Kerntechnische Entsorgung Karlsruhe (KTE)

Sonstige kerntechnische Anlagen

Kerntechnische Entsorgung Karlsruhe (KTE)

  • Wiederaufbereitungsanlage (WAK) GmbH

    Bild: Kerntechnische Entsorgung Karlsruhe GmbH

Die Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe (WAK) wurde von 1971 bis 1990 betrieben, um als Pilotanlage Erfahrungen bei der Wiederaufarbeitung bestrahlter Kernbrennstoffe zu gewinnen. Der Betrieb wurde eingestellt, nachdem mit dem Stopp des Bauprojekts der Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf klar war, dass es in Deutschland keine kommerzielle Wiederaufbereitungsanlage geben würde.

In der Betriebszeit der WAK wurden ca. 200 t abgebrannter Kernbrennstoff aufgearbeitet. Der Brennstoff stammte vorwiegend aus den Forschungsreaktoren des damaligen Forschungszentrums Karlsruhe (FR 2 und MZFR), aus dem deutschen Versuchs-Atomschiff Otto Hahn sowie aus den Kernkraftwerken Obrigheim, Stade und Neckarwestheim Block I.

Die WAK soll bis zum Jahr 2023 vollständig bis zur „grünen Wiese” abgebaut werden. Dazu wurden bisher 23 Stilllegungsgenehmigungen erteilt. Der Schwerpunkt lag anfangs auf dem Rückbau des Prozessgebäudes, in dem die Wieder­aufarbeitung stattfand. Die ca. 60 m³ hochradioaktive, flüssige Abfalllösung (HAWC) wurden zunächst in zwei Tanks in der Lagereinrichtung für hochradioaktive Abfälle (LAVA) gelagert. 

Die Lösung mit einem Radioaktivitätsinventar von ca. 6×1017 Bq wurde in den Jahren 2009 und 2010 in der eigens dafür auf dem Gelände der WAK errichteten Verglasungsanlage Karlsruhe (VEK) verglast. Mittlerweile wurden auch die Lagerbehälter für radioaktive Abfalllösungen abgebaut.

In den nächsten Jahren soll verstärkt der Rückbau der ehemaligen Lagerbereiche für den HAWC und der VEK vorangetrieben werden. Die Demontagen erfolgen, abhängig von den vorliegenden Radioaktivitätswerten, manuell oder fernhantiert. Die anfallenden Reststoffe werden zur Entsorgung in die Hauptabteilung Dekontaminationsbetriebe (HDB) gebracht.

Kontrollschwerpunkte des Ministeriums

Bis die Anlage soweit abgebaut sein wird, dass sie aus dem Geltungsbereich des Atomgesetzes entlassen werden kann, unterliegen der Restbetrieb und der Abbau weiterhin einer intensiven Kontrolle durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft. Schwerpunkte sind dabei:

  • Überwachung der festgelegten Radioaktivitätsgrenzwerte zum Schutz der Umgebung und des Personals,
  • die Verfolgung meldepflichtiger Ereignisse sowie sonstiger eingetretener Störungen und
  • die Bewertung von genehmigungs- und nicht genehmigungspflichtigen Veränderungen in der Anlage sowie die Erteilung weiterer Stilllegungsgenehmigungen.