Messwerte

Luft-Aktivitätskonzentration

Die Radioaerosolmessstationen des Landes ermitteln mit Hilfe der Gamma-Spektroskopie die Aktivitätskonzentration aerosolgebundener gamma-strahlender Radionuklide („Radioaerosole“) in der Luft. Von den zwölf Messstationen in Baden-Württemberg werden fünf zur Überwachung von Kernkraftwerken eingesetzt, weitere sieben dienen zur Umweltüberwachung.

Funktionsweise der Messstationen

Mit Hilfe einer Pumpe wird Luft über eine Filterpatrone geleitet. Die Aerosole werden auf dem Aerosolfilter festgehalten, die dahinter befindliche Aktivkohle ist zusätzlich in der Lage, elementares, gasförmiges Radiojod zu absorbieren. Ein Halbleiterdetektor misst online während der Filterbestaubung die nuklidspezifische Gammastrahlung und bestimmt daraus die Aktivitätskonzentration der detektierten Radionuklide.

Die Messreihen zeigen eine Auswahl von drei Nukliden: Cäsium-137 und Jod-131 sind künstliche Nuklide, wie sie typischerweise beim Zerfall von Uran im Reaktor entstehen. Die Konzentrationen liegen in der Regel unter der Nachweisgrenze. Unterschreitet die Aktivitätskonzentration die Nachweisgrenze des Messsystems, wird anstatt eines Messwertes die Nachweisgrenze ausgegeben. Mit zunehmender Beladung des Filters steigt der gemessene Hintergrund und somit die Nachweisgrenze an.

Täglich um 24 Uhr beginnt der Auswertezyklus von Neuem. Dadurch entsteht der typische sägezahnartige zeitliche Verlauf der Nachweisgrenzen. Zum Vergleich wird noch das natürlich vorkommende Nuklid Blei-214 gezeigt, dessen Aktivitätskonzentration einer natürlichen Schwankung unterliegt. 

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