis Tuttlingen

Erhalten, was uns erhält – das Land Baden-Württemberg verpflichtet sich zum Erhalt der biologischen Vielfalt als Lebensgrundlage. Deshalb hat die Landesregierung Ende 2017 das Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt aufgelegt. Die Ministerien für Umwelt, für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz sowie für Verkehr verstärken damit ihre Anstrengungen zum Erhalt der Artenvielfalt – für ein lebenswertes Baden-Württemberg!

Zeit, Bilanz zu ziehen: Das haben wir 2018 und 2019 erreicht

Insgesamt 13,5 Millionen Euro standen dem Umweltministerium im Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt in den Jahren 2018 und 2019 zur Verfügung. Mit dem Geld haben wir noch mehr Maßnahmen im Natur- und Artenschutz in der Fläche umgesetzt.

Um schnellstmöglich zu handeln und positive, flächenhafte Veränderungen zu bewirken, hat das Land die finanzielle Förderung der Landschaftspflege über die Landschaftspflegerichtlinie aufgestockt.

Besonderes Augenmerk haben wir auch auf den Erhalt und die Entwicklung von Natura 2000-Gebieten und Naturschutzgebieten gelegt. Weiterhin konnten wir in vier Modell-Landkreisen wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen miteinander verknüpfen. In den Ackerwildkraut-Meisterschaften zeichneten wir Landwirtschaftsbetriebe für ihre vorbildliche, naturschutzorientierte Bewirtschaftung aus.  

Weitere 5 Millionen Euro haben wir genutzt, um die Erforschung unserer heimischen Arten zu stärken und neue Monitorings für Insekten, Vögel und Fledermäuse zu starten. Ziel ist es, unseren Kenntnisstand zur Entwicklung unserer Arten zu verbessern und mittel- bis langfristig überprüfen zu können, wie wirksam unsere ergriffenen Schutzmaßnahmen sind.  

Wir machen weiter: Unsere Pläne für die Jahre 2020 und 2021

Es bleibt weiterhin eine gewaltige Aufgabe, die biologische Vielfalt zu sichern, aber mit dem Sonderprogramm gehen wir wichtige Schritte in die richtige Richtung. Die Landesregierung hat beschlossen, das Sonderprogramm in den Jahren 2020 und 2021 fortzuführen.

Dem Umweltministerium stehen erneut 13,5 Millionen Euro zur Verfügung. Mit diesen Mitteln werden wir begonnene Projekte fortführen und ausbauen, aber auch neue Maßnahmen angehen. Auch für die Grundlagenerhebungen und Arten-Monitorings erhält das Umweltministerium abermals zusätzlich 5 Millionen Euro für zwei Jahre.

Wichtige Partner, mit denen wir das Sonderprogramm gemeinsam umsetzen, sind die Landschaftserhaltungsverbände und die unteren Naturschutzbehörden. Sie nehmen eine Schlüsselfunktion ein: als Berater und als wichtiger Ansprechpartner für die Akteure vor Ort.

Der Blick von außen

Die Naturschutzverwaltung wird mit den oben beschriebenen Maßnahmen alles daransetzen, den negativen Trend bei der Artenvielfalt aufzuhalten und umzukehren. Wir sind zuversichtlich, dass wir dies gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen aus der Landwirtschafts-, Forst- und Straßenbauverwaltung erreichen können.

Um sicherzustellen, dass wir auch die richtigen Schritte ergreifen, stellen wir uns dem kritischen Blick von außen. Das Sonderprogramm wird von einem unabhängigen Fachgremium aus der Wissenschaft begleitet. Das Fachgremium steht bei der Umsetzung beratend zur Seite und bewertet die durchgeführten Maßnahmen hinsichtlich ihrer Zielsetzung.

Expertinnen und Experten aus Wissenschaft wählten Projekte für 2020 und 2021 aus

Anfang 2019 hat das Gremium einen Zwischenbericht vorgelegt. Die Ergebnisse und Hinweise haben wir uns zu Herzen genommen und bei der weiteren Ausgestaltung des Sonderprogramms berücksichtigt. Unter intensiver Einbindung des Fachgremiums haben wir die Handlungsschwerpunkte gemeinsam überarbeitet und stärker fokussiert. Außerdem bewertete das Fachgremium die für die Jahre 2020 und 2021 vorgelegten Projektideen und wählte jene aus, die die biologische Vielfalt in besonderem Maße stärken.

Die beteiligten Ministerien berichten dem Fachgremium zudem regelmäßig über den Stand der einzelnen Projekte. Wir freuen uns, dass wir für diese konstruktive Beratung und Unterstützung des Sonderprogramms einen Expertenkreis aus unterschiedlichen Fachdisziplinen gewinnen konnten.