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Artenschutz
  • 18.01.2018

Wolfssichtung in Korntal-Münchingen bestätigt

Weitere Wolfsverdachtsfälle geklärt

Bei dem Tier, das am 13. Januar in Korntal-Münchingen gefilmt wurde, handelt es sich um einen Wolf. Das hat die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg (FVA) bestätigt. Wo der Wolf sich derzeit befindet, ist nicht bekannt.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Wölfe bei der Suche nach geeigneten Lebensräumen auch dichter besiedelte Bereiche durchqueren. Derzeit gibt es keinerlei Hinweise auf ein ungewöhnliches oder auffälliges Verhalten des Tieres.

Für den Fall, dass ein Wolf ein auffälliges Verhalten zeigen sollte, weil er sich zum Beispiel tagsüber regelmäßig in menschlichen Siedlungen aufhält oder auffälliges Interesse an Menschen zeigt, und sich diesen bis auf wenige Meter aktiv nähert, würde das Bundesnaturschutzgesetz geeignete Maßnahmen erlauben, gegebenenfalls bis hin zur Tötung. „In einem solchen Fall gäbe es kein Zaudern und kein Zögern“, betonte Umweltminister Franz Untersteller.

Außerdem besteht inzwischen Klarheit darüber, dass ein Rotwildriss am 13. Dezember 2017 in Forbach im Nordschwarzwald (Landkreis Rastatt) auf das Konto eines Wolfes geht. Dies ergab die vom Senckenberg-Institut im Auftrag des Umweltministeriums durchgeführte genetische Analyse von Proben, die an dem gerissenen Tier genommen wurden. Die Fachleute der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) gehen davon aus, dass es sich bei dem Wolf um dasselbe Tier handelt, das im November in Bad Wildbad drei Schafe, Ende November bei Simmersfeld Rotwild und Anfang Dezember bei Bad Rippoldsau-Schapbach Rotwild und vermutlich auch Sikawild gerissen hatte.

Ob es sich bei diesem Wolf im Nordschwarzwald um dasselbe Tier handelt, das nun in Korntal-Münchingen gefilmt wurde, ist nicht bekannt. Wölfe sind, solange sie ihr Revier noch nicht gefunden haben, ständig in Bewegung und legen große Strecken zurück.

Auch ein Rehwildriss in Herrenberg-Haslach am 4. Dezember 2017 ist geklärt. Hierfür ist ein Hund verantwortlich. Dies ergab die vom Senckenberg-Institut durchgeführte genetische Analyse von Proben, die an dem gerissenen Reh genommen wurden.

Derzeit untersucht die FVA weitere Verdachtsfälle, unter anderem eine gerissene Ziege in Sersheim bei Vaihingen/Enz am 14. Januar 2018. Die Ergebnisse hierzu werden in circa drei Wochen erwartet.

Beobachtungen von Wölfen sollen umgehend der FVA (Telefon: 0761 4018-274) gemeldet werden.

Wölfe sollten auf keinen Fall angelockt oder gar angefüttert werden. Bei Sichtungen von Wölfen zusammen mit eigenen Hunden sollten diese an die Leine genommen werden.

Weitere Informationen

Verhaltenshinweise beim Zusammentreffen von Mensch und Wolf

Hinweise für Nutztierhalterinnen und Nutztierhalter

Zum Herunterladen

Handlungsleitfaden: Die Rückkehr des Wolfes [12/13; 1,5 MB]


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