Erneuerbare Energien

Schluchseewerke halten Pumpspeicherwerk Atdorf derzeit offenbar für nicht wirtschaftlich

 

Es sei bedauerlich, dass die Schluchseewerke als Investor für das Pumpspeicherwerk in Atdorf die Realisierung des Projekts unter den derzeitigen Bedingungen offenbar als wirtschaftlich nicht sinnvoll erachten, erklärte Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller in Stuttgart. Überraschend sei das für ihn aber nicht:

„Wir haben auf die Problematik schrumpfender Rentabilität bereits häufig hingewiesen. Vor Monaten bereits haben wir auch einen Vorschlag gemacht, wie das Problem zu lösen sein könnte: Unserer Auffassung nach müssen wir einen Kapazitätsmarktmechanismus im Strommarkt schaffen, der alle zusätzlichen Potenziale einbezieht. Zum Beispiel Produktionskapazitäten durch effiziente Gaskraftwerke, aber eben auch durch Kapazitäten über Speichertechnologien.“

Experten bestätigten die Auffassung, dass ein Kapazitätsmarkt die nötigen Investitionsanreize etwa für den Bau von Pumpspeicherwerken geben könnte, führte Untersteller aus und verwies auf ein Gutachten, das er dazu im Januar vorgelegt habe. Kernidee eines solchen Marktes sei, dass bereits für die Bereitstellung von Kapazität ein Entgelt bezahlt würde.

Zunächst aber würden in einem solchen Markt fehlende Stromkapazitäten von der Bundesnetzagentur erhoben und dann öffentlich ausgeschrieben. Ausschreibung und Vergabe erfolgten nach bundes- und europarechtlichen Vorgaben.

„Den Vorschlag haben wir gemacht, jetzt ist die Bundesregierung am Zug, ihn aufzugreifen oder das Problem anders zu lösen. Zu viel Zeit sollte sie sich damit nicht lassen, wie das Beispiel Atdorf zeigt“, betonte Untersteller.
 

 

Quelle:

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg