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Umwelttechnik
  • 13.07.2017

Umwelttechnikpreis Baden-Württemberg 2017 – Umweltminister Franz Untersteller ehrt herausragende Unternehmensentwicklungen

„Baden-Württembergs Unternehmen zeichnen sich auf dem Gebiet der Umwelttechnik durch eine hohe Innovationskompetenz aus. Das kommt ihrer Wettbewerbsfähigkeit und unserer Umwelt zugute.“  

In Fellbach sind heute (13.07) zum fünften Mal die Umwelttechnikpreise des Landes Baden-Württemberg verliehen worden. Der Preis wird in 4 Kategorien vergeben, dazu gibt es einen Sonderpreis der Jury. Dotiert ist der Umwelttechnikpreis mit insgesamt 100.000 Euro.

Umweltminister Franz Untersteller würdigte in seiner Laudatio die mehr als 80 eingegangenen Bewerbungen um den Umwelttechnikpreis, von denen es 24 in die engere Auswahl der Jury geschafft haben. „Die hohe Anzahl an Bewerbungen zeigt zum einen, dass der Umwelttechnikpreis attraktiv ist“, sagte Untersteller. „Vor allem aber zeigt es, wie viel Innovationskraft in den Unternehmen der Branche steckt.“

Umwelttechnik sei ein weltweit boomender Markt, und der Bedarf nach energie- und materialeffizienten Verfahren und ressourcenschonenden Produkten werde in Zukunft weiter zunehmen, prophezeite Untersteller. „Dieser Trend ist nicht nur eine ökologische Notwendigkeit, wenn wir unseren Planeten für unsere Enkel und deren Enkel lebenswert erhalten wollen. Er ist auch eine ökonomische Chance für innovative Unternehmen und damit für Produkte mit dem Gütesiegel Made in Baden-Württemberg“.

Der Umwelttechnikpreis helfe diesen Unternehmen dabei, mit ihren Produkten bekannter zu werden und sich im Markt besser zu etablieren, sagte Untersteller weiter. Und er solle Ansporn geben, auch in Zukunft in effiziente Umwelttechnologien zu investieren.      

Die Preisträger

Informationen zu den Unternehmen, die den ersten Preis in den jeweiligen Kategorien gewonnen haben sowie zum Gewinner des Sonderpreises, sind als separate Pressemitteilungen dieser PM beigefügt.

2. Preis Energieeffizienz: 
MANN + HUMMEL, Ludwigsburg: Spin-On Separator: StarBox2 GV

Die Drucklufterzeugung ist immer noch einer der energieintensivsten und teuersten Nebenbetriebsbereiche in der Produktion. Der Filter senkt den Energiebedarf für die Drucklufterzeugung deutlich. Durch die umfangeiche Nutzung von Druckluft in Industrie und Gewerbe kann der Filter sehr breit eingesetzt werden. Darüber hinaus ist die Nachrüstung von bestehenden Anlagen möglich, was eine schnellere Verbreitung unterstützt. Mit dem 2. Preis wird auf die Möglichkeit der energieeffizienteren Drucklufterzeugung aufmerksam gemacht.

3. Preis Energieeffizienz: 
Felss Holding GmbH, Königsbach-Stein: Generation e4.0: Material und Energieeffizienz durch Kaltumformung

Kaltumformen bietet eine materialeffiziente Technologie, die insbesondere für den Leichtbau genutzt werden kann. Der Schwerpunkt in diesem Fall liegt aber auf dem besonders energieeffizienten Betrieb der Anlage (Umstellung von hydraulischen auf elektrische Antriebe). Durch Verknüpfung mit Industrie 4.0-Lösungen wird zusätzlich der zukunftssichere Betrieb gewährleistet.

2. Preis Materialeffizienz: 
Lipp GmbH, Tannhausen: Trinkwasserbehälter aus Edelstahl „Tech Tanks“

Trinkwasserbehälter aus Edelstahl gewinnen zunehmend an Bedeutung. Dabei muss hochwertiger Edelstahl materialschonend eingesetzt werden. Mit der speziellen Spiralbauweise des Trinkwasserbehälters gelingt es, den Materialverbrauch erheblich zu reduzieren und Energie bei der Herstellung einzusparen. Gleichzeitig weist der Behälter durch spezielle konstruktive Merkmale wie dem Rillenprofil eine deutlich höhere Stabilität bei gleichem Materialeinsatz auf.

matteco GmbH, Kappelrodeck: Hochwertige, 100 Prozent recyclingfähige Gummimatten aus Altreifenrecyclat 

Obwohl es viele Recyclingprodukte aus Altreifen gibt, zeichnen sich diese Matten durch ihre hochwertigen technischen Eigenschaften und die zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten aus. Sie erfüllen die hohen technischen Anforderungen von Kautschukprodukten und sind daher im industriellen Umfeld einsetzbar. Gleichzeitig sind sie selbst wieder zu 100 Prozent recyclingfähig, was eine echte Kreislaufführung des Produkts ermöglicht.

3. Preis Materialeffizienz: 
TRUMPF GmbH + Co. KG, Ditzingen: Highspeed Eco

Im Vordergrund steht die Vermeidung von Gasverlusten beim Laserschneiden mittels einer neuen Düsengeometrie. Preiswürdig ist das Verfahren, da es gelungen ist, den Zielkonflikt zwischen dem möglichst dichten Führen des Laserkopfes über das Material zur Vermeidung von Gasverlusten und der sicheren Entfernung des Laserkopfes, um Materialunebenheiten auszugleichen, zu lösen. Für den Anwender sind neben dem optimalen Gaseinsatz wirtschaftliche Vorteile sowie die Reduktion von CO2-Emissionen von Vorteil.

