Hochwasserschutz

Neues Hochwasserrückhaltebecken Maisbachtal in Wiesloch

 

Umweltminister Franz Untersteller und Regierungspräsident Dr. Rudolf Kühner haben heute (30. Mai 2011) grünes Licht für ein neues Hochwasserrückhaltebecken im Maisbachtal bei Wiesloch (Rhein-Neckar-Kreis) gegeben. Das insgesamt rund 1,7 Millionen Euro teure Hochwasserrückhaltebecken wird vom Land mit rund 1,2 Millionen Euro bezuschusst und soll am Maisbach zwischen dem Nusslocher Ortsteil Maisbach und dem Wieslocher Stadtteil Baiertal auf Baiertaler Gemarkung gebaut werden. Es wird mit einer Bauzeit von zwei Jahren gerechnet. „Das ist gut angelegtes Geld. Mit dem Projekt werden insbesondere die vom Waldangelbach und Leimbach-Oberlauf ausgehenden Hochwassergefahren vermindert und der Hochwasserschutz im gesamten Einzugsgebiet der Gewässer weiter verbessert“, so Minister Untersteller und Regierungspräsident Kühner.

Das Hochwasserrückhaltebecken sei ein weiterer wichtiger Baustein der vom Abwasser- und Hochwasserschutzverband ausgearbeiteten Konzeption zur Verminderung der Hochwassergefahren im Einzugsbereich liegenden Ortschaften Wiesloch, Rauenberg, Mühlhausen, Dielheim und Leimen. „Hochwasserereignisse führten immer wieder zu Überflutungen und Schäden in Millionenhöhe“, so Untersteller und Kühner. Das Hochwasserrückhaltebecken werde als gesteuertes Becken ausgeführt, das den Abfluss im Gauangelbach bei einem Starkregen von bisher drei auf künftig einen Kubikmeter Wasser pro Sekunde in einem Auslaufbauwerk mit ökologischer Durchgängigkeit drossele, erläuterte Kühner. „Mit diesem Hochwasserrückhaltebecken setzt der Abwasser- und Hochwasserschutzverband Wiesloch konsequent eine weitere Maßnahme seines umfangreichen Hochwasserschutzkonzeptes um.“

Der ehemalige Abwasserverband Leimbach-Angelbach wurde im Jahre 2004 um den Aufgabenbereich Hochwasserschutz erweitert, so Kühner. „Daraufhin wurde eine Hochwasserschutzkonzeption auf der Grundlage einer Flussgebietsuntersuchung auf einer Fläche von insgesamt 59 Quadratkilometern erstellt. Dabei flossen neueste hydrologische Erkenntnisse, in denen auch der Klimawandel berücksichtigt wurde, ein.“ Die Konzeption sieht den Bau von insgesamt acht gebietlich wirksamen neuen Hochwasserrückhaltebecken und den Ausbau von zwei vorhandenen Becken mit insgesamt rund einer Million Kubikmeter Rückhaltevolumen vor. Sie sollen einen wirksamen und die Umwelt weitgehenden schonenden Hochwasserschutz gewährleisten. Hochwässer sollen über die Becken vorübergehend zurückgehalten und nach Durchlaufen der Hochwasserwelle schadlos abgeführt werden. Ergänzt wird die Wirkung der Hochwasserrückhaltebecken durch lokale Maßnahmen am Gewässer in den einzelnen Verbandsgemeinden. Die Gesamtkosten aller Maßnahmen werden sich bei einem Landeszuschuss von 70 Prozent voraussichtlich auf 18 Millionen Euro belaufen.

In den Jahren 2005 bis 2010 konnten drei Hochwasserrückhaltebecken in Dielheim-Baiertal, Dielheim-Unterhof und in Wiesloch-Baiertal fertiggestellt und in Betrieb genommen werden. Ein viertes Becken nördlich des Leimener Stadtteils Gauangelloch ist derzeit im Bau und wird 2011 fertiggestellt sein. Das Rückhaltevolumen der vier Becken beträgt rund 260.000 Kubikmeter.

 

Quelle:

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg