Windkraft

Zwischenbericht „Tieffrequente Geräusche und Infraschall von Windkraftanlagen und anderen Quellen“ veröffentlicht

Umweltminister Franz Untersteller und LUBW-Präsidentin Margareta Barth: „Die Untersuchung belegt, dass Windenergieanlagen zu keinen nennenswerten Infraschallimmissionen führen.“

Die LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg hat heute (12.02.) einen Zwischenbericht zu ihrem Messprojekt „Tieffrequente Geräusche und Infraschall von Windkraftanlagen und anderen Quellen“ veröffentlicht. „Ziel des Projektes ist es, eine breite Datengrundlage zu Infraschall und tieffrequenten Geräuschen aus unterschiedlichen Quellen zu erhalten, um diese miteinander vergleichen zu können. Wir wollen damit die Diskussion über diese Schallwellen im Zusammenhang mit Windkraftanlagen versachlichen“, erläuterte Margareta Barth, Präsidentin der LUBW.

Ein Ergebnis der bisherigen Messungen ist, dass der Infraschallpegel in der Umgebung von Windkraftanlagen bereits im Nahbereich zwischen 150 und 300 Metern deutlich unterhalb der menschlichen Wahrnehmungsschwelle liegt. Die bisherigen Untersuchungen zeigen auch, dass sich beim Einschalten einer in 700 Metern Abstand befindlichen Windenergieanlage der gemessene Infraschall-Pegel nicht mehr nennenswert erhöht. Der Infraschall wird dann im Wesentlichen vom Wind selbst erzeugt und nicht vom Betrieb der Anlage.

„Die Landesregierung nimmt die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger im Zusammenhang mit dem Ausbau der Windkraft sehr ernst“, betonte Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller. Es sei daher wichtig zu identifizieren, in welchen Bereichen Konflikte mit schützenswerten Belangen möglich und in welchen Bereichen diese nicht zu erwarten seien. „Die bisherigen Untersuchungen der LUBW belegen, dass das Thema Infraschall dem Ausbau der Windkraft nicht entgegen steht.“

Ergänzende Informationen

Der Hörsinn des Menschen ist in der Lage, Schall zu erfassen, dessen Frequenz etwa zwischen 20 Hertz und 16.000 Hertz liegt, bei Kindern reicht das Spektrum bis etwa 20.000 Hertz. Als tieffrequent bezeichnet man Geräusche, wenn ihre vorherrschenden Anteile im Frequenzbereich unter 100 Hertz liegen. Schall unterhalb des Hörbereiches nennt man Infraschall, das sind Frequenzen von weniger als 20 Hertz.

Infraschall und tieffrequente Geräusche sind alltäglicher Bestandteil unserer Umwelt. Die vom Wind selbst verursachten Windgeräusche erzeugen Infraschall, andere natürliche Quellen sind Wasserfälle oder Meeresbrandung. Technische Quellen sind beispielsweise Heizungs- und Klimaanlagen, Wärmepumpen, Straßen-, Schienen- und Luftverkehr oder Lautsprechersysteme in Diskotheken.

Schon jetzt bieten die in diesem Zwischenbericht dargestellten ersten Ergebnisse einen ergiebigen und aktuellen Datenfundus über das Auftreten und die Stärke von Infraschall sowie tieffrequenter Geräusche in unserer Umwelt. Die LUBW wird im Verlauf des Jahres 2015 noch weitere Untersuchungen durchführen. Der Endbericht wird gegen Ende des Jahres erwartet.

Zum Herunterladen

Zwischenbericht und Flyer „Windenergie und Infraschall”

FAQ – Fragen und Antworten

Quelle:

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft und Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz
Kamera beim Filmdreh
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