2. Preis Emissionsminderung, Aufbereitung und Abtrennung: 
GEO-Bohrtechnik GmbH, Blaustein/Bermaringen: Altlastensanierungsverfahren ISCORAPID®

Die Besonderheit dieser Bewerbung liegt in dem speziell entwickelten Injektionsteil, das die Materialien zur Altlastensanierung erheblich genauer dosiert und auch in Bereiche im Erdreich einbringen kann, die mit anderen Verfahren nicht erreicht werden. Da der Chemikalieneintrag gegenüber herkömmlichen Verfahren optimiert ist, laufen auch die chemischen Abbauprozesse schneller ab. Das Verfahren wurde gemeinsam mit VEGAS der Uni Stuttgart entwickelt. GEO-Bohrtechnik ist für den Injektionspart zuständig, während VEGAS die chemische Dekontamination optimiert.

3. Preis Emissionsminderung, Aufbereitung und Abtrennung: 
INERATEC GmbH, Karlsruhe: Chemische Kompaktanlage zur dezentralen Umwandlung von Treibhausgasen in Chemikalien und synthetische Kraftstoffe

Mikrosystemanlagen sind ein vielversprechender Trend, prozesstechnische Verfahren energie- und materialeffizient zu gestalten. Bei dem vorgestellten Verfahren werden synthetische Kraftstoffe nach der Fischer-Tropsch-Synthese hergestellt. Mit der Kompaktanlage entfallen aufwendige Komponenten, An- und Abfahren der Anlage erfolgt erheblich schneller und ein Abfackeln überschüssiger Prozessgase entfällt. Mit dem Preis wird ein Zeichen gesetzt, diesen Trend hin zu ressourceneffizienten Verfahren zu unterstützen.

Lechler GmbH, Metzingen: Lechler VarioClean® - NOx

Mit dem Preis will die Jury auch den Fortschritt in einer etablierten Industrie herausstellen. Das Düsensystem zur NOx-Rauchgasreinigung zeichnet sich durch pfiffige Lösungen aus und lässt sich modular auf die verschiedenen Grundanforderungen skalieren. Dies stellt sicher, dass unter einer Vielzahl von Bedingungen eine NOx-Rauchgasreinigung auch in weniger technologisch entwickelten Regionen durchgeführt wird. Es handelt sich um eine komplexe Lösung aus Software und Hardware, die entsprechend den Anforderungen „mitwachsen“ kann.

2. Preis Mess-, Steuer- und Regeltechnik, Industrie 4.0:
Palas® GmbH, Karlsruhe: Fidas® Feinstaubaerosolspektrometer

Feinstaub stellt ein erhebliches Problem in den baden-württembergischen Städten dar. Mit dem weltweit einzigen zertifizierten Feinstaubmesssystem erfolgt eine genaue PM2,5- und PM10-Messung. In Verbindung mit Industrie 4.0-Lösungen können Daten online übertragen und ausgewertet werden. Der hohe Bedienkomfort unterstützt eine korrekte Datenerfassung.

Weitere Informationen

Umwelttechnikpreis 2017

Ergänzende Informationen

Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg vergibt alle zwei Jahre den Umwelttechnikpreis Baden-Württemberg. Der Preis soll für hervorragende und innovative Produkte und Verfahren in der Umwelttechnik verliehen werden.

Das Preisgeld beträgt 100.000 Euro und wird auf vier Kategorien und einen Sonderpreis der Jury verteilt. Die Kategorien sind

  • Energieeffizienz
  • Materialeffizienz
  • Emissionsminderung, Aufbereitung und Abtrennung
  • Mess-, Steuer- und Regeltechnik, Industrie 4.0

Der Sonderpreis der Jury wird an ein Produkt aus einer dieser Kategorien verliehen und orientiert sich an aktuellen umweltpolitischen Herausforderungen und technischen Erfordernissen.

In diesem Jahr bekommen Gewinner des ersten Preises jeweils 9.000 Euro Preisgeld, die Gewinner eines zweiten Preises 7.000 Euro und die Gewinner eines dritten Preises 5.000 Euro. Der Sonderpreis ist mit 9.000 Euro dotiert.

Teilnahmeberechtigt für den Umwelttechnikreis sind Unternehmen mit Sitz oder einer Niederlassung in Baden-Württemberg. Ausgezeichnet werden Produkte, die einen bedeutenden Beitrag zur Ressourceneffizienz und Umweltschonung leisten und kurz vor der Markteinführung stehen oder nicht länger als zwei Jahre am Markt sind.

Im Unterschied zum Umweltpreis, den das Ministerium seit 1993 vergibt, liegt die Zielrichtung des Umwelttechnikpreises auf einem Produkt oder Verfahren und dessen besonderen umwelttechnischen Leistungsfähigkeiten und nicht auf unternehmensinternen Prozessen.

Der nächste Umwelttechnikpreis wird 2019 verliehen.

Zum Herunterladen

Gewinner der Kategorie „Energieeffizienz“: Consolar Solare Energiesysteme GmbH, Lörrach [07/17; 123 KB]
Gewinner der Kategorie Kategorie „Materialeffizienz“: OBE Ohnmacht & Baumgaertner GmbH & Co. KG, Ispringen [07/17; 127 KB]
Gewinner der Kategorie „Mess-, Steuer- und Regeltechnik“: Green German Reengineering GmbH, Heidelberg [07/17; 125 KB]
Gewinner der Kategorie „Emissionsminderung, Aufbereitung und Abtrennung“: Keller Lufttechnik GmbH + Co KG, Kirchheim unter Teck [07/17; 123 KB]
Gewinner der Sonderpreis: Herrenknecht AG aus Schwanau [07/17; 124 KB]


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