Zwischenlagerung konditionierter Abfälle

Zwischenlager Neckarwestheim

Castoren im Zwischenlager des Kernkraftwerks Neckarwestheim (Bild: © ENBW)

Im Oktober 2006 ging das Zwischenlager Neckarwestheim (GKN ZL) in Betrieb, welches sich auf dem Betriebsgelände befindet, so dass für die Transporte in das GKN ZL keine öffentlichen Verkehrswege genutzt werden müssen. Die 15 bis dahin in einem Interimslager abgestellten CASTOR-Behäl­ter wurden bis Ende 2006 in das GKN ZL verbracht. Jährlich werden etwa fünf Behälter neu eingelagert.

Aufgrund der besonderen örtlichen Gegebenheiten am Standort Neckarwestheim ist das Standortzwischenlager in zwei Tunnelröhren errichtet worden. Die beiden Tunnelröhren sind 84 und 90 m lang, jeweils 14 m breit und 17,3 m hoch und bieten Platz für 151 Transport- und Lagerbehälter des Typs CASTOR V/19. Die in den CASTOREN eingelagerten bestrahlten Brennelemente erzeugen während der Zwischenlagerung Nachzerfallswärme. Über die Behälter wird die Wärme in den Lagerbereich abgegeben. Die Kühlung erfolgt durch Naturzuglüftung über Lüftungsöffnungen an den Tunneleingängen und das Abluftbauwerk.

Reststoffbearbeitungszentren und Standortabfalllager

Beim Rückbau der Kernkraftwerke fallen größere Mengen schwach- und mittelradioaktive Abfälle an. Für die Abwicklung des Abbaus sind an den Kernkraftwerksstandorten neue logistische Einrichtungen zur Bearbeitung, Behandlung und Konditionierung der abgebauten Anlagenteile sowie zur Lagerung der anfallenden schwach- und mittelradioaktiven Abfälle erforderlich, bis diese in ein entsprechendes Endlager verbracht werden können.

In den Reststoffbearbeitungszentren (RBZ) kann das Abfallvolumen auf ein Minimum reduziert werden. Ein wesentlicher Teil der Reststoffe kann danach dem Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden. Die verbleibenden radioaktiven Abfälle gehören in die Klasse der schwach- und mittelradioaktiven Abfälle.

Für diese Abfälle hat die EnBW Kernkraft GmbH (EnKK) an den Standorten Neckarwestheim und Philippsburg Zwischenlager, sogenannte Standortabfalllager (SAL) errichtet. Das Umweltministerium hat die für den Umgang mit radioaktiven Stoffen in den Reststoffbearbeitungszentren und Standortabfalllägern notwendigen Genehmigungen nach § 7 der Strahlenschutzverordnung am 17.12.2018 erteilt. Der Betreiber plant, die Reststoffbearbeitungszentren und Standortabfallläger 2019 in Betrieb zu neh-men.