Zwischenlagerung

VOR ABGABE AN EIN ENDLAGER

Zwischenlagerung konditionierter Abfälle

Die angefallenen radioaktiven Abfälle aus Kerntechnik, Medizin und Gewerbe müssen nach erfolgter Konditionierung, das heißt endlagergerechter Verarbeitung, bis zu ihrer Abgabe in ein Endlager zwischengelagert werden. Für schwach- und mittelradioaktive Abfälle wird derzeit Schacht Konrad, ein stillgelegtes Eisenerz-Bergwerk im Stadtgebiet Salzgitter, zum Endlager umgerüstet.

Lagerung von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen

  • Reststoffbearbeitungszentren und Standortabfalllager

    Insbesondere beim Rückbau der Kernkraftwerke fallen größere Mengen schwach- und mittelradioaktive Abfälle an. Für die Abwicklung des Abbaus sind an den Kernkraftwerksstandorten neue logistische Einrichtungen zur Bearbeitung, Behandlung und Konditionierung der abgebauten Anlagenteile und zur Lagerung der anfallenden schwach- und mittelradioaktiven Abfälle erforderlich, bis diese in ein entsprechendes Endlager verbracht werden können.

    In Reststoffbearbeitungszentren (RBZ) kann das Abfallvolumen auf ein Minimum reduziert werden. Ein wesentlicher Teil der Reststoffe kann danach dem Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden. Die verbleibenden radioaktiven Abfälle gehören in die Klasse der schwach- und mittelradioaktiven Abfälle. Für diese Abfälle errichtet die EnBW Kernkraft GmbH (EnKK) an den Standorten Neckarwestheim und Philippsburg Zwischenlager, sogenannte Standortabfalllager (SAL).

    Hauptabteilung Dekontaminationsbetriebe

    Ein weiteres großes Lager für schwach- und mittelradioaktive Stoffe befindet sich bei der Hauptabteilung Dekontaminationsbetriebe (HDB) der Kerntechnischen Entsorgung Karlsruhe GmbH (ehemals Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe GmbH).

Lagerung von Brennelementen

  • In Atomkraftwerken werden abgebrannte Brennelemente durch frische ersetzt. Die abgebrannten Brennelemente müssen entsorgt werden. Zunächst werden die abgebrannten Brennelemente zwischengelagert, dann gelangen sie in ein Endlager. Entsprechend den Anforderungen des Atomgesetzes haben die Betreiber Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente an den Kernkraftwerksstandorten errichtet, die über den 1. Juli 2005 hinaus betrieben werden.

    Abgebrannte Brennelemente besitzen unmittelbar nach ihrer Entladung aus dem Reaktor noch eine sehr hohe Strahlungsleistung und damit Wärmeentwicklung. Sie müssen deshalb an den Kraftwerksstandorten in gekühlten Abklingbecken oder Nasslagern verbleiben, bis die Wärmeentwicklung ausreichend abgeklungen ist. Nach durchschnittlich fünf Jahren ist die Wärmeleistung so weit reduziert, dass die Brennelemente in Transport- und Lagerbehälter verladen und in die Zwischenlager überführt werden können.

    In Baden-Württemberg verfügen die Anlagen Neckarwestheim (GKN) und Philippsburg (KKP) über genehmigte Standort-Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente mit einer Kapazität von 151 CASTOR-Behältern bei GKN bzw. 152 CASTOR-Behältern bei KKP. Die Brennelemente des Kernkraftwerks Obrigheim, das momentan stillgelegt wird, befinden sich zur Zeit im externen Brennelement-Nasslager. Die EnBW Kernkraft GmbH (EnKK) hat die Genehmigungen für den Transport der Brennelemente nach GKN und die Einlagerung in das dortige Standortzwischenlager beantragt. Die Genehmigung für die Einlagerung hat das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit erteilt und den Transport der Brennelemente in CASTOR-Behältern über den Neckar am 16. Mai 2017 genehmigt. Insgesamt handelt es sich um 15 Behälter mit abgebrannten Brennelementen.

Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente im Ausland – Entsorgung

  • Bis zum 1. Juli 2005 war es erlaubt, abgebrannte Brennelemente aus deutschen Kernkraftwerken an die ausländischen Wiederaufarbeitungsanlagen zum Zwecke der Wiederaufarbeitung zu liefern.

    Bei der Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente fallen vor allem wärmeentwickelnde, hochradioaktive Abfälle an. Diese Abfälle, die zunächst in flüssiger Form vorliegen, werden an den Standorten der Wiederaufarbeitungsanlagen verglast und damit verfestigt. Die dabei hergestellten Produkte, so genannte HAW-Glaskokillen (HAW: Highly Active Waste), werden in Transport- und Lagerbehältern (zum Beispiel des Typs CASTOR) nach Deutschland zurückgeführt und dort zwischengelagert.

    Mittel- und schwachradioaktive Abfälle fallen bei der Wiederaufarbeitung abgebrannter Kernbrennstoffe ebenfalls an und müssen bis zu ihrer Endlagerung zwischengelagert werden.


Nukleare Sicherheit

Nachrüstung der deutschen Zwischenlager

Die Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle in Deutschland sollen nachgerüstet werden. Darauf haben sich die Betreiber der Anlagen und die zuständigen Aufsichts- und Genehmigungsbehörden der Länder verständigt. Mehr

Fragen und Antworten

FAQ zum Genehmigungsverfahren von RBZ und SAL Zur FAQ

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