Natürliche Radioaktivität: Radon

Radonsituation in Baden-Württemberg

Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft hat alle wichtigen Informationen zum Thema Radon in der Broschüre „Schutz vor Radon“ zusammengefasst. Die Broschüre enthält den aktuellen Kenntnisstand zur Radonsituation in Baden-Württemberg und informiert darüber, was jede Bürgerin und jeder Bürger prinzipiell für den eigenen Schutz tun kann.

BWPLUS-Forschungsvorhaben des Karlsruher Instituts für Technologie

In den Jahren 2014 – 2016 untersuchte das Radonlabor des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) in einem BWPLUS-Forschungsvorhaben des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft die Radonsituation in baden-württembergischen Schulen. 172 Schulen über das Land verteilt legten in ausgewählten Aufenthaltsräumen im Erd- und Kellergeschoss „Radonexposimeter“ aus. Nach mindestens 2 Monaten wurden die Exposimeter von den Schulen zur Auswertung an das KIT-Radonlabor zurückgesendet. Im Ergebnis war in 48 (28 %) der 172 Schulen der Wert von 300 Becquerel Radon pro Kubikmeter Luft bezogen auf den Auslegungszeitraum überschritten. Der Anteil von 28 % kann durchaus als repräsentativ für alle Schulen in Baden-Württemberg angesehen werden.

Für das Forschungsvorhaben wurden Schulen aus allen Landesteilen ausgewählt. In einigen Postleitzahl-Bereichen sind mehr Schulen angeschrieben worden als in anderen. Diese Auswahl orientierte sich zwar an der Radonbodenluftkarte des Bundesamtes für Strahlenschutz und Erkenntnissen der Messstelle aus vorangegangenen Messungen in den gewählten Regionen. Aus der Auswahl kann aber weder geschlossen werden, dass ein bestimmter Postleitzahl-Bereich zukünftig als Gebiet nach § 121 Abs. 1 Strahlenschutzgesetz („Radonvorsorgegebiet“) ausgewiesen werden wird, noch von einer künftigen Ausweisung ausgeschlossen sein wird.

Für die Ausweisungen sind weitere Messungen notwendig. Sie finden in den nächsten zwei Jahren statt. Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft wird die Gebiete wie vom Gesetzgeber vorgesehen bis zum 31. Dezember 2020 festlegen. Diesbezügliche Rückschlüsse oder Folgerungen aus dem Forschungsvorhaben wären somit verfrüht.

Recherche im Zusammenhang mit dem neuen Strahlenschutzgesetz

Vor dem Hintergrund der Umsetzung der europäischen Richtlinie zur Festlegung grundlegender Sicherheitsnormen im Strahlenschutz (Richtlinie 2013/59/Euratom) in das deutsche Recht hatte das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft im Jahr 2016 das Radonlabor des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) mit einer Recherche zu den Radon-Regelungen in anderen Staaten und zur bestehenden Datenlage im Land beauftragt.

Das Ergebnis zeigte, dass die für Baden-Württemberg vorliegende Datenbasis beim Thema Radon nicht ausreicht, um die in der Richtlinie 2013/59/Euratom vorgesehene und im neuen Strahlenschutzgesetz geforderte Ausweisung von Radonvorsorgegebieten gegenwärtig schon vornehmen zu können. Die neuen Regelungen zum Schutz vor Radon im Strahlenschutzgesetz sind seit dem 31. Dezember 2018 in Kraft. Der Gesetzgeber räumte den Bundesländern für die Ausweisung der Radonvorsorgegebiete eine Übergangszeit von 2 Jahren ein.