Kernenergie

Noch mehr Transparenz bei der Atomsicherheit

Umweltminister Franz Untersteller will bei Fragen der Sicherheit der Kernkraftwerke im Land die Transparenz noch weiter verbessern. Alle meldepflichtigen Ereignisse in einem der vier Kernkraftwerke im Land sollen über die bisherige Veröffentlichung auf den Internetseiten des Ministeriums grundsätzlich über eine Pressemitteilung bekannt gemacht werden. „Information und Offenheit sind bei dem sensiblen Thema der Atomsicherheit wichtig für das Vertrauen der Menschen, dass nichts unter den Teppich gekehrt wird. Deshalb sollen künftig auch Ereignisse ohne oder mit nur geringer Sicherheitsrelevanz öffentlich über die Presse bekannt gemacht werden“, erklärte Umweltminister Untersteller heute (26. Mai 2011) in Stuttgart. Bisher habe man bei entsprechenden Vorfällen als interessierter Bürger selbst aktiv werden müssen, in dem man sich auf den Internetseiten des Ministeriums informierte. „Wir wollen die Information gegenüber der Öffentlichkeit noch mehr ernst nehmen als bisher und werden auch dann aktiv informieren, wenn keine rechtliche Verpflichtung dazu besteht“, sagte Untersteller. An den Betreiber der Kernkraftwerke appellierte der Minister außerdem, bei jedweden Ereignissen sorgfältig zu prüfen, inwieweit nach den geltenden Regelungen eine Meldepflicht gegeben sein könnte. „In Zweifelsfällen sollte nach meiner Überzeugung gemeldet werden. Es ist besser einmal zu viel zu informieren, als später dem möglichen Verdacht ausgesetzt zu sein, man habe etwas verschweigen wollen“, so Untersteller.

Insgesamt zwölf Ereignisse seien in diesem Jahr in den Kernkraftwerken des Landes nach der Meldeverordnung als meldepflichtig eingestuft und ohne beziehungsweise mit geringer Sicherheitsrelevanz (Kategorie N und INES-Stufe 0) bewertet worden. Zuletzt wurde der Ausfall so genannter Grenzwertmelder-baugruppen beim Kernkraftwerk Neckarwestheim I am 11., 19. und 21. Mai diesen Jahres der Atomaufsicht gemeldet. Über die Baugruppen werden physikalische Anlagenparameter wie zum Beispiel der Dampferzeuger-Füllstand überwacht. Die fehlerhaften Baugruppen seien durch neue Anlagenteile ersetzt worden. Der Ausfall der Baugruppen hatte keinen Einfluss auf den sicheren Betrieb des Kernkraftwerks. Der Ausfall dreier vergleichbarer Baugruppen binnen weniger Tage wurde jedoch als systematischer Fehler und deshalb als meldepflichtig eingestuft.

Quelle:

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg