Handlungsfeld: Ressourcen- und Energieeffizienz

Projekt: Nachhaltiges Bauen

BIM-Modell eines unterirdischen Infrastrukturprojekts der Stadtwerke

Nicht nur der Aufwand für den Gebäudebetrieb wirkt sich auf die Umwelt aus. Bereits die Herstellung der Baustoffe bedarf großer Mengen an Rohstoffen und Energie. Hinzu kommen die Emission von CO2 und weiteren Abgasen, wie sie beispielsweise in der Eisen- und Stahlproduktion anfallen. Auch die zunehmende Flächenversiegelung führt zu einem Verlust an Lebensraum für Pflanzen und Tiere – und letztlich zu einem Verlust an Biodiversität.

Ökologische Auswirkungen von Anfang an bedenken

Beim nachhaltigen Bauen wird versucht, Natur und Umwelt möglichst wenig zu beeinträchtigen. Dazu müssen schon in der ersten Planungsphase vor allem auch an die ökologischen Auswirkungen gedacht werden, die mittels einer „Lebenszyklusanalyse“ bilanziert und reduziert werden können. Wichtige Indikatoren für die ökologische Bilanz sind zum Beispiel die Recyclingfähigkeit eines Bauteils (Stichwort: Kreislaufwirtschaft) und der Energieaufwand in der Herstellung. 

Für Planer ist es aktuell noch nicht selbstverständlicher Teil der Gebäudeplanung, Umweltwirkungen und Kosten über den Lebenszyklus zu beziffern. Ziel des Projekts „Nachhaltiges Bauen“ ist die Konzeption eines verlässlichen und einfach zu bedienenden Software-Tools, das alle Kosten und sämtliche Umweltwirkungen eines Baustoffes über seinen gesamten Lebenszyklus aufaddiert (Stichwort: Lifecycle Analysis (LCA)). Es soll Planern bereits in frühen Phasen der Planung ermöglichen, die Ökobilanz eines Gebäudes ohne großen Aufwand vergleichbar darzustellen und zu optimieren.

Kurze Bewertung über Nachhaltigkeitskriterien

Das Projekt trägt in vielerlei Hinsicht zu mehr Nachhaltigkeit in der Bauindustrie bei. Durch die Vergleichbarkeit von Bauteilen und Baustoffen in ökologischer Hinsicht und der Kostenanalyse des Bauvorhabens über den gesamten Lebenszyklus hinweg können Planer die in jeglicher Hinsicht optimalste Variante beurteilen. Während zum Beispiel ein gut konzipiertes Passivhaus in der Herstellungsphase durchaus teurer sein kann als ein konventionelles Haus, gleicht es den Preisunterschied durch die hohe Energieersparnis in der Nutzungsphase wieder aus.

Durch die bessere Vergleichbarkeit rücken alternative Baustoffe und Baukonzepte stärker in den Fokus von Planern und finden vermehrt Anwendung. Nicht zuletzt bestärkt ein ökologisch konzipiertes Haus das ökologische Bewusstsein seiner Bewohner.

Eckdaten des Projekts:

Projektbeteiligte: 

  • Sustainable Strategies, Stuttgart
  • BEU Bau-, Energie- und Umweltberatung Weimar

Projektstart: 1. Quartal 2018

Voraussichtlicher Abschluss des Projekts: 1. Quartal 2022