Fessenheim (Frankreich)

GRENZNAHE KKW IM Ausland

Fessenheim (Frankreich)

  • Kernkraftwerk Fessenheim

Das Kernkraftwerk Fessenheim ist eine Doppelblockanlage. Die beiden Druckwasserreaktoren der französischen Baulinie CP0 (Vorläufer der 900-Megawatt-Baulinie) speisten 1977 erstmals Elektrizität ins Stromnetz ein. Sie haben eine elektrische Nettoleistung von jeweils 880 MW. Das Kernkraftwerk Fessenheim wird, wie auch alle anderen Kernkraftwerke in Frankreich, von der Electicité de France (EDF) betrieben.

Die beiden Reaktoren sind so genannte 3-Loop-Anlagen, d.h. die im Reaktorkern erzeugte Wärme wird über drei Dampferzeuger an den Sekundärkreis abgegeben. Mit dem Dampf des Sekundärkreises wird über eine Turbine Strom erzeugt. Im Gegensatz zu deutschen Kernkraftwerken befindet sich das Brennelementlagerbecken nicht im Reaktorgebäude, sondern in einem separaten Brennstoff-Gebäude. Die Kühlung des Kernkraftwerks erfolgt mit Flusswasser aus dem Grand Canal d’Alsace. Die aktuell zulässigen Grenzwerte für die Ableitung von chemischen und radioaktiven Stoffen sowie zur Kühlwasserentnahme sind in zwei Verfügungen aus dem März 2016 festgelegt.Hier finden Sie die Verfügungen und deren deutsche Übersetzung.

Die für die Sicherheitsüberwachung zuständige Behörde ist die Autorité de Sûreté Nucléaire (ASN). Sie hat ihre Zentrale in Paris und Außenstellen, die für verschiedene Präfekturen zuständig sind. Die Außenstelle in Straßburg überwacht u. a. die Kernkraftwerke in Fessenheim und Cattenom. Auf der Internetseite der ASN werden die Ergebnisse der behördlichen Inspektionen und Bewertungen zu Ereignissen der INES-Stufe 1 oder höher bekannt gemacht.

Die Deutsch-Französische Kommission für Fragen der Sicherheit kerntechnischer Einrichtungen (DFK) befasst sich mit Fragen der nuklearen Sicherheit, des Strahlenschutzes und der Notfallschutzplanung beim Kernkraftwerk Fessenheim. Baden-Württemberg arbeitet intensiv in der DFK mit, um über diesen Weg fundierte Informationen zum Kernkraftwerk Fessenheim zu erhalten und Vorgehensweisen mit dem Nachbarland abzustimmen.

Aktivitäten zur Stilllegung des Kernkraftwerks Fessenheim

Nach dem Reaktorunfall in Fukushima hat der Gesetzgeber in Deutschland einen beschleunigten Atomausstieg in Deutschland festgelegt, um das mit dem Betrieb der Kernkraftwerke verbundene Risiko rasch zu reduzieren. Aus dem gleichen Grund setzt sich das Land für eine rasche Abschaltung der grenznahen Kernkraftwerke ein. Eine direkte Einflussmöglichkeit auf die Abschaltung des Kernkraftwerks Fessenheim hat das Land jedoch nicht. Die Entscheidung zur Abschaltung kann ausschließlich von französischer Seite getroffen werden.

Das Öko-Institut hat im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg zwei Gutachten zur Sicherheitsbewertung des Kernkraftwerks Fessenheim erstellt. Die Gutachten zeigten, dass beim Kernkraftwerk Fessenheim in einzelnen Bereichen Sicherheitsdefizite vorliegen und generell die Sicherheitsreserven deutlich geringer sind als bei den in Deutschland vorübergehend noch betriebenen Kernkraftwerken.

Seitens des Landes Baden-Württemberg wurde wiederholt eine rasche Abschaltung des Kernkraftwerks angemahnt. Der Ministerpräsident und der Umweltminister haben dabei unter anderem folgende Aktivitäten unternommen:

  • Schreiben von Ministerpräsident Kretschmann an die Bundeskanzlerin mit der Bitte, sich gegenüber Frankreich für die Stilllegung von Fessenheim einzusetzen
  • Treffen von Minister Untersteller mit der französischen Umweltministerin in Paris: Bekräftigung des baden-württembergischen Interesses an der raschen Stilllegung von Fessenheim
  • Treffen von Minister Untersteller mit dem französischen Regierungsbeauftragten zur Stilllegung von Fessenheim
  • Schreiben von Minister Untersteller an die französische Umweltministerin
  • Treffen vom Ministerpräsident Kretschmann mit dem französischen Botschafter in Deutschland
  • Schreiben vom Ministerpräsidenten Kretschmann an Präsident Hollande mit der Bitte, die versprochene Stilllegung von Fessenheim 2016 zu bestätigen
  • Treffen von Ministerpräsident Kretschmann und Umweltminister Untersteller mit der französischen Umweltministerin Royal in Paris: Zeitplan der Abschaltung und Zusammenarbeit bei der Thematik Unternehmensansiedlung am Standort

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Im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft ist die Sicherheitsbewertung des grenznahen Kernkraftwerks Fessenheim 2015 aktualisiert worden. Mehr


Gutachten des Öko-Instituts zum EU-Stresstest

Das Öko-Institut hat im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft 2012 ein Gutachten zur Sicherheitsbewertung der grenznahen Kernkraftwerke Fessenheim und Beznau erstellt. Mehr

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