Kernenergie

Klarstellung zur Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe

Umweltminister Franz Untersteller hat in Stuttgart Berichte zurückgewiesen, wonach auf dem Gelände der ehemaligen Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe (WAK) oder des angrenzenden Campus-Nord-Geländes des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) ein neues Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle errichtet werden solle: „Es gibt keine konkreten Pläne für den Bau eines neuen Zwischenlagers“.

Richtig ist laut Klarstellung des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, dass beim Abbau der WAK-Anlage mehr Abfälle anfallen werden als ursprünglich geplant. Gleichzeitig wird das Endlager Konrad nicht vor dem Jahr 2019 in Betrieb gehen. Daher führt die WAK GmbH gerade eine erneute Erhebung der zu entsorgenden radioaktiven Abfälle durch mit dem Ziel, die noch erforderlichen Lagerkapazitäten festzustellen. Diese Abfallerhebung ist noch nicht abgeschlossen. Die beim Rückbau der kerntechnischen Anlagen der WAK GmbH anfallenden radioaktiven Abfälle werden in der Hauptabteilung Dekontaminationsbetriebe (HDB) der WAK GmbH behandelt und dort zwischengelagert. Die HDB liegt als eigenständige Anlage auf dem KIT-Gelände Campus-Nord. Sollte sich bei der Abfallerhebung herausstellen, dass tatsächlich die bislang genehmigten Lagerkapazitäten in der HDB nicht ausreichen, dann müsste geprüft werden, ob die bestehenden Lagerbereiche „ausgebaut“ werden können. Von aktuellen Plänen für einen „Neubau“ eines Zwischenlagers für schwach- und mittelradioaktive Abfälle kann jedoch keine Rede sein.

Sobald das Endlager Konrad zur Verfügung steht, strebt die WAK GmbH den schnellen Abtransport der behandelten radioaktiven Abfälle in das Endlager an. Der Abtransport wird aber trotzdem eine erhebliche Zeit in Anspruch nehmen, da die Annahmekapazität beim Endlager Konrad begrenzt sein wird. Das bedeutet, dass für den Abtransport der radioaktiven Abfälle aus den Zwischenlagern der HDB weitere Logistikeinrichtungen wie Pufferlager sowie Handhabungseinrichtungen und –flächen nötig werden könnten. Falls dann der hierfür benötigte Platz bei der HDB nicht ausreichen sollte, könnten dafür die Flächen der WAK-Anlagen in Frage kommen.

Das Umweltministerium weist darauf hin, dass zwischen der im November letzten Jahres erfolgreich abgeschlossene Mediation zum Ausbau des Instituts für Transurane (ITU) und einer möglichen Erweiterung der HDB kein unmittelbarer Zusammenhang besteht. Selbst wenn vor dem abschließenden Abtransport des behandelten Abfalls in das Endlager Konrad eine Pufferlagerung auf dem WAK-Gelände selbst erforderlich werden sollte, würde es sich hierbei nicht um eine „neue“ kerntechnische Aktivität handeln, welche nach dem Ergebnis des Mediations-Verfahrens ausgeschlossen wäre. Vielmehr würde dies noch unmittelbar mit dem Rückbau der WAK-Anlage und dem Abtransport der hierbei anfallenden radioaktiven Abfälle aus der HDB zusammen hängen.

Nicht nachvollziehbar ist nach Auffassung des Umweltministeriums auch die Behauptung, die aktuelle Erhebung der über die HDB zu entsorgende Abfallmengen hänge mit dem im letzten Jahr beschlossenen Ausstieg aus der Kernkraft und dem hiermit bedingten anstehenden Rückbau von Kernkraftwerken zusammen. Wie das Umweltministerium betont, besteht keinerlei Zusammenhang zwischen diesen Themen. Die beim Rückbau der Kernkraftwerke anfallenden Abfälle dürfen weder in der WAK-Anlage noch in der HDB gelagert werden.

Dies gilt ausdrücklich auch für das Kernkraftwerk Obrigheim. Die hierbei anfallenden Rückbauabfälle lagern vielmehr in eigenen Abfallzwischenlagern auf dem Gelände des Kernkraftwerks Obrigheim.

Quelle:

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg