Obrigheim (KWO)

KKW in Baden-Württemberg

Obrigheim (KWO)

  • Kernkraftwerk Obrigheim (Foto: Daniel Maier-Gerber)

    Bild: MG Doku/Daniel Maier-Gerber

Das Kernkraftwerk Obrigheim (KWO), ein Druckwasserreaktor mit 357 MW elektrischer Bruttoleistung, wurde durch die Fa. Siemens-Schuckert AG in den Jahren 1965 bis 1968 errichtet und nahm am 01.04.1969 den Betrieb auf.  Das KWO wurde am 11.5.2005 endgültig abgeschaltet, nachdem es die im Atomgesetz festgelegte Reststrommenge und die vom Kernkraftwerk Philippsburg 1 übertragene Strommenge produziert hatte.

Die Stilllegung und der Abbau des KWO erfolgt in vier Abbauumfängen teilweise parallel. Für jeden dieser Umfänge ist eine eigenständige atomrechtliche Genehmigung erforderlich, die den jeweiligen Stilllegungsbetrieb und den Abbau der betroffenen Systeme und Anlagenteile regelt.

1. Stilllegungs- und Abbaugenehmigung

Am 21.12.2004 reichte die KWO GmbH den Antrag für die 1. Stilllegungs- und Abbaugenehmigung (1. SAG) ein. Die 1. SAG, von der das KWO seit 15.09.2008 Gebrauch macht, wurde am 28.08.2008 erteilt. Genehmigt wurde der Stilllegungsbetrieb und der Abbau von nicht mehr benötigten Systemen und Anlagenteilen, die im Überwachungsbereich angeordnet sind. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Anlagenteile, bei denen eine Aktivierung oder Kontamination auszuschließen ist.

2. Stilllegungs- und Abbaugenehmigung

Die 2. Stilllegungs- und Abbaugenehmigung (2. SAG) wurde am 15.12.2008 beantragt und am 24.10.2011 erteilt. Mit der 2. SAG wurden im Wesentlichen ein optimiertes betriebliches Regelwerk und der Abbau von Anlagenteilen im Kontrollbereich genehmigt. Dies beinhaltet auch den Abbau des externen Brennelementlagerbeckens, das nach dem Abtransport der bestrahlten Brennelemente aus der Anlage KWO nicht mehr benötigt wird.

Der Abtransport der 342 Brennelemente in das Standortzwischenlager Neckarwestheim erfolgte in fünf Transporten mit jeweils drei CASTOR-Behältern im Zeitraum vom 28.6. bis 19.12.2017. Das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) hatte die hierfür notwendige Änderungsgenehmigung des Standortzwischenlagers Neckarwestheim im August 2016 und die Transportgenehmigung für den Transport der Behälter auf dem Wasserweg im Mai 2017 erteilt.

3. Abbaugenehmigung

Die am 29.03.2010 beantragte 3. Abbaugenehmigung (3. AG) wurde am 30.04.2013 erteilt. Sie umfasst den Abbau des Reaktordruckbehälters (RDB) – Unterteil, die RDB-Einbauten, des biologischen Schilds und einzelne bauliche Anlagenteile im Reaktorgebäude (Bau 1).

Das Umweltministerium führte unter Beteiligung der EnKK am 24.07.2012 eine Informationsveranstaltung zum Rückbau des KWO und zur beantragten 3. Abbaugenehmigung KWO (3. AG) im InfoCenter des Kernkraftwerks Obrigheim durch. Ein formales Verfahren zur Öffentlichkeitsbeteiligung war nur im Rahmen des Genehmigungsverfahrens zur ersten Stilllegungs- und Abbaugenehmigung, in der das Gesamtkonzept zur Stilllegung beschrieben wird, erforderlich.

Zweck der Informationsveranstaltung war es, der Öffentlichkeit die Möglichkeit zu geben, sich über den gesamten Rückbau des KWO und in diesem Zusammenhang auch über die beantragte 3. AG zu informieren, Fragen zu stellen und Stellung zu nehmen. Im Nachgang zu der Informationsveranstaltung wurden ca. 200 ergänzende Fragen in schriftlicher Form beantwortet. Die Stellungnahmen des Umweltministeriums zu den Fragen und Äußerungen sind in zwei Dokumenten auf der Internetseite veröffentlicht, je eines zum Verfahren und eines zu den Sachthemen.

4. Abbaugenehmigung

Die EnKK beantragte am 02.11.2015 die 4. und letzte Abbaugenehmigung (4. AG) für das Kernkraftwerk Obrigheim. Das Umweltministerium erteilte die Genehmigung am 14.5.2018. Sie ermöglicht den Abbau der noch verbliebenen Systeme und Anlagenteile sowie die Dekontamination der Gebäudestrukturen.


Weitere Informationen

Meldepflichtige Ereignisse

Kurzinfos und Angaben zur Anzahl zu den Ereignissen in weiteren kerntechnischer Anlagen sowie Erläuterungen zum Meldeverfahren. Mehr

Fragen und Antworten

Info-Veranstaltung

des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg und der EnKK zum Rückbau des Kernkraftwerks Obrigheim am 24.07.2012. Mehr

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