KKW in Baden-Württemberg

Philippsburg (KKP) 2

Das Kernkraftwerk Philippsburg 2 ist mit einem Druckwasserreaktor des Herstellers Siemens-KWU der 3. Baureihe, auch Vor-Konvoi genannt, ausgerüstet. Im Juli 1977 wurde mit dem Bau der Anlage begonnen, Ende 1984 ging das Kraftwerk in Betrieb und im April 1985 ans Netz. Sobald die genehmigten Reststrommengen produziert worden sind, erlischt die Betriebserlaubnis der Anlage KKP 2, jedoch spätestens Ende des Jahres 2019.

Die Betriebsgenehmigung der Anlage KKP 2 wurde am 21.4.1986 erteilt, größere Nachrüstmaßnahmen waren bisher nicht erforderlich. Dennoch wurden für durchschnittlich 2,5 Mio. Euro pro Jahr sicherheitstechnische Verbesserungen durchgeführt, die sich aufgrund der gewonnenen Betriebserfahrung als geboten oder zweckmäßig erwiesen haben.

Weiterhin wurden anlageninterne Notfallschutzmaßnahmen nachgerüstet sowie ein anlagenspezifischer Kernkraftwerksimulator zur Schulung des Personals in Betrieb genommen.

Zum Jahresbeginn 2010 wurde in den Kernkraftwerken Philippsburg und Neckarwestheim eine Organisationsänderung in Kraft gesetzt. Mit ihr werden die Aufgaben einiger Fachbereiche geändert sowie drei Fachbereiche eingerichtet, die standortübergreifend tätig sind. Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft hat im November 2009 diese Änderung genehmigt.

Um die beim Rückbau von KKP 1 und KKP 2 anfallenden Abfälle konditionieren und zwischenlagern zu können, hat die EnBW im April 2014 ein Standortabfalllager (SAL) und ein Reststoffbearbeitungszentrum (RBZ) am Standort Philippsburg beantragt. Für den Umgang mit sonstigen radioaktiven Stoffen im SAL und RBZ wird jeweils eine Genehmigung nach § 7 Strahlenschutzverordnung zum Umgang mit radioaktiven Stoffen und eine Baugenehmigung benötigt.

Das Umweltministerium hat diese Genehmigungen für das RBZ und SAL am 17.12.2018 erteilt. Die für die Errichtung der Gebäude erforderlichen Baugenehmigungen erteilte das Landratsamt Karlsruhe. Der Betreiber plant, RBZ und SAL 2019 in Betrieb zu nehmen.

Im Juli 2016 hat die EnBW die Stilllegungs- und Abbaugenehmigung (SAG) für KKP 2 beim Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg als zuständige Genehmigungsbehörde beantragt. Die SAG umfasst jeweils eine Beschreibung der insgesamt geplanten Vorhaben im Zusammenhang mit der endgültigen Stilllegung und dem Abbau des Kraftwerks. Die Antragsunterlagen lagen vom 9. April bis 8. Juni 2018 für die Öffentlichkeit aus. Der Erörterungstermin fand am 25. und 26. September 2018 in der Bruhrainhalle in Huttenheim (Philippsburg) statt.