Erdgas

Gewässerschutzkommission lehnt Erdgas-Fracking im Bodenseeraum ab

In der Diskussion um die Nutzung von Gaslagerstätten in dichtem Gestein, dem Schiefergas, hat die Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB) jetzt ihre ablehnende Haltung bekräftigt.

Auch im Bodenseeraum werden größere Lagerstätten vermutet, die mit Hilfe des sogenannten Frackings erschlossen werden könnten. Dem wollen die Mitgliedsländer der IGKB jedoch vorbeugen. Auf ihrer diesjährigen Tagung im schweizerischen Rapperswil fassten sie daher einen Beschluss, wonach das Fracking nicht mit dem Nachhaltigkeitsaspekt und der Gewässerschutzstrategie der IGKB im Einzugsgebiet des Bodensees zu vereinbaren ist.

Insbesondere macht sich die Gewässerschutzkommission Sorgen, dass durch die Chemikalien, die zum Aufbrechen des Gesteins sowie zur anschließenden Förderung des dort eingeschlossenen Gases eingesetzt werden, Grundwasser und Gewässer im Einzugsgebiet des Sees verschmutzen könnten. Damit könnte auch dem Bodensee als wichtigem Trinkwasserreservoir für rund fünf Millionen Menschen ein nicht hinnehmbarer Schaden zugefügt werden.

„Die Kommission hat ihren Beschluss vom Mai 2011 bestätigt, wonach solche Kohlenwasserstoff-Gewinnungen dem Schutz der Trinkwassergewinnung, dem vorsorgenden Gewässerschutz und einer sachgerechten Wahrnehmung der Obliegerverantwortung entgegenstehen“, bekräftigte der IGKB-Vorsitzende Stephan Müller vom schweizerischen Bundesamt für Umwelt in Bern.

Risiken für das Grund- und Oberflächenwasser

Beim Fracking wird das gashaltige Gestein im Untergrund mit tiefen Bohrungen erschlossen und dann unter hohem Druck aufgebrochen. Hierfür sind Wasser, Sand sowie Chemikalien erforderlich. Der Sand verhindert, dass sich die entstandenen Risse wieder schließen. Die zugesetzten Chemikalien, von denen ein Teil als wassergefährdend und krebserregend gilt, unterstützen diesen Prozess sowie die spätere Förderung und sollen u.a. verhindern, dass die Risse durch Mikroorganismen verstopft werden. Zum einen besteht dabei aber die Gefahr, dass diese Additive bei der Erschließung und Förderung der Gasvorkommen unbeabsichtigt in tief gelegene Grundwasserschichten gelangen. Zum anderen kommt ein großer Teil des mit den Chemikalien belasteten Frackingwassers mit dem Gas an die Oberfläche, wo es auf keinen Fall unbehandelt in Bäche und Flüsse gelangen darf. Die Risiken, die sich dabei sowohl für das Grund- als auch das Oberflächenwasser ergeben, bestärken die IGKB in ihrer ablehnenden Haltung.

Mehr Informationen finden sich im Internet unter www.igkb.org.