Kernenergie

Vorgetäuschte Sicherheitsprüfungen im Kernkraftwerk Philippsburg 2 (KKP 2)

Im Zuge der Prüfung des meldepflichtigen Ereignisses im Kernkraftwerk Philippsburg, Block 2 (KKP 2) vom 01.03.2016 (ME 02/2016) hat das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft u. a. festgestellt, dass eine für den 10.12.2015 protokollierte Wiederkehrende Prüfung (WKP) mit einem Prüfstrahler nicht die zu erwartende Anzeige in der Kernreaktor-Fernüberwachung (KFÜ) erzeugt hatte. Die daraufhin eingeleiteten Überprüfungen ergaben, dass insgesamt neun WKP an Einrichtungen der Strahlenmesstechnik zwar vollständig protokolliert, aber nicht durchgeführt worden waren. Bei 15 weiteren Prüfungen wurden Termindiskrepanzen (Vor- und Rückdatierungen) festgestellt.    

Die WKP sind ein wichtiges Instrument, um zu gewährleisten, dass eine Anlage genehmigungskonform und mit der erforderlichen Schadensvorsorge betrieben wird. Auf die neun vorgetäuschten WKP und die 15 WKP mit Termindiskrepanzen reagierte das Umweltministerium als zuständige Aufsichtsbehörde mit einer aufsichtlichen Anordnung. Das KKP 2 durfte danach erst unter Erfüllung von Voraussetzungen wieder in Betrieb gehen.

Den ebenfalls in der Anordnung geforderten Bericht zur Ereignisanalyse hat der Betreiber nach dem Wiederanfahren fristgerecht vorgelegt. Die zur Erfüllung der Anordnung ergriffenen Maßnahmen und die Erkenntnisse aus der Ereignisanalyse wurden und werden von der Aufsichtsbehörde und von zugezogenen Sachverständigen bewertet, ebenso wird die Wirksamkeit der Maßnahmen überprüft.