Natürliche Radioaktivität: Radon

Gesetzliche Regelungen zum Schutz vor Radon

Bislang gab es nur Vorschriften zum Schutz vor Radon an besonders exponierten Arbeitsplätzen wie in Bergwerken, Radon-Heilbädern oder Wasserwerken. Das neue Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) erweitert nun den Kreis der Arbeitsplätze, für die die Radonbelastung ermittelt werden muss, auf alle Arbeitsplätze im Erd- oder Kellergeschoss in Landesteilen, die eine besondere Radonsituation aufweisen. Diese Gebiete müssen die Behörden erst noch anhand bundesweit einheitlicher Kriterien ausweisen. Bei Arbeitsplätzen, die den im StrlSchG festgelegten Referenzwert von 300 Becquerel Radon je Kubikmeter Luft über das Jahr gesehen überschreiten, müssen Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

Da Radonbelastungen nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch in Wohnungen und Gebäuden auftreten können, legt das StrlSchG erstmals auch einen Referenzwert für Radon in der Luft von Aufenthaltsräumen fest. Er beträgt über das Jahr gesehen ebenfalls 300 Becquerel Radon pro Kubikmeter Luft. Verpflichtungen, die individuelle Radonsituation in Eigenheimen zu ermitteln, ergeben sich aus dem Gesetz unmittelbar keine. Der Gesetzgeber setzt im häuslichen Bereich auf die Eigenverantwortung und das Eigeninteresse der Bürgerinnen und Bürger und eine gute Information über die Themen Radon und Radonschutz.

Bei neuen Gebäuden sollen an den Radonschutz angepasste Bauvorschriften gelten. Sie sorgen dafür, dass bereits bei der Errichtung von Gebäuden der Zutritt von Radon aus dem Baugrund bestmöglich erschwert wird. Vollständig lässt sich ein Zutritt von Radon in Gebäude nie ganz verhindern. Sollen bestehende Gebäude energetisch saniert werden, empfiehlt es sich, den Radonschutz bei der Planung gleich mit zu betrachten.

Die neuen Regelungen zum Radonschutz im StrlSchG treten am 31.12.2018 in Kraft. Die Landesteile mit einer besonderen Radonsituation müssen bis zum 31.12.2020 ausgewiesen werden. Für die Gebietsausweisungen sind weitere Messungen notwendig. Die Kriterien für die Festlegung der Gebiete ergeben sich aus der neuen Strahlenschutzverordnung vom 5. Dezember 2018, die zeitgleich mit dem StrlSchG in Kraft tritt.