Natürlich vorkommendes Edelgas

Radon

Radon-222 (kurz: Radon) ist ein natürliches, überall vorkommendes radioaktives Gas. Es ist farb-, geruch- und geschmacklos und entsteht durch den Zerfall von Uran, das im Boden und in Gesteinen vorhanden ist. Als Gas kann es relativ leicht aus dem Untergrund an die Oberfläche und in die Bodenluft gelangen oder sich gelöst im oberflächennahen Wasser ausbreiten. Die gesundheitliche Gefährdung geht weniger vom Radongas selbst aus, das nach dem Einatmen zum größten Teil wieder ausgeatmet wird, sondern von seinen ebenfalls radioaktiven und kurzlebigen Zerfallsprodukten Polonium und Wismut.

Die Schwermetalle lagern sich an feste oder flüssige Schwebstoffteilchen in der Luft an. Nach dem Einatmen lagern sie sich im Atemtrakt ab und zerfallen dort. Die dadurch entstehende ionisierende Strahlung kann das Lungengewebe schädigen und auch bei Nichtrauchern zu Lungenkrebs führen. Radon, das in Wohnungen vorkommt, gilt heute nach dem Rauchen als zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs. Jeder kann aber seine persönliche Radonexposition beeinflussen und verringern:

  • Lassen Sie die Radonkonzentration in Ihrer Wohnung oder Ihrem Gebäude messen. Nur so können Sie feststellen, ob Sie etwas zu Ihrem Schutz vor Radon tun sollten.
  • Legen Sie hierfür über einen aussagekräftigen Zeitraum hinweg (mindestens 2 Monate) in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus „Sammeldosen für Radon“ (sog. „Radonexposimeter“) aus, die von einer Messstelle bezogen und ausgewertet werden. Welche Messstellen es gibt, können Sie u. a. auf der Seite des Bundesamtes für Strahlenschutz entnehmen. Da die Radonkonzentration von Stockwerk zu Stockwerk abnimmt, sind Radonmessungen insbesondere in Gartengeschosswohnungen, häufig genutzten Untergeschossräumen (Hobbyräumen) und Erdgeschosswohnungen sinnvoll. Der Preis für eine einzelne Messung liegt im Bereich von 30 Euro.
  • Lüften Sie regelmäßig Räume, in denen Sie sich aufhalten, kurzzeitig richtig durch („Stoßlüften“) und Räume, in denen Sie sich nur gelegentlich aufhalten (z. B. Kellerräume), vor einem Aufenthalt. So verringern Sie im Allgemeinen die Konzentration von Innenraumschadstoffen in Ihrer Atemluft.
  • Vermeiden oder beenden Sie den Konsum von Tabak. Rauchen schädigt die Lunge. Studien zeigen, dass Raucher stärker als Nichtraucher gefährdet sind, durch Radon an Lungenkrebs zu erkranken.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) informiert ausführlich auf seiner Seite über das Thema Radon. Neben vielen weiteren Informationen zum Vorkommen von Radon und den gesundheitlichen Wirkungen werden auch einige bauliche Maßnahmen zum Schutz vor erhöhten Radonkonzentrationen genannt. Das Land Sachsen hat hierzu im Jahr 2016 eine Planungshilfe für Neu- und Bestandsbauten herausgegeben.