Anlagenexterner Notfallschutz

Katastrophenschutz

Der Katastrophenschutz liegt in der Zuständigkeit der Bundesländer. In Baden-Württemberg sind nach § 6 des Landeskatastrophenschutzgesetzes für den Katastrophenschutz in der Umgebung kerntechnischer Anlagen die höheren Katastrophenschutzbehörden, das heißt die Regierungspräsidien, sachlich zuständig.

Sie erstellen die Besonderen Katastropheneinsatzpläne (KEP) für die Umgebung der kerntechnischen Anlagen in ihrem Regierungsbezirk. Wenn die Planungsgebiete Grenzen von Regierungsbezirken überschreiten, werden sogenannte Anschlusspläne erstellt. Die Pläne umfassen die Umgebung des Kernkraftwerkes bis 25 km (Zentralzone, Mittelzone, Außenzone) sowie die Planung zur Ausgabe von Jodtabletten bis 100 km (Fernzone).

Da es nicht nur mehrere kerntechnische Standorte in Baden-Württemberg, sondern auch einige grenznahe Standorte außerhalb des Landes gibt, ist das Land fast vollständig von Fernzonen überdeckt. Daher wird die Planung zu Jodtabletten flächendeckend durchgeführt.

Die Katastrophenschutzplanung orientiert sich an den „Rahmenempfehlungen für den Katastrophenschutz in der Umgebung kerntechnischer Anlagen“. Die Rahmenempfehlungen sollen eine bundesweit einheitliche Katastrophenschutzplanung für diese Fälle ermöglichen. Sie wurden von einer Arbeitsgruppe der Strahlenschutzkommission erstellt, in der auch Mitarbeiter von Innen- und Umweltministerien der Länder mitgewirkt haben.

Die Besonderen Katastropheneinsatzpläne enthalten u. a. Planungen zur Alarmierung, zur Information der Öffentlichkeit, zur Einteilung der Umgebung in Planungszonen, zu Störfallmesspunkten und dem Einsatz von Messdiensten, zur Verkehrslenkung, zu Jodtabletten, zur Evakuierung und zur Einrichtung von Notfallstationen.