Vor Ort

Was tun wir in Baden-Württemberg?

Grafik: Gebäude mit Radoneindringpfaden und Baden-Württemberg-Karte (Foto: ©IAF-Radioökologie GmbH)

Radon ist im Untergrund nicht gleichmäßig verteilt. Es gibt Gebiete, in denen aufgrund der Geologie und der Bodenbeschaffenheit mehr Radon entsteht und an die Erdoberfläche gelangen kann als anderenorts.

Die im Auftrag des Bundesumweltministeriums im Jahr 2001 deutschlandweit durchgeführte Kartierung der Radonmenge in der Bodenluft in einem Meter Tiefe (Zur Karte) gibt einen guten Überblick über die großräumigen Unterschiede. Der Kartierung liegen bundesweit 2.346 Messorte zugrunde, von denen 352 in Baden-Württemberg liegen. Die Karte zeigt, dass es auch in Baden-Württemberg Gebiete gibt, in welchen vergleichsweise viel Radon im Boden vorkommt. Kleinräumige Aussagen vermag die Karte jedoch nicht zu treffen.

Ausweisung von Radonvorsorgegebieten bis 2020

Baden-Württemberg gehört zu denjenigen Bundesländern, die nach dem Strahlenschutzgesetz dazu verpflichtet sind, bis spätestens zum 31. Dezember 2020 sogenannte Radonvorsorgegebiete auszuweisen. In diesen gelten dann besondere gesetzliche Anforderungen zum Schutz vor Radon. Um die Radonvorsorgegebiete in Baden-Württemberg auf der Grundlage einer vom Bundesamt für Strahlenschutz entwickelten Methode besser festlegen zu können, führt das Umweltministerium an ausgewählten Orten in Baden-Württemberg Radonmessungen durch.

Informationskampagne und Radonberatungsstelle

Beim Thema Radon ist die gesundheitliche Aufklärung der Bürgerinnen und Bürger besonders wichtig. Nur wer die eigene Radonsituation kennt, kann sich vor erhöhten Radonwerten in Innenräumen schützen und etwas tun, um diese zu senken. Daher startet das Umweltministerium eine Informationskampagne zum Schutz vor Radon. Es finden öffentliche Vorträge und Informationsveranstaltungen zu den Themen Radon und Radonschutz statt. Die Präsentationen, Flyer und die umfassende Broschüre „Schutz vor Radon“ leisten einen wichtigen Beitrag, das Wissen und die Kenntnis über die Risiken durch Radon in Gebäuden in der Öffentlichkeit zu verbreiten.

Bei Fragen können sich Bürgerinnen und Bürger auch an die bei der Landesanstalt für Umwelt (LUBW) eingerichtete Radonberatungsstelle Baden-Württemberg wenden. Die Beratungsstelle hat zudem die Aufgabe, in Baden-Württemberg ein Netzwerk aus fachkundigen Personen aufzubauen und zu pflegen, die sich mit dem Thema „Schutz vor Radon” auskennen und für verschiedene Fragestellungen praktische Unterstützung anbieten.

Radonschutz in den Grundsätzen des „Nachhaltigen Bauens Baden-Württemberg (NBBW)”

Das Klimaschutzgesetz des Landes leistet einen wichtigen Beitrag für reduzierte Treibhausgasemissionen und eine nachhaltige Energieversorgung in Baden-Württemberg. Das Gesetz formuliert Ziele für die Verbesserung des Klimaschutzes und schafft dafür die notwendigen Umsetzungsinstrumente. Dazu gehören für den Bereich des kommunalen Hochbaus die Grundsätze des Nachhaltigen Bauens (NBBW). Zur Konkretisierung der Grundsätze entwickelte das Umweltministerium zehn wesentliche Hauptkriterien für das nachhaltige Bauen.

Das Nachhaltigkeitskriterium 7 befasst sich mit der Qualität der Innenraumluft. Es geht darum, ein behagliches und gesundes Raumklima zu schaffen. Dazu gehört auch der Schutz vor Radon. Daher widmet sich der technische Leitfaden zum Nachhaltigkeitskriterium 7 diesem Thema eigene Unterkapitel und zeigt auf, wie bei einer energetischen Modernisierung eines Gebäudes zugleich der Schutz vor Radon gewährleistet werden kann.

Energetische Modernisierungen von Gebäuden zum Schutz des Klimas und der Schutz vor Radon können bei guter Planung Hand in Hand gehen. Die Nachhaltigkeitskriterien können grundsätzlich auf alle Hochbaumaßnahmen (vom Wohnungsbau bis hin zum Industriebau) auch außerhalb von Förderprogrammen vorteilhaft angewendet werden.