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Umwelt
  • 25.06.2012

Konferenz zu Umweltauswirkungen von Fracking zur Aufsuchung unkonventioneller Erdgaslagerstätten

Die Umweltministerinnen, - minister, -senatorin und – senatoren der Länder haben sich auf der Umweltministerkonferenz am 22. Juni 2012 in Schleswig kritisch zur Anwendung von Fracking bei der Aufsuchung und Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten ausgesprochen. Dabei haben sie festgestellt, dass Fracking nur zulässig ist, wenn nachteilige Veränderungen der Umwelt, insbesondere des Wassers, nicht zu besorgen sind. In Trinkwasserschutzgebieten ist die Anwendung von Fracking auszuschließen. Zudem wurde die zwingende Beteiligung der Öffentlichkeit in einem rechtlich klar geregelten transparenten Verfahren gefordert.

Umweltminister Franz Untersteller hat am Montag in Stuttgart hierzu erklärt: „Der Beschluss geht in die richtige Richtung.“ Baden-Württemberg habe darüber hinaus von der Bundesregierung ein Moratorium gefordert, wonach in Deutschland keine Bohrungen mit Anwendung der Fracking-Methode unter Einsatz wassergefährdender Stoffe durchgeführt werden sollen, bis gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse über die Risiken dieser Technologien vorliegen und ausgewertet werden. „Unser Grundwasser ist zu wertvoll, um es durch unausgegorene Methoden zur Gewinnung von Erdgas zu gefährden“, so Untersteller weiter. Die Landesregierung werde sich daher auch weiterhin für den Schutz des Grundwassers sowie für eine möglichst frühzeitige Information und Beteiligung der Bevölkerung in den einschlägigen bergrechtlichen Verfahren einsetzen.

Ergänzende Informationen:

Bei der Gewinnung von Schiefergas aus kohlenwasserstoffhaltigen Tonsteinen ist die Fracking-Technik anzuwenden, bei der durch Einpressen von Wasser in Verbindung mit wassergefährdenden Stoffen in das Gestein die dort vorhandenen Mikrorisse bis auf einige Millimeter Breite erweitert werden. Die Lage und Ausbreitung der Risse wird geplant. Die Ausbreitung lässt sich durch Veränderung des Wasserdrucks steuern. Die gezielt erzeugten Rissflächen können Ausmaße von wenigen Hundert Metern Länge und einigen Zehner-Metern Höhe erreichen. In die Risse muss ein Stützmittel (z. B. Quarzmehl) eingebracht werden, damit diese offen gehalten und nicht durch den Gebirgsdruck wieder verschlossen werden. Werden der an die jeweilige geologische Situation angepasste Injektionsdruck sowie die einzuhaltenden Sicherheitsschwellen überschritten, kann Fluid über eine ungewollte Rissausbreitung in die über- und unterlagernden Schichten eindringen. Die Rissausbreitung muss daher über ein sicher geplantes Fracking auf den jeweiligen Gebirgsabschnitt begrenzt werden.

Durch den Einsatz verschiedener Chemikalien lässt sich der Transport des Stützmittels in die Risse begünstigen; die Zusammensetzung der hierfür benutzen Chemikalien ist stark von den jeweiligen Lagerstättenbedingungen abhängig. Der Einsatz dieser Chemikalien unterliegt in Deutschland einheitlichen Regelungen und muss entsprechend zugelassen werden. International bestehen Bemühungen, mögliche Umweltauswirkungen des Frackings auszuschließen und wassergefährdende Chemikalien durch weniger bedenkliche zu ersetzen.

Quelle: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg


Umweltminister Franz Untersteller im Visier einer Kamera

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