KERNTECHNISCHE ANLAGEN

Grenznahe Kernkraftwerke

In Grenznähe zu Baden-Württemberg liegen mehrere Kernkraftwerke. Für die Überwachung der Kernkraftwerke im angrenzenden Ausland sind die nationalen Behörden von Frankreich beziehungsweise der Schweiz zuständig. Die Zuständigkeit für die Aufsicht und Genehmigung bei den Kernkraftwerken auf bayerischem und hessischem Gebiet liegt bei den dortigen Landesbehörden.

Das Land Baden-Württemberg hat ein großes Interesse an einer guten Zusammenarbeit mit den für die Kernenergieüberwachung und den Katastrophenschutz zuständigen Stellen. Die Zusammenarbeit umfasst den Informationsaustausch zu Sicherheitsvorkehrungen in den Kernkraftwerken, den Datenaustausch bei der Überwachung der Abgaben radioaktiver Stoffe sowie die Planung und die Abstimmung von Vorkehrungen in kerntechnischen Notfällen. Sie ist eine unverzichtbare Voraussetzung, um die Sicherheitsinteressen des Landes und der Bevölkerung in der Umgebung der Kernkraftwerke zu wahren.

Grenznahe Kernkraftwerke im Inland

Auf deutschem Staatsgebiet liegen in Grenznähe zu Baden-Württemberg das Kernkraftwerk Gundremmingen mit zwei Siedewasserreaktoren an der Donau auf bayerischem Gebiet und das Kernkraftwerk Biblis mit zwei Druckwasserreaktoren am Rhein auf hessischem Gebiet.

Diese Kernkraftwerke sind in die radiologische Umgebungsüberwachung der Kernreaktorfernüberwachung und in die Notfallschutzplanung des Landes Baden-Württemberg einbezogen. Die Sicherheitsanforderungen an den Betrieb eines Kernkraftwerks und an dessen technische Einrichtungen sind deutschlandweit dieselben.

Auch die staatliche Überwachung erfolgt nach abgestimmten Prinzipien und Vorgehensweisen. Durch die enge nationale Zusammenarbeit insbesondere in den Ausschüssen und Arbeitskreisen des Länderausschusses für Atomkernenergie ist eine wirksame Information und Kommunikation zu diesen Kernkraftwerken gewährleistet.

Grenznahe Kernkraftwerke im Ausland

In unmittelbarer Grenznähe zu Baden-Württemberg liegen auf französischem und schweizerischem Staatsgebiet: das französische Kernkraftwerk Fessenheim mit zwei Druckwasserreaktoren am Oberrhein, das schweizerische Kernkraftwerk Leibstadt mit einem Siedewasserreaktor am Hochrhein und das schweizerische Kernkraftwerk Beznau mit zwei Druckwasserreaktoren am Unterlauf der Aare. Das schweizerische Kernkraftwerk Gösgen mit einem Druckwasserreaktor befindet sich an der Aare circa 25 Kilometer von der Staatsgrenze entfernt.

Die grenznahen ausländischen Kernkraftwerke sind in die radiologische Umgebungsüberwachung der Kernreaktorfernüberwachung und in die Notfallschutzplanung des Landes Baden-Württemberg einbezogen.

Luftbild des Kernkraftwerks Biblis

Biblis (Hessen)

Das Kernkraftwerk in Biblis wurde im Jahr 2011 stillgelegt. Besitzer und ehemaliger Betreiber des Kernkraftwerkes ist die RWE Power AG.

Kernkraftwerk Grundremmingen

Gundremmingen (Bayern)

Das Kernkraftwerk Gundremmingen ist eine Doppelblockanlage (Gundremmingen Block B und C) und wird von der Kernkraftwerk Gundremmingen GmbH betrieben.

Kernkraftwerk Fessenheim in Frankreich

Fessenheim (Frankreich)

Das Kernkraftwerk Fessenheim wird, wie auch alle anderen Kernkraftwerke in Frankreich, von der Electicité de France (EDF) betrieben.

Kernkraftwerk Leibstadt

Leibstadt (Schweiz)

Das Kernkraftwerk Leibstadt (Schweiz) wird von der Kernkraftwerk Leibstadt AG betrieben.

Kernkraftwerk Beznau

Beznau (Schweiz)

Das Kernkraftwerk Beznau (Schweiz) wird von dem schweizerischen Energieversorgungsunternehmen Axpo AG betrieben.

Kernkraftwerk Gösgen, Schweiz

Gösgen (Schweiz)

Das Kernkraftwerk Gösgen (Schweiz) wird von der Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG betrieben.