Verglasungseinrichtung (VEK)

Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe (WAK) GmbH

Verglasungseinrichtung Karlsruhe (VEK)

  • Verglasungseinrichtung der Wiederaufbereitungsanlage (WAK) GmbH

Bei der Wiederaufarbeitung bestrahlter Brennelemente sind bis zur Einstellung des Anlagenbetriebs im Jahr 1990 ca. 60 m³ hoch­radio­aktives flüssiges Abfallkonzentrat (High Active Waste Concentrate = HAWC) mit einem Radioaktivitätsinventar von ca. 6×1017 Bq angefallen. Es wurde in der Lagereinrichtung für hochradioaktive Abfälle (LAVA) in zwei Lagerbehältern unter ständigem Kühlen und Rühren aufbewahrt.

Der Rückbau der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe (WAK) ist im Prozessgebäude weit fortgeschritten. Voraussetzung für den endgültigen Rückbau der WAK ist allerdings die Entsorgung des HAWC, da erst danach auch die Lager für hochradioaktive Flüssigabfälle abgebaut werden können. 

Die international bevorzugte Methode, hochradioaktive Flüssigabfälle zu entsorgen, ist die Einbindung der Aktivitätsträger in Form von Oxiden in eine Glasmatrix, da damit ein stabiles Produkt mit sehr geringem Freisetzungspotential entsteht. Aus diesem Grund wurde in den Jahren 1968 bis 2009 die Verglasungseinrichtung Karlsruhe errichtet.

Verglasung des gelagerten hoch­radio­aktiven flüssigen Abfallkonzentrats

Dabei wurden höchste Anforderungen an die Auslegung der Anlage und an ihren Betrieb gestellt. Das Bauwerk und die Prozesskomponenten sind z.B. gegen Erdbeben und Flugzeugabsturz ausgelegt und die Abluft, bzw. das Abgas aus der Anlage werden mehrstufig gereinigt, bevor sie über den Kamin abgeleitet werden.

Zum Nachweis des sicheren Betriebs der Anlage musste die Verglasung außerdem mit einem so genannten „Simulat“ demonstriert werden, d.h. mit einer inaktiven Lösung, die zwar chemisch dem HAWC entsprach, aber keine Aktivitätsträger enthielt. Erst nach dem erfolgreichen Abschluss dieses Testbetriebs konnte der nukleare Betrieb, d.h. die Verglasung des HAWC, im September 2009 aufgenommen werden. Im Juni 2010 war die Verglasung des gelagerten HAWC abgeschlossen.

Dekontaminationsprogramm zum weiteren Rückbau der Anlage

Zur Minimierung des Abfalls und um gute Bedingungen für den noch folgenden Rückbau der Anlage zu schaffen, war danach ein Dekontaminationsprogramm durchgeführt worden, bei der die Komponenten so weit wie möglich von Kontaminationen befreit und die dabei anfallenden Dekontaminationslösungen ebenfalls verglast wurden.

Es gelang, ca. 99,9 % der Spaltstoffe und der Spaltprodukte zu verglasen, mit Ausnahme des Cäsiums, das zu ca. 92 % in die Glaskokillen eingebunden wurde. Im November 2010 wurden die Verglasung der Dekontaminationslösungen mit der Produktion der 140. Kokille abgeschlossen und im Februar 2011 insgesamt fünf Transport- und Lagerbehälter des Typs CASTOR HAW 20/28 mit den produzierten Glaskokillen in das Zwischenlager Nord abtransportiert.

Ein Rest von ca. 3 m³ Flüssigkeit war nach dem Spülprogramm noch vorhanden. Diese Restlösung wurde auf zwei Behälter in der VEK verteilt und trocknete dort bis zum Ende des Jahres 2012 vollständig ein. Nach ersten Abschätzungen befinden sich jetzt noch radioaktive Stoffe in der Größenordnung von 1×1016 Bq in der Anlage, wobei Cäsium der Hauptaktivitätsträger ist.

Nachdem die Anlage trocken war, konnten im Jahr 2013 die restlichen der bereits gestatteten Außerbetriebnahmen in der VEK durchgeführt werden. Der für das Jahr 2013 angekündigte Genehmigungsantrag auf Abbau des Anlageteils VEK wurde nicht gestellt, da im Zuge der Diskussion über die Entsorgung des beim Abbau anfallenden mittelradioaktiven Abfalls eine Neuplanung der Abbaustrategie VEK notwendig wurde.

Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft ist die zuständige Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde.


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