ZWISCHENLAGERUNG KONDITIONIERTER ABFÄLLE

Zwischenlager Philippsburg

Zwischenlager des Kernkraftwerks Philippsburg (Bild: EnBW Kernkraft GmbH)

Das Zwischenlager Philippsburg befindet sich auf dem KKP-Betriebsgelände. Dadurch ist der Transportweg eines beladenen Behälters sehr kurz, wobei keine öffentlichen Verkehrswege benutzt werden. Bei dem Zwischenlager handelt es sich um ein Lagergebäude in Stahlbetonkonstruktion mit passiver Naturlüftung. Das Lagergebäude ist rund 92m lang, rund 37m breit und rund 18m hoch.

Das Gebäude ist in einen Verlade- und zwei Lagerbeiche aufgeteilt. Im Verladebereich befinden sich die Behälterannahme und die Behälterwartungsstation, es ist auch Platz für die Transportfahrzeuge. Die beiden Lagerbereiche haben Stellplätze für rund 152 Behälter. Die für die Zwischenlagerung verwendeten Behälter haben die Zulassung als Versandstückmuster des Typs B(U) für spaltbare radioaktive Stoffe und erfüllen alle sicherheitstechnischen Anforderungen für den dichten Einschluss des radioaktiven Inventars beim Transport und bei der Lagerung. Pro Jahr werden ca. 4 bis 6 Transport- und Lagerbehälter in das Zwischenlager aufgenommen. Für die Zwischenlagerung ist ein Zeitraum von maximal 40 Jahren ab dem Zeitpunkt der Einlagerung des ersten Behälters in das Zwischenlager vorgesehen.

Im März 2007 wurde das Zwischenlager am Standort Philippsburg in Betrieb genommen. Seit dem 01.07.2005 sind Transporte zur Wiederaufbereitung sowie zur Zwischenlagerung in Ahaus und Gorleben untersagt. Die in geeigneten Transport- und Lagerbehältern eingelagerten bestrahlten Brennelemente erzeugen während der Zwischenlagerung Nachzerfallswärme. Über die Behälter wird die Wärme in den Lagerbereich abgegeben. Lüftungsöffnungen in den Außenwänden und im Dach ermöglichen eine Naturzuglüftung.

Nach der Zwischenlagerung werden die bestrahlten Brennelemente zu einer kerntechnischen Anlage transportiert, in der die Brennelemente für die Endlagerung verpackt und von der sie ins Endlager transportiert werden.

Reststoffbearbeitungszentren und Standortabfalllager

Beim Rückbau der Kernkraftwerke fallen größere Mengen schwach- und mittelradioaktive Abfälle an. Für die Abwicklung des Abbaus sind an den Kernkraftwerksstandorten neue logistische Einrichtungen zur Bearbeitung, Behandlung und Konditionierung der abgebauten Anlagenteile sowie zur Lagerung der anfallenden schwach- und mittelradioaktiven Abfälle erforderlich, bis diese in ein entsprechendes Endlager verbracht werden können.

In den Reststoffbearbeitungszentren (RBZ) kann das Abfallvolumen auf ein Minimum reduziert werden. Ein wesentlicher Teil der Reststoffe kann danach dem Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden. Die verbleibenden radioaktiven Abfälle gehören in die Klasse der schwach- und mittelradioaktiven Abfälle.

Für diese Abfälle hat die EnBW Kernkraft GmbH (EnKK) an den Standorten Neckarwestheim und Philippsburg Zwischenlager, sogenannte Standortabfalllager (SAL) errichtet. Das Umweltministerium hat die für den Umgang mit radioaktiven Stoffen in den Reststoffbearbeitungszentren und Standortabfalllägern notwendigen Genehmigungen nach § 7 der Strahlenschutzverordnung am 17.12.2018 erteilt. Der Betreiber plant, die Reststoffbearbeitungszentren und Standortabfallläger 2019 in Betrieb zu neh-men.