Umwelt

Weltweiter Tag des Wassers am 22. März

„Nationale und internationale Zusammenarbeit ist zum Schutz des elementaren Lebenselixiers Wasser unerlässlich“, erklärte Umweltminister Franz Untersteller in Stuttgart anlässlich des morgigen internationalen „Tag des Wassers“. Nicht umsonst habe die UNESCO das Jahr 2013 zum Weltwasserjahr „International Year of Water Cooperation“ ernannt.

Ein hervorragendes Beispiel für eine gelungene Zusammenarbeit aller maßgeblichen Akteure stelle das „Aktionsprogramm zur Sanierung oberschwäbischer Seen“ dar. „Das Seenprogramm belegt eindrucksvoll, dass es trotz unterschiedlicher Interessenlagen von Kommunen, Landwirtschaft, Naturschutz oder Grundstückseigentümern kein Gegeneinander geben muss“, sagte Untersteller. Wenn zu hohe Nährstoffeinträge in die „blauen Augen“ unserer schönen Landschaft verringert, die Gewässer ökologisch verbessert und die zunehmende Verlandung aufgehalten würden, profitierten hiervon sowohl der Umweltschutz als auch die Landwirtschaft, der Tourismus sowie die Bürgerinnen und Bürger im Land.

„Die Zusammenarbeit macht aber nicht an der Landesgrenze halt“, betonte Umweltminister Untersteller. Das Aktionsprogramm leiste vielmehr auch einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Gewässern im Ausland. So sei das Seenprogramm bereits zwei Mal Gegenstand internationaler Fachtagungen gewesen. „Interessierte aus Dänemark, der Schweiz, Österreich, Holland und Frankreich haben sich hierbei über mögliche Maßnahmen zur Sicherung von Gewässern informiert. Außerdem haben sich in den letzten Jahren im Rahmen internationaler Zusammenarbeit Mitarbeiter von Wasserbehörden aus Frankreich, Russland und Bosnien sowie EU-Gruppen mit Fachleuten und Studierenden aus dem Gewässerbereich getroffen, um sich über die Arbeit des Seenprogrammes und die umgesetzten Sanierungsmaßnahmen vor Ort zu informieren“, erklärte der Umweltminister weiter. Schließlich sei das oberschwäbische Seenprogramm seit dem Jahr 2009 am bundesweiten Netzwerk „Lebendige Seen Deutschland“ beteiligt, das vom Global Nature Fund koordiniert wird. Somit sei es indirekt auch am weltweiten Netzwerk „Living Lakes“ beteiligt.

Vom 22. bis zum 28. März zwischen 9.00 und 17.00 Uhr ist im Eingangsbereich des Umweltministeriums, Kernerplatz 9 in Stuttgart, eine Ausstellung zum „Aktionsprogramm zur Sanierung oberschwäbischer Seen“ zu sehen. „Hierzu lade ich alle Interessierten herzlich ein“, so Franz Untersteller.

Weitere Informationen

In der südoberschwäbischen Region nördlich des Bodensees liegen mehr als die Hälfte der Gewässer ganz Baden-Württembergs. Sie prägen das Landschaftsbild und sind wichtig für den Tourismus und die Naherholung. Sie sind aber auch Lebensraum für zahlreiche, teils sehr seltene oder gefährdete Tier- und Pflanzenarten.

Diese Stillgewässer wurden vor allem ab den 1950er Jahren in hohem Maße mit Stoffeinträgen (insbesondere Pflanzennährstoffe) belastet. Das Ergebnis war, dass Algen und Höhere Wasserpflanzen über Gebühr wuchsen, dass die Artenvielfalt abnahm, dass die Fischbestände sich unvorteilhaft entwickelten und teilweise Fischsterben auftraten, dass der Faulschlamm am Gewässergrund zunahm und dass dadurch die Verlandung rasant voranschritt.

Seit 1989 setzt das ursprünglich als Forschungsvorhaben des Umweltministeriums begonnene und seit dem Jahr 2000 bei der PRO REGIO Oberschwaben GmbH angesiedelte „Aktionsprogramm zur Sanierung oberschwäbischer Seen" Maßnahmen um, damit diese Entwicklung verlangsamt wird. Nach umfangreichen Untersuchungen werden für jedes Gewässer spezifische Sanierungsschritte dargestellt, die zu einer Verringerung der Nährstoffeinträge beitragen und den ökologischen Wert der Gewässer verbessern. Zusammen mit den Kommunen, den Landwirten und den Fischern werden dann Sanierungsmaßnahmen umgesetzt. Bisher werden vom Seenprogramm (SOS) in den vier beteiligten Landkreisen insgesamt 105 Seen und Weiher betreut.

Wichtigster Grundsatz des SOS ist, durch Beseitigung der Ursachen die Eutrophierung und Verlandung zu stoppen und nicht die Symptome im Gewässer zu bekämpfen. Alle Maßnahmen werden auf freiwilliger Basis umgesetzt.

Bei vielen Seen und Weihern haben die umgesetzten Maßnahmen teils zu erheblichen Verbesserungen geführt. Allerdings sind diese Sanierungserfolge insbesondere wegen der sich verändernden agrarpolitischen Rahmenbedingungen (zunehmender Flächendruck, Intensivierung) gefährdet.

Bei der Ausstellung werden anhand von Schautafeln die Themen Entstehung der Gewässer, ökologische Bedeutung, aktuelle Einflüsse, Sanierungsmaßnahmen und Weiherwirtschaft anschaulich dargestellt. Informative Broschüren stehen begleitend zur Verfügung.