Verwertung und Beseitigung

De-minimis-Konzept

Als Maßstab für die Unbedenklichkeit gilt international das sogenannte De-minimis-Konzept. De Minimis bedeutet „um Kleinigkeiten“ und um diese kümmert sich der Gesetzgeber bei derartigen Grenzwerten nicht.

In Bezug auf die Freigaberegelung bedeutet dies, dass die Radioaktivität von freigegebenen Stoffen so verschwindend gering ist, dass der Gesetzgeber sie im Hinblick auf mögliche Schäden als nicht existent betrachtet.

Infolgedessen entlässt der Gesetzgeber freigemessene Abfälle aus der strahlenschutzrechtlichen Überwachung , wenn die jährliche Strahlenbelastung für Einzelpersonen der Bevölkerung maximal 10 Mikrosievert (μSv) (effektive Dosis) beträgt. Diese Dosis gilt als unbedenklich. Sie liegt bei etwa 0,5 Prozent der ohnehin vorhandenen natürlichen Strahlenbelastung und kann laut Gesetz außer Acht gelassen werden. Die durchschnittliche jährliche Gesamtbelastung in Deutschland liegt bei 4000 µSv (aus natürlichen und zivilisatorischen Quellen).

Zum Vergleich einige Werte zur jährlichen Strahlenbelastung der Bevölkerung (siehe Grafik [01/17; 285 KB]):

  • Die natürliche Strahlenbelastung liegt in Deutschland im Durchschnitt bei ca. 2100 µSv pro Jahr.
  • Die künstliche Strahlenbelastung beläuft sich auf ca. 1900 µSv/a
  • Ein Flug von Deutschland auf die Kanaren führt zu einer Dosis von 10 bis 20 µSv.
  • Es gibt hinsichtlich ihrer Wirkung auf den Menschen keinen Unterschied zwischen natürlicher und künstlicher Radioaktivität.